Hohe Energiekosten Darum wird das Wasser im Friesenbad zeitweise kälter
Weil die Kosten fürs Friesenbad steigen, will die Stadt Weener sparen. Ein Viertel des Strombedarfs soll über die PV-Anlage gedeckt werden. Gespart wird auch woanders, zum Leidwesen vieler Badegäste.
Weener - Die Kosten für Energie und Personal steigen. 2025 wird die steigende Abwassergebühr auch das Friesenbad treffen. Die Stadt Weener muss immer mehr in ihr Freibad hineinbuttern. Aktuell kostet eine Tageskarte für Erwachsene fünf Euro. Weil die Eintrittspreise nicht ins Unermessliche angehoben werden können, soll jetzt gespart werden und zwar Strom.
Dazu musste die Friesenbad Weener GmbH erstmal investieren. Sie hat eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach des Friesenbads installiert. Die Stadt Weener bürgt für den Kredit über 85.000 Euro, den die GmbH für die Anlage aufnehmen muss. Die Elektroarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Anfang des Jahres 2025 soll die Anlage laufen. „Ziel ist es, ein Viertel des Strombedarfs über die Anlage zu decken“, sagte Hermann Welp, Geschäftsführer der Friesenbad Weener GmbH in der Sitzung des Stadtrates. Perspektivisch sei das Darlehen in zehn Jahren. Dann habe sich die PV-Anlage amortisiert.
Wassertemperatur nur 25 Grad
Der Friesenbad-Geschäftsführer geht für das Jahr 2025 dennoch mit einem Defizit in Höhe von 340.000 Euro aus. Grund waren gestiegene Personalkosten durch Tariferhöhungen von fünf Prozent und unerwartete Ausgaben für Gas. „Wir mussten 19.100 Euro mehr zahlen“, so Welp. Der Grund: Der Fernwärmezulieferer hatte die Wartungsarbeiten während der Friesenbadsaison durchgeführt. „Dadurch konnten wir keine oder nur in reduziertem Umfang Fernwärme bekommen“, erläuterte Welp.
Die Folge: Das Wasser musste über einen Zeitraum von sechs Wochen mit Gas beheizt werden. Die sonst üblichen 28 Grad konnten in der Zeit nicht erreicht werden – zum Leidwesen vieler Badegäste, die lieber muckelig warm haben. Auch 2025 fallen die Wartungsarbeiten bei Klingele wieder mitten in die Friesenbad-Saison. Weil das Wasser während dieser Zeit mit Gas beheizt werden muss, werde die Wassertemperatur nur bei 25 Grad liegen.
Insgesamt 70.562 Badegäste haben 2024 von April bis September das Friesenbad besucht. Der Umsatzerlös habe laut Welp bei 240.000 Euro gelegen. „Wir sind damit hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, so Welp. Ausgerechnet während der Sommerferien sei das Wetter nicht so gut gewesen. Die Stadt hofft für das Jahr 2025 auf besseres Sommerferien-Wetter. „Und wir hoffen, dass mit der Fertigestellung der Friesenbrücke wieder mehr Badegäste aus Westoverledingen den Radweg über die Ems nutzen und das Friesenbad nutzen.“