Großer Aufwand für große Ziele  Auricher Fußballerinnen fliegen ins Türkei-Trainingslager

| | 04.12.2024 14:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Training unter Palmen: Die SpVg Aurich absolviert schon seit einigen Jahren Türkei-Trainingslager im Januar mit den U17-Juniorinnen. Diesen Winter reisen zusätzlich auch die Frauen nach Belek. Archivfoto: Verein
Training unter Palmen: Die SpVg Aurich absolviert schon seit einigen Jahren Türkei-Trainingslager im Januar mit den U17-Juniorinnen. Diesen Winter reisen zusätzlich auch die Frauen nach Belek. Archivfoto: Verein
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Neben den U17-Juniorinnen reisen im Januar diesmal auch die Oberliga-Frauen nach Belek. Das zeigt die Ambitionen des Klubs. Stefan Wilts erklärt, warum ein Regionalliga-Aufstieg so wichtig wäre.

Aurich - Die U17-Juniorinnen der SpVg Aurich fliegen schon seit einigen Jahren im Januar in ein einwöchiges Trainingslager in die Türkei. Diesen Winter „legt“ die SpVg noch einen drauf. Auch die Oberliga-Fußballerinnen werden sich in einem TUI-Magic-Hotel in Belek auf den zweiten Saisonteil vorbereiten – über die Türkei soll es für den Oberliga-Tabellenführer in die Regionalliga gehen.

Die Oberliga-Frauen der SpVg sind noch ungeschlagen, peilen den Regionalliga-Aufstieg an. Foto: Doden/Emden
Die Oberliga-Frauen der SpVg sind noch ungeschlagen, peilen den Regionalliga-Aufstieg an. Foto: Doden/Emden

Die für einen Frauen-Viertligisten besondere Maßnahme unterstreicht die großen Ambitionen der Frauen- und Mädchenfußballteilung der SpVg Aurich. „Wir wollen in die Regionalliga. Das wäre elementar wichtig, um auch große Talente länger an uns zu binden“, sagt Stefan Wilts, der im Januar zum Dauer-Türkei-Gast wird. Er ist bei beiden Teams der Cheftrainer. Mit den B-Juniorinnen bestreitet er vom 10. bis 18. Januar das Trainingslager, mit den Frauen vom 20. bis 27. Januar. „Ich fliege am 18. Januar natürlich nicht mit zurück, sondern bleibe gleich da.“

Jede Spielerin zahlt 300 Euro

Die Trainingslager haben annähernd denselben Preis: 450 Euro pro Person. Rund 300 Euro zahlt jede Spielerin selber. Der Rest wurde über Sponsoren und ein Crowdfunding finanziert. Die B-Juniorinnen und manche junge Spielerin aus dem Frauen-Kader werden offiziell von der Schule befreit. Die anderen Frauen mussten sich bei ihren Arbeitgebern Urlaub nehmen. „Bis auf drei Spielerinnen sind alle aus dem Oberliga-Kader dabei“, sagt Stefan Wilts.

Der Stratege und Macher der stetig gewachsenen Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung der SpVg stieg im Sommer auch zum Frauentrainer auf. Damit untermauerte die SpVg ihre Ambitionen im Frauenfußball. Nach vielen Erfolgen mit der U17 in der Bundesliga soll nun auch das Damenteam den nächsten Schritt gehen – Richtung Regionalliga.

Bald gegen St. Pauli und Holstein Kiel?

„Wir merken das in vielen Gesprächen, dass es für Talente bei der Perspektive nach der U17 einen Unterschied macht, ob sie dann in der Oberliga oder aber schon in der Regionalliga spielen könnten. Das würde einiges erleichtern.“

Stefan Wilts trainiert sowohl die U17 als auch die Frauen. Foto: Doden/Emden
Stefan Wilts trainiert sowohl die U17 als auch die Frauen. Foto: Doden/Emden

Die Regionalliga ist im Frauen-Ligasystem immerhin die dritthöchste Spielklasse in Deutschland. Nach der eingleisigen 1. Bundesliga und der eingleisigen 2. Bundesliga kommt schon die Regionalliga, die auf fünf Staffeln aufgeteilt ist. In der Nord-Staffel spielen Klubs aus den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Eine interessante, sportlich und logistisch aber auch herausfordernde Liga mit teils klangvollen Namen wie FC St. Pauli, Hannover 96, Holstein Kiel oder VfL Wolfsburg II. „Natürlich ist das nochmal ein anderes Niveau, an das man sich gewöhnen muss. Aber wir trauen uns das zu. In der Sommer-Vorbereitung haben wir ein Testspiel gegen den FC St. Pauli 1:2 verloren, das Team ist derzeit Vierter“, sagt Stefan Wilts.

Alles-oder-Nichts-Spiel naht

Aufgestiegen ist Aurich natürlich noch nicht. In der Oberliga Niedersachsen (Staffel West) führt die SpVg die Tabelle zur Winterpause aber souverän an, hat 34 von 36 möglichen Punkten gesammelt und ist noch ungeschlagen. Vor den letzten zehn Spielen im kommenden Jahr beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger sieben Punkte. Der ist auch ein Ostfriese, der SV TiMoNo. Wie auch die SpVg stand TiMoNo in den vergangenen Jahren schon einmal vor dem Regionalliga-Aufstieg, wurde Meister und verlor dann das Aufstiegsspiel gegen den Meister der Ost-Staffel.

Dieses Spiel um die Niedersachsenmeisterschaft gibt es weiterhin. Wenn die SpVg Aurich also aufsteigen will, muss sie also erst Staffelmeister werden und dann in einem Alles-oder-Nichts-Spiel in Barsinghausen gegen den Ostmeister gewinnen. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der SV Hastenbeck sein. Unter Umständen bekommt der Verlierer des Spiels noch eine weitere Chance, auch aufzusteigen. Das hängt aber von vielen Faktoren ab.

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