Osnabrück  Bei Lauterbachs RKI-Gebaren geht es um mehr als um Corona: Es geht um Täuschung

Lucas Wiegelmann
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Von Lucas Wiegelmann
| 28.11.2024 12:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hält sich mit Selbstkritik vornehm zurück: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Foto: dpa/Michael Kappeler
Hält sich mit Selbstkritik vornehm zurück: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Foto: dpa/Michael Kappeler
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Laut Medienberichten hat Karl Lauterbach im Februar 2022 eine gemäßigtere Corona-Risikobewertung des RKI aus politischen Gründen gestoppt. Das ist eine Katastrophe für die Glaubwürdigkeit nicht nur des SPD-Politikers.

Wenn es nur darum ginge, wer damals Recht gehabt hat und wer nicht, dann wäre die Sache nicht so empörend.

Ja, das Team Vorsicht mit dem SPD-Politiker Karl Lauterbach an der Spitze gab in der Zeit der Pandemie in Deutschland unangefochten den Ton an, während das Team Freiheit vielfach verächtlich gemacht wurde. Heute ist klar, dass viele Bedenken zu Grundrechtseinschränkungen, Schulschließungen, Masken-Management und so weiter mehr als berechtigt waren: Kritiker der Corona-Maßnahmen können sich also bestätigt fühlen, während die Verantwortlichen der Pandemie-Politik allen Anlass haben zu nachgeholter Selbstkritik. 

Dass Karl Lauterbach in dieser Hinsicht schon seit Monaten keinerlei Anstalten macht, ist enttäuschend, keine Frage.

Bei den neuen Berichten über Lauterbachs Gebaren gegenüber dem Robert-Koch-Institut (RKI) geht es aber um mehr, oder genauer gesagt um etwas ganz anderes: nicht darum, wer eine unbestreitbare Ausnahmesituation vor einigen Jahren wie eingeschätzt hat und warum, sondern schlicht darum, ob jemand ehrlich war zu den Menschen, Corona hin oder her. Lauterbach, so muss man die neue Nachrichtenlage zusammenfassen, war es jedenfalls nicht.

Dass er sich im Februar 2022 aus politischen Erwägungen über die Gefahreneinschätzung des RKI hinwegsetzte, ist eine Katastrophe für die Glaubwürdigkeit von Politik und staatlichem Handeln ingesamt. Weil gerade Lauterbach es ja war, der stets die Wucht der Wissenschaft, die vermeintliche Unangreifbarkeit überparteilicher Forschung für seine Entscheidungen in Anspruch nahm. 

Seine ewigen Verweise auf Expertisen des RKI, gerade auch im fraglichen Februar 2022, haben die deutsche Öffentlichkeit über die wahren Machtverhältnisse getäuscht: In Lauterbachs persönlicher Hierarchie der Wahrheiten war im Zweifelsfall offensichtlich eben nicht die Wissenschaft die letzte Instanz. Sondern er selbst.

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