Kolumne „Bi Karkens“ Behalte das Gute!
Viele haben sich an Silvester wieder ein frohes neues Jahr gewünscht. Dabei ist klar: Auch 2025 wird nicht nur froh werden. Viel wichtiger ist unserem Kolumnisten daher der Segen fürs neue Jahr.
Am Silvestertag stand ich bei einem Discounter und staunte über ein Feuerwerkspaket. Für 54,99 Euro konnte man einen Kasten erwerben, der laut Aufschrift 50 Sekunden Spaß versprach. Eine Sekunde Spaß kostete also mehr als einen Euro. Ein ganz schön teurer Spaß. Es fiel mir daher nicht schwer, an der Spaßpackung vorbeizugehen.
Im Auto hörte ich dann im Radio, dass immer weniger Menschen Briefe schreiben, um sich gegenseitig etwas Gutes für das neue Jahr zu wünschen. Viele rufen noch an, aber die meisten verschicken bunte Bilder oder Kurznachrichten. So wandern Milliarden von inhaltsgleichen Kurznachrichten um die Welt, in denen man sich meistens ein frohes neues Jahr wünscht oder so etwas ähnliches.
Ich habe rein gar nichts gegen solche Wünsche – auch wenn ich weiß, wie unrealistisch es ist, dass ich in diesem neuen Jahr nur froh sein werde. Mir fällt daher auf, wenn mir jemand ein gesegnetes neues Jahr wünscht. Das schließt nämlich die dunklen Tage mit ein. Segen ist die Zusage von Nähe.
Zur Person
Martin Kaminski ist nicht nur Pastor, sondern auch Musiker und Autor. Geld verdient hat der vierfache Vater aber auch schon als Erzieher, Taxi- und Busfahrer. Er lebt mit seiner Frau und vielen Tieren in Großefehn.
Gott schreibt uns lange Briefe und Kurznachrichten. Für ihn ist es auch nicht relevant, dass ein Brief seit Mittwoch zehn Cent mehr kostet, nämlich 95 Cent. Er findet viele Wege, um uns zu schreiben. Etwa durch den Apostel Paulus, in dessen langem Brief an die Thessalonicher eine Kurznachricht versteckt ist. Man nennt sie auch die biblische Jahreslosung für 2025: „Prüft alles, behaltet das Gute!“ Das ist ein wirklich gutes Vorhaben für das neue Jahr, auch wenn es oft nicht einfach ist, da man sich ja gleichzeitig von Schlechtem verabschieden soll.
Wo ich gerade so beim Prüfen bin, stelle ich fest, dass ein Brief immer noch deutlich günstiger ist als eine Sekunde Feuerwerksspaß. Nicht nur deshalb ist es leicht, meine Angewohnheit des Briefeschreibens zu behalten und in 362 Tagen wieder nicht zu böllern. Was werden wohl die Leserinnen und Leser dieser Kolumne behalten wollen? Wer überlegt jetzt, was das Gute in seinem Leben ist? Ich wünsche allen von Herzen ein gesegnetes Jahr 2025.
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