Nachruf Trauer um DJ Wilfried Heidergott aus Rhauderfehn
Der beliebte DJ Wilfried Heidergott, liebevoll „Willi“ genannt, ist am 5. November 2024 im Alter von 79 Jahren verstorben. Bis zuletzt brachte er mit seiner Musik Freude in die Herzen vieler Menschen.
Rhauderfehn - Der Rhauderfehner DJ Wilfried Heidergott ist am 5. November 2024 gestorben. Bis kurz vor seinem Tod hat Willi, wie er meist genannt wurde, noch auf verschiedenen Anlässen für Stimmung gesorgt. Mitte September war er noch auf dem Ausflugsschiff Warsteiner Admiral am Mischpult.
„Neben seiner Arbeit war die Musik seine große Leidenschaft. Schlagermusik und Hits aus allen Jahrzehnten erfüllten sein Leben. Für ihn war Musik der Schlüssel zu Lebensfreude, und es gab wohl kaum einen Menschen, der die Bedeutung eines guten, fröhlichen Festes so sehr verstand wie er“, schreibt Reiner Brinkmann von der Germania Schifffahrtsgesellschaft.
Musik verband ihn mit vielen Leuten
Die Musik war etwas, was Heidergott mit vielen Menschen im Oberledingerland und der ganzen Region verband. „Er war immer sehr hilfsbereit“, sagt sein DJ-Kollege Gerold Pruin – und Heidergott sei der vermutlich älteste DJ Ostfrieslands gewesen. Das habe er auch immer in seinen Moderationen mit flotten Sprüchen auf die Schippe genommen. „Ich bin hier, weil meine Eltern keine Zeit haben“, nennt Pruin einen seiner Sprüche. Auch bei Vereinen war Heidergott beliebt.
Freund der Feuerwehr
Dazu zählt die Freiwillige Feuerwehr Westrhauderfehn. „Ich bin seit 1993 Mitglied in der Feuerwehr und kenne keinen anderen, der für uns Musik gemacht hat“, sagt Westrhauderfehns Ortsbrandmeister Bernd Haskamp. Er habe bei den jährlichen Feuerwehrfesten kostenlos Musik gemacht, um sich für die ehrenamtliche Arbeit zu revanchieren. „Er war cool drauf und kam auch bei den jungen Leuten gut an“, sagt Haskamp. Er sei aber nicht nur zum Musik machen gekommen, auch oft, um sich zu informieren. „Er hat sich immer für unsere Arbeit interessiert. Ein toller Mensch“
Aktiv war er auch beim Schützenverein Flachsmeer. Im Sommer 2012 wurde er Schützenkönig und regierte gemeinsam mit seiner Frau Erika ein Jahr lang die Flachsmeerer Schützen.
Der Erfolg wurde mit 300 Besuchern bei der Schützen-Sommer-Fete bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. 1974 war er auch schon in Glansdorf Schützenkönig. Bei den Vereinen darf der KdV Lila-Blau nicht vergessen werden.
Zeremonienmeister beim KdV Lila Blau
Lange Jahre war er dort bei den Galaabenden, die an Rosenmontag mehrere Hundert Besucher lockten, Zeremonienmeister. „Wir waren seit 1984 im Verein“, sagt seine Tochter Andrea Heidergott-Spieker. Sie ist auch die Frau des Vorsitzenden Sven Spieker. Der Grund für den Eintritt war, dass ihr Bruder zum Kinderprinzen wurde. Einen legendären Auftritt hatte Wilfried Heidergott Mitte der 1980er Jahre. „Da fehlte das Tanzpaar“, erinnert sich Andrea Heidergott-Spieker. Gemeinsam mit Volkea Ibelings sei ihr Vater dann eingesprungen und sorgte in Frauenkleidung für Lacher.
Auf die Warsteiner Admiral kam Heidergott aber nicht nur, um für Stimmung zu sorgen. Dort hat er auch als Maler hinter den Kulissen mitgewirkt. Reiner Brinkmann, Geschäftsführer der Germania Schifffahrt schreibt: „Mit großem Bedauern nehmen wir Abschied von Willi Heidergott, einem langjährigen und unvergessenen Freund und Mitarbeiter, der in den vergangenen Jahrzehnten mit seiner Arbeit und seinem Wesen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Willi war als Betriebsmaler ein wahrer Meister seines Fachs. Mit unermüdlichem Einsatz und einer Leidenschaft für Detailtreue sorgte er stets dafür, dass unsere Schiffe und Anlagen in einem makellosen Zustand erstrahlten. Kein Winkel war ihm zu entlegen, kein Auftrag zu groß oder zu klein. Willi hatte immer alles im Blick – und das in einer Gründlichkeit, die ihresgleichen suchte. Er wusste, dass gute Arbeit nur dann gelingt, wenn man sich voll und ganz auf das Handwerk konzentriert. Dabei war er ein Mann, der sich nicht gerne reinreden ließ, sondern stets seinen eigenen, hohen Anspruch an sein Tun verfolgte.“
Bleibt mit Humor in Erinnerung
Weiter schreibt er: „Mit seinem Humor, seiner Lebensfreude und seiner ansteckenden positiven Energie hat er unzählige Momente der Freude und des Lachens in den Arbeitsalltag gebracht. Besonders seine Späße und die liebevolle Verrücktheit, mit der er immer wieder überraschte, werden uns immer in Erinnerung bleiben.“
Auch zu Hause war er für seine Familie da. Seine Kinder habe er auch beim Sport unterstützt, sagt Andrea Heidergott-Spieker. „Er war viel mit uns zu Wettkämpfen unterwegs“. Dafür habe er auch auf so manches selbst verzichtet, sagt seine Tochter. Bei dem einen oder anderen Volkslauf sei er auch selbst an den Start gegangen. Fit war er bis in seine letzten Tage ohnehin. Zwei Tage vor seinem Tod ist der 79-Jährige noch mehr als 70 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. „Er hat dafür trainiert, um seine Schwägerin im Marienhafe zu besuchen“, sagt Heidergott-Spieker. Zu der Fahrt ist es nicht mehr gekommen. Er hinterlässt seine Frau Erika, vier Kinder und sieben Enkelkinder.