Berlin  Tag des Mauerfalls: Scholz spricht von "Sieg der Freiheit" – seine Botschaft im Video

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Von afp
| 09.11.2024 14:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Mutige Bürger hätten im Herbst 1989 den Eisernen Vorhang niedergerissen, sagte Kanzler Olaf Scholz. Foto: dpa/Kay Nietfeld
Mutige Bürger hätten im Herbst 1989 den Eisernen Vorhang niedergerissen, sagte Kanzler Olaf Scholz. Foto: dpa/Kay Nietfeld
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Berlin gedenkt des Falls der Mauer, die Deutschland in Ost und West teilte. Bundeskanzler Olaf Scholz hebt diesen historischen Moment als Beispiel für Mut, Zuversicht und Zusammenhalt hervor. Seine Botschaft im Video.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Mauerfall vor 35 Jahren als „Sieg der Freiheit“ gewürdigt. In einer am Samstag ausgestrahlten Videobotschaft zum 9. November sprach der Kanzler von einer „Freiheitsrevolution“, deren Botschaft heute aktueller denn je sei. Diese laute: „Mut, Zuversicht und Zusammenhalt zahlen sich aus. Gegeneinander erreichen wir nichts, nur zusammen sind wir stark!“

Mutige Bürger hätten im Herbst 1989 den Eisernen Vorhang niedergerissen, sagte der Kanzler. Damit hätten „die friedlichen Revolutionäre“ damals etwas ganz Großes erreicht, „ein geeintes Europa, frei und demokratisch“. Der Tag des Mauerfalls sei „ein Glückstag, für den wir Deutschen bis heute dankbar sind“.

Scholz würdigte die Montagsdemonstranten, die in Leipzig und in vielen weiteren Orten der DDR den Mut hatten, zu rufen: „Wir sind das Volk“ und später dann: „Wir sind ein Volk“. Er verwies auch auf die Beiträge anderer ost- und mitteleuropäischer Staaten zu dem erreichten „großen Umbruch“. Insbesondere Ungarn sei hier ein Vorreiter gewesen.

„Schon im Frühjahr 1989 hatten die Ungarn den Mut, den Stacheldraht durchzuschneiden, ihre Grenzanlagen Richtung Westen abzubauen“, sagte Scholz in seiner noch während seines Aufenthalts zum EU-Gipfel in Budapest aufgenommenen Video-Botschaft weiter. Er erinnerte auch an das damalige „paneuropäische Picknick“, an der dafür kurzzeitig geöffneten, österreichisch-ungarischen Grenze, das viele DDR-Bürgerinnen und Bürger zur Flucht genutzt hatten.

„Wenn wir also dieses Wochenende in Berlin und in ganz Deutschland den Mauerfall feiern, dann feiern wir auch den Beitrag unserer mittel- und osteuropäischen Nachbarn dazu“, sagte Scholz weiter. Er nannte konkret Freiheitsbewegungen auch in Polen, in den baltischen Staaten und der Tschechoslowakei.

„Gerade jetzt, wo die weltpolitische Lage so herausfordernd ist – ob in der Ukraine oder im Nahen Osten, ob in Sachen Klimaschutz oder Wirtschaft – gerade jetzt müssen wir Europäer zusammenhalten“, betonte Scholz. „Unsere gemeinsame Geschichte im Herbst 1989 zeigt uns doch, wie wir unsere Ziele erreichen: Indem wir zusammenstehen – für Frieden und Freiheit, für Sicherheit und Wohlstand, für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Berlin an den Fall der Mauer vor 35 Jahren erinnert. An der Gedenkstätte Bernauer Straße nahm er am Samstag gemeinsam mit weiteren Politikern von Bund und Ländern an der zentralen Gedenkzeremonie teil. Er befestigte ebenso wie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) eine Blume am Mauerdenkmal und berührte anschließend die Wand.

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