Restaurant, Wohnraum und Saal  Architekten präsentieren Bau-Ideen für Dorfplatz Hesel

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 15.12.2024 08:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Dorfplatz in Hesel wurde zuletzt Ende 2011 erneuert. Foto: Stromann/Archiv
Der Dorfplatz in Hesel wurde zuletzt Ende 2011 erneuert. Foto: Stromann/Archiv
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Ein Restaurant oder Café, Wohnungen und ein Saal für die Allgemeinheit sollen Platz in einem Neubau am Heseler Dorfplatz finden. Drei Architekturbüros haben sich überlegt, wie das aussehen könnte.

Hesel - Der Dorfplatz in Hesel soll ein Ort der Begegnung werden. Das hat sich die Verwaltung zum Ziel gesetzt. In einem ersten Schritt soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden. So sollen eine Freilichtbühne, eine Boulebahn und Sitzgelegenheiten auf dem Platz entstehen, auf denen gleichzeitig archäologische Funde ausgestellt werden. Doch das ist noch nicht alles.

Das Konzept sieht vor, den Dorfplatz Hesel mit vielen Elementen zu beleben. Im Süden soll gebaut werden. Grafik: Diekmann, Mosebach und Partner/Archiv
Das Konzept sieht vor, den Dorfplatz Hesel mit vielen Elementen zu beleben. Im Süden soll gebaut werden. Grafik: Diekmann, Mosebach und Partner/Archiv

Hinter dem Platz befindet sich eine Fläche, die in Zukunft bebaut werden soll. Hier wünscht sich die Verwaltung ein Gebäude mit Wohnungen, einem Saal für die Öffentlichkeit und Platz für eine Gastronomie. Die Bebauung soll regional inspiriert, aber modern umgesetzt werden. Um Ideen zu bekommen, wie das aussehen könnte, habe die Heseler Verwaltung drei Architekturbüros beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, sagt Bürgermeister Gerd Dählmann. Was sie sich ausgedacht haben, wurde kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Das sind die Ideen.

Vorschlag 1:

Als erstes stellte die Gruppe OMP aus Rastede ihr Konzept vor. „Unser Ansatz war, das Besondere des Ortes herauszuarbeiten“, sagt Architekt Sven Martens. Dabei fielen vor allem auf: Die roten Dächer und die großen, langen Höfe. Nach diesem Vorbild wollten die Architekten dort etwas Neues bauen. Zwei Baukörper aus rotem Klinker mit einem roten Dach, das oben abgeschnitten ist: Ein Kopfbau und ein sich daran anschließendes Langhaus.

Variante eins. Visualisierung: Gruppe OMP
Variante eins. Visualisierung: Gruppe OMP

Im vorderen Teil, direkt am Ostfriesland Wanderweg, wäre vor allem Platz für ein Restaurant oder Café mit großer Außenterrasse. Herzstück des Gebäudes wäre dann der Gemeindesaal. Außerdem sollen im ersten und zweiten Obergeschoss verschiedene Wohnungstypen entstehen: Von der Single- bis zur Drei-Personen-Wohnung.

Vorschlag 2:

Auch PZWO in Oldenburg setzt auf roten Klinker, sogar im Dach. Das Gebäude selbst ist ein Riegelbau mit Spitzdach. Außergewöhnlich ist dagegen die Fassade. Versetzte, unterschiedlich große Fenster sollen ebenso ein Blickfang sein wie große Gauben, erklärt Jan Yoshio Kawasaki. „Die Gauben ermöglichen einen Panoramablick auf den Dorfplatz in Hesel.“ Die Gastronomie, ebenfalls mit Terrasse, soll sich über zwei Etagen erstrecken, mit Sitzplätzen im Erdgeschoss und einer Galerie.

Variante zwei. Visualisierung: PZWO
Variante zwei. Visualisierung: PZWO

Restaurant oder Café sollen später mit dem Gemeinschaftsraum zusammenarbeiten können, aber nicht müssen. Eine Besonderheit bei der Wohnungsplanung: Einige Maisonette-Wohnungen erstrecken sich über mehrere Etagen. Außerdem wurden barrierefreie Wohneinheiten im Erdgeschoss vorgesehen.

Vorschlag 3:

Das Architekturbüro Eden aus Leer stellt sich zwei Gebäudeteile vor, die durch einen Laubengang an der Dorfplatz abgewandten Seite miteinander verbunden sind. Das erläutert Architekt Dirk Terfehr. Laubengänge seien wieder gefragt. Bei den Gebäuden in Hesel sollen sie zudem begrünt werden. So wolle man möglichst viel Wohnraum und Privatsphäre schaffen.

Variante drei. Visualisierung: Eden Architekten
Variante drei. Visualisierung: Eden Architekten

Der vordere Teil der Klinkerbauten besteht auf der Seite zum Wanderweg aus einer leicht versetzten Dreierreihe – mit drei Spitzdächern. Der hintere Gebäudeteil ist dagegen langgestreckt und ebenfalls versetzt. Auch auf diese Weise wollte man die Struktur möglichst auflockern. Am Wanderweg könnte wieder Gastronomie Platz finden, daneben der Gemeindesaal.

Das Fazit von Politik und Verwaltung

Direkt im Anschluss an die Präsentationen, zu denen auch einige Bürger gekommen waren, hatte der Rat der Gemeinde Hesel die Konzepte bewertet. „Alle haben unsere Vorgaben unglaublich gut aufgenommen. Das ist ein hohes Niveau“, sagt Bürgermeister Dählmann. Deshalb seien alle drei Varianten von Politik und Verwaltung ähnlich gut bewertet worden. „Jetzt haben wir Ideen, wie dort ertwas zukunftsfähiges gebaut werden könnte und denken weiter“, sagt Dählmann. Wann eine Bebauung umgesetzt werden könnte, könne er noch nicht sagen. „Aber es war uns wichtig, den Prozess für die Bürger zu öffnen – und sie von Anfang an mitzunehmen.“

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