Betrieb mit 50 Mitarbeitern  Zweirad Hackmann in Dörpen insolvent – so geht es weiter

Christian Belling
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Von Christian Belling
| 13.11.2024 14:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Erst im Herbst vergangenen Jahres bezog Zweirad Hackmann den neuen Firmensitz an der B70 in Dörpen. Foto: Schulte
Erst im Herbst vergangenen Jahres bezog Zweirad Hackmann den neuen Firmensitz an der B70 in Dörpen. Foto: Schulte
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Erst vor einem Jahr bezog Zweirad Hackmann seinen neuen Firmensitz an der B70 in Dörpen. Jetzt hat das Unternehmen ein Insolvenzantragsverfahren angestrengt. Welche Zukunft hat das Fachgeschäft?

Dörpen - Die kürzlich veröffentlichte Mitteilung des zuständigen Amtsgerichts in Meppen verbreitete sich in Windeseile. Über das Vermögen der Zweirad Hackmann GmbH in Dörpen läuft ein Insolvenzantragsverfahren. Das Unternehmen selbst hatte den Antrag auf Eröffnung des Verfahrens gestellt. Über Ursachen und Perspektiven informiert die Kanzlei des zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellten Rechtsanwalts Frank Kreuznacht aus Meppen. Erst im Herbst vergangenen Jahres bezog das Zweirad-Fachgeschäft von Thomas Hackmann seinen neuen Firmensitz an der B70 in Dörpen. Direkt hinter dem bisherigen Unternehmensstandort setzte Hackmann das große Vorhaben in die Tat um. Insgesamt 10.000 Quadratmeter Nutzfläche bietet der neue Firmensitz, davon 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Ein Café und ein kleines Fahrradmuseum in der Mitte des Geschäftes laden zum Verweilen ein. Das große Lager hält Kapazitäten für rund 10.000 Fahrräder vor – von Kinder- und Rennräder über Mountainbikes bis hin zu E-Bikes und S-Pedelecs. Auch die Werkstatt ist vier- bis fünfmal so groß wie die bisherige. Hackmann wurde zu einem der größten Zweiradhändler im Emsland.

Thomas Hackmann hat durch den Neubau im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Frau Silvia sein Fahrradgeschäft enorm vergrößert. Archivfoto: Roispich
Thomas Hackmann hat durch den Neubau im vergangenen Jahr gemeinsam mit seiner Frau Silvia sein Fahrradgeschäft enorm vergrößert. Archivfoto: Roispich

Doch die Freude über den Einzug währte nicht lange. Die Absatzkrise im Zweiradhandel erfasste auch Hackmann. Das vom Unternehmen selbst stellte am Montag, 11. November, den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzantragsverfahrens. „Das Verfahren wurde durch den Geschäftsführer mit der Zielsetzung eingeleitet, das Unternehmen zu sanieren“, erklärt Rechtsanwalt Alexander Vey von der Kanzlei Kreuznacht.

„Expansion erfolgte in eine Flaute hinein“

Hintergrund ist nach seinen Worten der Einbruch der Zweiradindustrie ab dem Jahr 2023. Schwache Wettbewerbsbedingungen und ein daraus resultierender Umsatz- und Preisrückgang verbunden mit hohen Lagerbeständen habe auch Zweirad Hackmann erfasst. „Die Expansion des Unternehmens erfolgte in eine Flaute hinein“, stellt Vey fest.

Der Rechtsanwalt glaubt gleichwohl an eine Zukunft des Unternehmens, das mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt. „Der erste Eindruck ist positiv. Der Betrieb sieht blitzsauber aus und es weht nicht Wind einer Insolvenz durch die Hallen“, betont Vey. Es gehe nun darum, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und das Fachgeschäft in eine gesicherte Zukunft zu führen. Nach seiner ersten Einschätzung könne eine Sanierung voraussichtlich erfolgreich umgesetzt werden.

Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind gesichert

In einer Mitarbeiterversammlung am Mittwochvormittag informierte Geschäftsführer Thomas Hackmann sowie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Frank Kreuznacht die Mitarbeiter über die aktuelle Situation sowie die Zielsetzungen der Geschäftsleitung. Alle Löhne und Gehälter seien durch die Bundesagentur für Arbeit sichergestellt. Der Geschäftsbetrieb wird Vey zufolge uneingeschränkt fortgeführt. Dieses gelte sowohl für den Verkauf und den Service als auch für den Internethandel. „Auch Herstellergarantien laufen ganz normal weiter“, so der Rechtsanwalt.

Die uneingeschränkte Fortführung des Geschäftsbetriebes werde auch dadurch ermöglicht, dass wichtige Geschäftspartner wie der Einkaufsverband ZEG sowie die Sparkasse Emsland den Restrukturierungsprozess des Unternehmens in dem laufenden Verfahren fördern würden.

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