Frankfurt  AfD-Strategie bei Wahl im Osten: Studie entlarvt TikTok-Taktiken

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 19.11.2024 16:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die AfD ist bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland auf der Social-Media-Plattform TikTok aktiv. Foto: IMAGO/Guido Schiefer
Die AfD ist bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland auf der Social-Media-Plattform TikTok aktiv. Foto: IMAGO/Guido Schiefer
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Die AfD greift im Osten auf provokante, rechte Inhalte zurück. Eine aktuelle Studie legt offen, wie die Online-Strategie der Partei auf überraschende Weise Nutzer auf TikTok erreicht.

TikTok ist eine Social-Media-Plattform, die vor allem von jungen Leuten genutzt wird, doch genau dort sprach die AfD im Landtagswahlkampf im Osten eher die ältere Generation an. Das ist eine überraschende Erkenntnis einer aktuellen Studie der Otto-Brenner-Stiftung zur Strategie der Partei im Online-Wahlkampf in Thüringen, Sachsen und Brandenburg.

Zu AfD-Accounts auf TikTok während der Landtagswahlen bemerkt die Studie einen „auffallenden Amateurismus“. Lediglich in Brandenburg hätten einzelne Kandidaten versucht, sich als politische Influencer zu inszenieren, stellt Harald Sick als Co-Autor der Studie in einer Mitteilung fest.

Während die AfD in Brandenburg beträchtliche Ressourcen in den digitalen Wahlkampf investierte, blieb das Engagement in Sachsen begrenzt, ist eine weitere Erkenntnis der Studie. In Thüringen seien Social-Media-Inhalte überwiegend auf den Spitzenkandidaten Björn Höcke zugeschnitten gewesen, etwa durch Bilder zum Teilen, sogenannte Share-Pics.

Die Junge Alternative (JA) spielte laut der Studie eine bedeutende Rolle als „Provokationsmotor“, insbesondere durch rassistische und migrationsfeindliche Inhalte. Diese Strategie habe für mediale Aufmerksamkeit gesorgt und zur Mobilisierung beigetragen. Rechter Content sei oft durch KI-generierte Memes und Songs verstärkt worden, die Migration kriminalisierten und die AfD als „Stimme des Volkes“ darstellten.

In Thüringen und Brandenburg habe die JA eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung des rechten Bewegungssektors übernommen, während in Sachsen die Konkurrenz durch die „Freien Sachsen“ die AfD schwächte.

Michael Schmidt, einer der Studienautoren, hebt hervor, dass die Unterstützung durch rechte Akteure den Wahlkämpfen der AfD einen deutlichen Auftrieb gab, etwa durch Livestreams auf Youtube.

Angesicht der Studienergebnisse mahnt der Geschäftsführer der Otto-Brenner-Stiftung, Jupp Legrand, einen kritischen Umgang mit den Social-Media-Aktivitäten der AfD an. Eine unkritische Berichterstattung könne dazu führen, dass die rassistischen Positionen der Partei medial verstärkt werden.

Die Studie stellt fest, dass die AfD im Osten Deutschlands nicht die „Social-Media-Partei“ sei, als die sie häufig dargestellt werde. Es sei wichtig, die Gefahren des rechtsextremen Medienkosmos ernst zu nehmen, ohne die Fähigkeiten der AfD zu überschätzen.

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