In einem Ortsteil hakt es  Hier bietet die Stadt aktuell Bauplätze in Papenburg an

Gerd Schade
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Von Gerd Schade
| 09.01.2025 09:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Papenburger Ortsteil Tunxdorf wird das Baugebiet an der Straße „Kleine Noog“ erweitert. Fotos: Schröer
In Papenburger Ortsteil Tunxdorf wird das Baugebiet an der Straße „Kleine Noog“ erweitert. Fotos: Schröer
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Die Stadt Papenburg bietet aktuell mehr als 30 Baugrundstücke an, allerdings keinen in ihren drei großen Ortsteilen Obenende, Untenende und Aschendorf. Ein Überblick.

Papenburg - Wer in Papenburg zurzeit nach einem von der Stadt angebotenen Baugrundstück sucht, wird ausschließlich in den kleineren Ortsteilen fündig. Bewerben können sich Bauwillige auf Plätze in Herbrum, Aschendorfermoor und Tunxdorf. In letzterem Ort ließen Erdanhäufungen auf den geplanten Erweiterungsflächen des Baugebietes „Dorfstraße, Kleine Noog“ gegenüber der Kirche unlängst vermuten, dass sich die Erschließung des Baulandes verzögern könnte – zu Unrecht, wie es auf Nachfrage aus dem Rathaus heißt. „Als Bestandteil des Bauleitplanverfahrens wurden denkmalpflegerische Untersuchungen durchgeführt“, erklärt Stadtsprecherin Karin Evering.

Die Untersuchungen seien noch vor Weihnachten abgeschlossen worden. Daher werde der Satzungsbeschluss für das neue Jahr vorgesehen. Wie Evering weiter ausführte, soll 2025 auch die Erschließung der Bauplätze starten. „Verzögerungen haben sich dadurch nicht ergeben“, so die Stadtsprecherin.

Zwölf Bauplätze, die zwischen 650 und 800 Quadratmeter groß sind

Evering zufolge sind in Tunxdorf „zum aktuellen Zeitpunkt“ zwölf Bauplätze geplant. Das sind zwei mehr, als sie die Stadt auf ihrer Internetseite unter dem Reiter „Aktuelle Wohnbaugebiete“ ausweist. Dort wird die „voraussichtliche Anzahl“ mit zehn angegeben. Die Grundstücke sind laut Stadtsprecherin „im Schnitt“ zwischen 650 und 800 Quadratmeter groß. Was sie kosten, ist noch unklar. Evering: „Die Kosten pro Quadratmeter können noch nicht benannt werden, da die Kosten für die Erschließungsarbeiten noch nicht feststehen.“

Beschlossene Sache ist derweil auch die Erweiterung des Baugebietes „Nördlich Herzogstraße“ in Herbrum. „Wenn es gut läuft, können dort Ende 2025 die ersten Häuser stehen“, hatte Lukas Krömer, Papenburger CDU-Stadtratsherr aus Herbrum, erklärt, als der Stadtrat im September 2024 geschlossen für den Bebauungsplan als Satzung und die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Erweiterung stimmte.

In Herbrum werden 20 neue Bauplätze geschaffen.
In Herbrum werden 20 neue Bauplätze geschaffen.

In Herbrum entstehen 20 neue Bauplätze

Entstehen werden demnach auf einem fast 19.000 Quadratmeter großen Areal im Bereich der Kämpestraße 20 Baugrundstücke. Auch hier steht laut Stadt das Festsetzen des Kaufpreises noch aus.

Bewerbungen seien wie für Tunxdorf und Aschendorfermoor aber möglich – allerdings ausschließlich online über das Portal der Stadt. Dort ist im Übrigen auch aufgelistet, nach welchen Kriterien die Stadt einen Bauplatz vergibt:

  • Eigentum vorhanden (ja oder nein)
  • Anzahl Kinder, die im Haushalt leben und für die Kindergeld gezahlt wird
  • Pflegestufe eines im Haushalt lebenden Familienangehörigen
  • Dauer des ersten Wohnsitzes in Papenburg
  • Mitgliedschaft in einer der drei Papenburger Ortsfeuerwehren

Der erste Teil des Baugebietes „Nördlich Herzogstraße“ in Herbrum war 2015 entwickelt worden. Dort sind längst keine Bauplätze mehr frei.

Gerichtsurteil führte zu Verzögerungen

Die Planungen für eine Erweiterung liefen seit Jahren. Dort, aber auch bei anderen Baugebieten, gab es jedoch Verzögerungen – und zwar nicht nur in Papenburg. Ausschlaggebend dafür war eine Umstellung des Verfahrens infolge eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts im Juli 2023.

Demzufolge war ein Passus im Baugesetzbuch nicht mit EU-Recht vereinbar. Konkret: Freiflächen außerhalb des Siedlungsbereiches einer Gemeinde von weniger als 10.000 Quadratmetern durften nicht im sogenannten beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung überplant werden. Die Entscheidung galt für alle Verfahren, die nach Paragraf 13b des Baugesetzbuches aufgestellt wurden. Bei der Bauwirtschaft stieß das Urteil auf Kritik, Umweltschützer hingegen begrüßten es.

In Aschendorfermoor sollen sechs neue Baugrundstücke entstehen

In Aschendorfermoor plant die Stadt derweil sechs Bauplätze. Entstehen sollen sie im Bereich zwischen der Helmingstraße und der Glatzer Straße. Der Kaufpreis steht der Verwaltung zufolge aber auch hier noch nicht fest.

Im Bereich der Helmingstraße in Aschendorfer will die Stadt Papenburg ebenfalls einige Bauplätze ausweisen.
Im Bereich der Helmingstraße in Aschendorfer will die Stadt Papenburg ebenfalls einige Bauplätze ausweisen.

Nicht mehr bewerben können sich Bauwillige für einen Platz in dem Gebiet „Alte Stadtgärtnerei“ an der Emdener Straße zwischen Untenende und Aschendorf. Die Frist ist abgelaufen. In dem Gebiet entstehen nach Angaben der Stadt zwölf Grundstücke für Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser.

Grundstücksverhandlungen am Obenende ins Stocken geraten

Unterdessen plant die Stadt auch an anderer Stelle die Ausweisung von neuen Bauplätzen, beispielsweise für einen zweiten Abschnitt in dem großen Gebiet zwischen Bethlehem, Splitting und Rheiderlandstraße. Dort laufen Grundstücksverhandlungen, die offenbar nicht ganz einfach sind. „Da stockt es im Moment und wir bekommen es aber 2025 hoffentlich hin“, hatte der Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Bauen, Heinz Walker, im vergangenen November auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins vom Obenende vor rund 250 Zuhörern in der Gaststätte Schulte-Lind erklärt. Im Februar 2024 hatte die Stadt die voraussichtliche Baureife in dem Gebiet für 2026 avisiert. Die CDU-Stadtratsfraktion forderte daraufhin mehr Tempo.

Zuletzt hatte die Stadt den Weg für den Bau von sieben Mehrparteienhäusern mit insgesamt 70 Wohnungen auf einem Privatgelände am Bolwinsweg beim Sportpark Obenende geebnet. Laut ihrem 2024 überarbeiteten Wohnraumversorgungskonzept werden in Papenburg bis zum Jahr 2040 exakt 1617 neue Wohnungen benötigt – vor allem für Alleinstehende, die älter als 65 sind.

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