Tiere an Silvester  Fünf Tipps damit die Knallerei für Hunde erträglicher wird

Nikola Nording
|
Von Nikola Nording
| 27.12.2024 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hunde und Silvester – das wird wohl nie eine Liebesgeschichte. Foto: Sonja Rachbauer/stock.adobe.com
Hunde und Silvester – das wird wohl nie eine Liebesgeschichte. Foto: Sonja Rachbauer/stock.adobe.com
Artikel teilen:

Rund um Silvester knallt und zischt es überall. Hunde und andere Tiere sind davon wenig begeistert. Hier sind fünf Tipps, wie man es ihnen leichter macht.

Ostfriesland - Es knallt und zischt, die Luft riecht nach Schwarzpulver und helle Blitze erleuchten die Dunkelheit. Rund um den Silvestertag wird das neue Jahr mit Feuerwerk begrüßt. Für viele Menschen eine tolle Sache, für viele Tiere eher nicht. Ausnahmen bestätigten in beiden Fällen die Regel. „Für viele Tiere ist die Knallerei eine Qual. Durch ihr sensibles Gehör hören sie die Geräusche sehr viel lauter und können diese nicht einordnen. Hunde, die in Panik geraten, können sich von der Leine losreißen und verirren. Katzen können vor ein Auto laufen oder sich in Kellern, Schuppen oder Garagen verstecken, ohne wieder herauszufinden. Viele von ihnen laufen zudem kilometerweit weg. Jedes Jahr werden zahlreiche Tiere um die Silvestertage als vermisst gemeldet; nicht alle davon werden wiedergefunden“, wird Dr. Moira Gerlach, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, in einer Mitteilung zum Thema zitiert.

Doch Silvester kommt und damit auch die Böllerei. Hier ein paar Tipps, wie man vor allem Hunden helfen kann. Einige Tipps sind auch für viele andere Haustiere zu übernehmen.

Sicherung

Während Katzen mit einem Katzenklo gut auskommen und so am Silvestertag im Haus bleiben könnten, müssen Hunde meist nach draußen. Die Leeraner Tiertrainerin Frauke Prüß empfiehlt ganz klar: „Die Hunde sollte sicher angeleint werden, am besten doppelt“, so Prüß. Das bedeutet am Halsband und mit einem Geschirr wird der Hund draußen angeleint. Zusätzlich empfiehlt es sich, einen GPS-Tracker am Halsband anzubringen. „Wenn sich der Hund so sehr erschrickt, dass er sich losreißen kann, kann man ihm damit tracken“, so Prüß. In einer App wird der Standort des Hundes dann auf einer Karte gezeigt. Der Tierschutzbund erinnert auch an eine Registrierung in den gängigen Suchportalen, zum Beispiel bei Tasso. Wenn der Hund aufgegriffen wird, ist es leichter ihn zum Besitzer zurückzubringen.

Zuhause

Daheim ist es für die meisten Vierbeiner zumindest etwas besser als draußen. Hundetrainerin Prüß empfiehlt: „Lassen Sie Radio oder Fernseher laufen.“ Die Geräusche lenken das Tier ab. Sollte man allerdings das ganze Jahr das Radio nicht laufen haben, ist es eher kontraproduktiv, es am Silvestertag dudeln zu lassen. „Dann merkt der Hund auf jeden Fall, dass etwas nicht stimmt“, so Prüß. Am meisten beruhigt es Hund und Katz, wenn alles wie immer ist. Mit einer kleinen Ausnahme: Tiere suchen sich ruhige Orte, wenn es draußen trubelig ist. Da sollte man auch mal ein Auge zu drücken: „Wenn der Hund entscheidet, dass es in Herrchens Bett für ihn am entspanntesten ist, dann lassen sie ihn drin liegen“, sagt Prüß. Deswegen werde es noch lange nicht zur Gewohnheit. Bestenfalls legt man sich einfach dazu, denn Nähe beruhigt die meisten Tiere. „Es vermittelt Sicherheit“, so Prüß. Und wenn das Tier merkt, man ist ruhig und entspannt, kann es auch entspannen.

Hundetrainerin Frauke Prüß mit Hund Arex rät zu viel Training vor Silvester. Foto: Julia Büscher
Hundetrainerin Frauke Prüß mit Hund Arex rät zu viel Training vor Silvester. Foto: Julia Büscher

Hilfsmittel

Die Beine schlottern, die Ohren hängen oder sind angelegt, der Schwanz ist eingezogen: Wenn ein Hund Angst hat, kann man es ihm schnell ansehen. Bevor sich Hund und Halter durch die Tage rund um Silvester quälen rät die Hundecoachin zu Hilfsmitteln. „Wenn es dem Hund hilft, sollte man es nicht so eng sehen“, so die Leeranerin. Mittel gibt es reichlich: Angegangen von diversen Globuli und Essenzen, wie zum Beispiel Bachblüten, bis hin zu Beruhigungsmitteln aus der Apotheke. Umstritten ist die Gabe von Eierlikör, weil Alkohol für Hunde auch schnell gefährlich werden kann. Alle Mittel sollten nur in Absprache mit einem Tierarzt verabreicht werden – und das bereits vor dem Jahreswechsel. Dann sind Tierhalter auf der sicheren Seite. Wenn sich Hund oder Katze in der Silvesternacht verletzen, ist unter www.tieraerztlichernotdienst-landkreisleer.de einsehbar, welcher Tierarzt Notdienst hat.

Training

Wer weiß, dass Hasso, Bello und Co. sensibel auf die Geräusche rund um den Jahreswechsel reagiert, der sollte frühzeitig mit dem Training anfangen, rät die Hundetrainerin. Am besten solle man im Sommer mit leichten Übungen beginnen, wie zum Beispiel das Abbrennen einer Wunderkerze in großer Entfernung. „Wichtig ist dabei, dass weder Hund noch Herrchen Notiz von der Kerze nehmen“, so Prüß. Das Geschehen soll einfach ignoriert werden. Und dann heißt es näher kommen und immer und immer wieder wiederholen. „Die Wiederholungen können in die Tausende gehen“, sagt die Hundetrainerin. Wer bei seinem jungen Hund schon beobachtet, dass es zu Silvester Probleme geben könnte, sollte zeitnah mit dem Training beginnen. „Es wird im Alter eher schlechter als besser“, so Prüß.

Ablenkung

Damit während des Silvesterabends keine Angst aufkommt, ist Ablenkung ein gutes Mittel. Das bedeutet: Die Reserven mit Kauknochen und Leckerlies sollte dringend aufgefüllt werden. „Da darf es auch am Abend mehr sein, wenn es dem Tier hilft“, sagt Frauke Prüß. Lieber einen gefüllten Kong zum Ausschlecken mehr, als dass das Tier ängstlich unterm Tisch zittert.

Ähnliche Artikel