Osnabrück Was die Fälle Musk, Gottschalk und Mischke eint? Ein Gift, das die Demokratie gefährdet
Elon Musk, Thomas Gottschalk und Thilo Mischke im Kreuzfeuer der Kritik: Der Grat zwischen Meinungsfreiheit und Cancel Culture ist extrem schmal geworden. Wie gefährlich ist der Kulturkampf für unsere Demokratie?
Was haben Top-Unternehmer Elon Musk, TV-Legende Thomas Gottschalk und der weniger bekannte Journalist Thilo Mischke gemein? Sie sind die jüngsten Opfer eines woken Zeitgeistes, der beängstigende Auswüchse angenommen hat.
Dieser Kulturkampf tobt schon länger, nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Westen. Es geht um Wokeness und Cancel Culture, um eine falsch verstandene politische Korrektheit. Diese grün-linke Ideologie ist gefährlich. Denn der Meinungskorridor des öffentlich Sagbaren wird immer schmaler. Alles, was nicht ins woke Weltbild passt, wird bekämpft. Und wer diesen Meinungskorridor verlässt, muss mit übelsten Anfeindungen rechnen. Das ist Gift für die Freiheit. Und nicht nur das.
TV-Star Thomas Gottschalk versuchen von den Bildschirmen wegzumobben, ist unschön, dürfte ihn aber nicht in Finanznöte bringen. Anders sieht das bei Jüngeren aus. Da geht es um Existenzen. Der Journalist Mischke darf in der ARD eine Kultursendung nicht moderieren, weil es Protest aus dem feministischen Lager gab. Vielleicht hat Mischke vor Jahren etwas Dummes über Frauen und Liebe geschrieben, wie er selbst einräumt. Aber rechtfertigt das eine moralische Vernichtung? Nein. Oder wer ist in seiner Biografie frei von Irrtümern?
Mit welchem Furor diese woke Meute vermeintliche Delinquenten jagt, lässt erschauern. Man muss nun kein Freund von Elon Musk sein, aber warum soll der Star-Unternehmer und Trump-Freund nicht für die AfD werben oder mit Alice Weidel auf seiner Plattform X sprechen? Die Demokratie lebt davon, die Meinung Andersdenkender zu tolerieren, selbst wenn man sie für unsinnig hält.
Schon werden in Deutschland Rufe nach neuen Verboten und Regulierungen laut - unter dem Vorwand, die Demokratie zu schützen. Offenbar träumen einige Mächtige davon, bestimmen zu dürfen, was gesagt, gepostet und gesendet werden darf. So wird die Freiheit am Ende aber nicht gerettet, sondern abgeschafft.
Dieses Land braucht deshalb dringend eine Rückkehr zu Maß und Mitte. Zu einer echten Streit- und Debattenkultur, in der niemand Angst haben muss, seine Meinung zu sagen. Ohnehin täte es dem wirtschaftlich kriselnden Deutschland gut, faktenbasiert um Lösungen zu wetteifern, statt sich an Empörungswellen abzuarbeiten. Musk ist jedenfalls kein Schwachkopf.