Flensburg  Kurios: Täglich noch tausende Briefe mit Punkte-Abfragen in Flensburg – warum?

Tobias Schmidt
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Von Tobias Schmidt
| 29.12.2024 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
500.000 Briefe kommen jedes Jahr im Kraftfahrt-Bundesamt an - und müssen auch schriftlich beantwortet werden. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
500.000 Briefe kommen jedes Jahr im Kraftfahrt-Bundesamt an - und müssen auch schriftlich beantwortet werden. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
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Es erscheint schon kurios: Im Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt landen täglich tausende Briefe, mit denen Autofahrer ihren Punktestand wegen Verkehrsvergehen anfragen. Dabei ist das schon lange online möglich. Was sind die Gründe?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) stöhnt über eine gewaltige Postflut, obwohl schon seit acht Jahren eine kostenlose Punkteabfrage in Flensburg online möglich ist. „Jährlich erreichen uns rund 500.000 schriftliche Anfragen nur zur Punkteauskunft. Das sind pro Arbeitstag rund 2.000 Briefe, die für diese Auskünfte im KBA eingehen, und auf diesem Weg das Amt wieder verlassen“, sagte KBA-Präsident Richard Damm im Gespräch mit unserer Redaktion. 

„Obwohl wir seit 2016 für Privatpersonen eine kostenlose Online-Abfrage der Punkte in Flensburg anbieten, wird weiter schriftlich angefragt“, wundert sich Damm. Die Online-Option sei schnell, digital und gebührenfrei möglich. „Trotzdem sind Anwaltskanzleien unterwegs, die 15 Euro und mehr für die Registerauskünfte verlangen, die beim KBA kostenfrei erhältlich sind, und zwar binnen zwei Minuten mit Smartphone und Personalausweis.“

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Allerdings gibt es eine Bedingung: Die Online-Funktion des Ausweises muss aktiviert sein. Nachträglich ist das nur durch einen Termin beim Bürgeramt möglich. Und auch mit Online-Funktion holpert es mitunter, wie Selbstversuche zeigen.

Immerhin: Die Zahl der Privatpersonen, die das Online-Angebot nutzen, ist in den letzten drei Jahren von rund 36 Prozent auf über 60 Prozent gestiegen, sagte Damm und schickte einen Appell hinterher: „Ich kann die Bürgerinnen und Bürger nur dazu ermuntern, den digitalen Weg zu nutzen - er ist nachhaltig, spart Papier, Kosten und Zeit, denn er ist viel schneller als ein Brief.“ Rechtsanwälten steht der Online-Weg nicht offen, sie müssen Briefe nach Flensburg schicken.

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