An Weihnachten arbeiten Für seine Kirche ist er immer zur Stelle
An Weihnachten werden viele Besucher in der Lutherkirche in Leer erwartet. Alfred Göhrke-Wosing ist Küster und bereitet dafür alles vor. Bis Heiligabend steht noch eine große Aufgabe auf dem Zettel.
Leer - In Leer wird die Lutherkirche zu Weihnachten – ganz besonders an Heiligabend – immer voll. Das weiß Alfred Göhrke-Wosing. Er ist Küster in der Kirche und zur Weihnachtszeit ist für ihn viel mehr zu tun als sonst. Die Lutherkirche in Leer muss für dieses Weihnachten hergerichtet werden.
Wenn zur Weihnachtszeit Ruhe in viele Häuser einkehrt und Familien am Heiligabend zusammenkommen, sind einige Menschen noch auf den Beinen. Denn um das Fest in Leer möglich zu machen, braucht es die Bereitschaft einiger Berufe. Wir wollen in einer kleinen Serie einige von ihnen vorstellen. Heute: der Küster.
„Ich bin direkt da, wenn was ist“
An Heiligabend gibt es in der Kirche reichlich zu tun. Alfred Göhrke-Wosing ist nebenberuflich als Küster in der Lutherkirche tätig. Der Frührentner kann aufgrund von einer leichten Behinderung nicht mehr Vollzeit arbeiten. Umso glücklicher ist er, dass er in der Kirche einen Job gefunden hat, der ihm Spaß macht. Nur wenige Fußminuten ist sein Arbeitsplatz von seinem Zuhause entfernt. „Ich bin direkt da, wenn was ist“, sagt er.
Bis Heiligabend steht noch eine Mammutaufgabe bevor. „Der Weihnachtsbaum muss aufgestellt werden. Das passiert meist am 21. oder 22. Dezember“, sagt er. Eine gut fünf Meter hohe Tanne wird dann in die Lutherkirche gebracht. In einem Kalender hat der 63-Jährige alle wichtigen Veranstaltungen vermerkt. „Am 20. ist noch ein Konzert in der Kirche, deswegen kommt der Baum erst danach“, sagt er. Das Schmücken kommt dann auch noch hinzu.
Volles Haus an Heiligabend
Seit neun Jahren ist er nun schon Küster. Den Ablauf zu Weihnachten hat er daher schon drauf. Drei Gottesdienste sind am Dienstag, 24. Dezember 2024. „Einer um 15.30 Uhr, dann um 17.30 Uhr und der letzte um 22 Uhr“, so Göhrke-Wosing. Er selbst schon etwa eine Stunde vor dem ersten Gottesdienst. Tür aufschließen, alle Lichter und die Heizung anmachen, Kerzen anzünden, Liedblätter verteilen, „dann kommen meist schon die ersten Gäste“. Mit 400 bis 500 Leuten rechnet der Küster an den ersten beiden Gottesdiensten. Also volles Haus auch trotz Mitgliederschwund. Wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mitteilt, gehörten ihren 20 Gliedkirchen zum Stichtag 31. Dezember 2023 rund 18,6 Millionen Menschen an. Das entspricht einem Rückgang von rund 593.000 Mitgliedern und 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, heißt es auf der Seite der EKD. Die Zahlen aus diesem Jahr liegen noch nicht vor.
Während der Gottesdienste ist der 63-Jährige immer in Bewegung. Zum Beispiel muss die Kollekte eingesammelt und weggebracht werden. Und wenn der erste Gottesdienst vorbei ist, steht der nächste bereits an. Besonders gerne steht Göhrke-Wosing zum Einlass an der Tür, um die Mitglieder der Kirche zu begrüßen. Der Kontakt zu Menschen sei ihm sehr wichtig.
Aktion: Keiner muss an Heiligabend allein sein
Um 19 Uhr endet der Arbeitstag in der Kirche vorerst. Göhrke-Wosing geht dann nach Hause und feiert dort Heiligabend mit seiner Frau. Um 21.30 Uhr kommt er aber wieder zurück zur Kirche zur Christmette um 22 Uhr. Irgendwann spät nachts endet dann sein Heiligabend als Küster. Am ersten Weihnachtsfeiertag steht die Familie dann im Vordergrund. „Die Bescherung mit den Enkelkindern haben wir auf den 25. Dezember gelegt“, sagt er.
Göhrke-Wosing weist in diesem Zusammenhang auf eine Aktion der Kirche hin: „Heiligabend im Lutherhaus – niemand muss allein bleiben“. Ab 18.45 Uhr gibt es hier ein Heiligabendessen mit Kartoffelsalat und Würstchen. Dabei werden auch Geschichten erzählt, Lieder gesungen und Weihnachten gefeiert. Der Abend endet gegen 21 Uhr. Um Anmeldung im Pfarramt unter 0491 2737 oder bei Elke Bartelds unter 0491 66432 wird gebeten. Das geht noch bis zum 22. Dezember 2024.