Freizeit in Uplengen  Parken am Badesee Großsander soll künftig kosten

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 13.11.2024 16:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Aktuell ist es ruhig am Badesee Großsander. Im Sommer tummeln sich dort haufenweise Besucherinnen und Besuchern. Foto: Gemeinde Uplengen/Archiv
Aktuell ist es ruhig am Badesee Großsander. Im Sommer tummeln sich dort haufenweise Besucherinnen und Besuchern. Foto: Gemeinde Uplengen/Archiv
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Am Badesee Großsander soll nächstes Jahr das Eintrittsgeld wegfallen und stattdessen eine Parkgebühr eingeführt werden. Es ist nicht die einzige Änderung für die Saison. Das hat es damit auf sich.

Großsander - Aktuell ist es relativ ruhig am Badesee Großsander in der Gemeinde Uplengen. Das ändert sich spätestens dann, wenn im kommenden Jahr wieder die Badesaison losgeht, die Temperaturen steigen und sich die Sonne öfter zeigt. Bisher wurden für den Besuch des beliebten Ausflugsziels in der Hauptsaison – Anfang Mai bis Ende September – zwei Euro Eintritt fällig.

Die Eintrittskarte konnte an umprogrammierten Parkautomaten gekauft werden. Diese Automaten sollen ab dem kommenden Jahr wieder ihren ursprünglichen Zweck erfüllen – und dafür das Eintrittsgeld entfallen. Dafür hat sich an diesem Dienstag, 12. November 2024, der Tourismusausschuss der Gemeinde ausgesprochen. Wir verraten, was genau geplant ist.

Warum wird es künftig kein Eintrittsgeld mehr am Badesee Großsander geben?

Das liegt an der Verkehrssicherungspflicht. Die Gemeinde Uplengen ist rechtlich dafür verantwortlich, mögliche Gefahren zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, damit nichts passiert. Das ist in einer entsprechenden Beschlussvorlage zu lesen. Für das Jahr 2025 wird nun überprüft, wie diese Verantwortung am Badesee am besten wahrgenommen werden kann, wobei darauf geachtet werde, was zumutbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Verkehrssicherungspflicht könne im kommenden Jahr nur eingehalten werden, wenn unter anderem die aktuelle Gebührensatzung aufgehoben wird – und damit das Eintrittsgeld entfällt. Das erklärt Torsten Stephan, Sachgebietsleiter Beteiligungs- und Projektmanagement sowie Tourismus bei der Gemeinde. Denn: „Wenn jemand Eintritt zahlt, gibt es höhere Ansprüche an die Sicherheit.“ Das könne die Gemeinde mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen aber nicht leisten. Die Benutzungsordnung der Freizeitanlage solle daher entsprechend angepasst werden. Ohne Gebührensatzung könne die Gemeinde den Badesee künftig als Freizeiteinrichtung betreiben, ohne zusätzliche Auflagen wie eine permanente Badeaufsicht, wird in der Beschlussvorlage weiter ausgeführt.

Eine Frau zieht ein Parkticket. Symbolfoto: picture alliance/dpa
Eine Frau zieht ein Parkticket. Symbolfoto: picture alliance/dpa

Warum soll es stattdessen eine Parkgebühr geben?

Anstelle eines Eintrittsgeldes wird vorgeschlagen, eine Parkgebühr für die Nutzung der anliegenden Parkplätze einzuführen. Der Eintritt habe bisher geholfen, die laufenden Wartungs- und Sicherheitsmaßnahmen am Badesee zu finanzieren. Ferner werde den Besuchern eine Möglichkeit gegeben, zur Erhaltung der Anlage beizutragen, heißt es in der Vorlage.

Künftig müssten Besucher, die mit dem Auto kommen, dazu eine Gebühr für die Nutzung der ausgewiesenen Parkplätze zahlen. „Wir möchten außerdem die Leute motivieren, mit dem Rad zu kommen“, sagt Stephan. Zudem bestehe die Hoffnung, dass „nicht mehr überall Fahrzeuge stehen, wo sie nicht stehen sollen“, sagt er. Am Badesee kommt es in der Saison immer wieder zu Verkehrschaos durch Falschparker.

Wie teuer soll das Parken am Badesee Großsander werden?

Das steht noch nicht fest. „Wir haben schon ein wenig gerechnet“, sagt Torsten Stephan. Wie teuer die Parktickets genau sein werden, hängt jedoch von den Investitionskosten ab, die noch ermittelt werden müssen. Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht geht von „moderaten“ Gebühren aus. „Es soll uns kein Geld bringen, sondern die Freizeitanlage erhalten“, betont Torsten Stephan. Genaue Zahlen wird es jedoch erst geben, wenn das neue Konzept fertig ist.

Wie kann dann bezahlt werden?

Die Ausschuss-Mehrheit hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Parkgebühr über die bereits vorhandenen Parkautomaten erhoben werden soll, die momentan für den Verkauf von Eintrittskarten genutzt werden. Dort könne dann mit EC- und Kreditkarte oder mit Bargeld bezahlt werden, sagt Torsten Stephan. „Die Automaten sind erst drei Jahre alt, die können das“, sagt Bürgermeister Heinz Trauernicht. Zu einem späteren Zeitpunkt könne dann geschaut werden, ob das System beispielsweise durch digitale Lösungen wie Zahlung über App erweitert werden könnte.

Wird es keine Überwachung des Badesees Großsander mehr geben?

Doch. Die Gemeinde möchte weiterhin mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zusammenarbeiten. Entsprechende Gespräche müssten aber noch geführt werden.

Was soll sich am Badesee für die Verkehrssicherheit bis 2025 noch tun?

Die Verwaltung wurde neben der Streichung der Gebührensatzung und der Einführung von Parkgebühren beauftragt, potenzielle Gefahrenquellen zu identifizieren und zu protokollieren. Außerdem sollen entsprechende neue Schilder auf mögliche Gefahren, zum Beispiel Bruchkanten, hinweisen. Diese sollen in unmittelbarer Nähe der Gefahrenstellen angebracht und „mit kinderfreundlichen Symbolen“, so die Beschlussvorlage, versehen werden. Zudem könne die Badeinsel nach einer Sicherheitsüberprüfung wieder im See platziert werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Als nächstes wird am 21. November im Verwaltungsausschuss über die Maßnahmen für die Verkehrssicherungspflicht beraten. Dann geht es an die Umsetzung: also die Überprüfung des Sees, die Parkautomaten und die entsprechende Anpassung der Benutzungsordnung des Badesees.

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