Kanzlerkandidat  Ostfrieslands Grüne stehen voll und ganz hinter Habeck

Petra Herterich und Nikola Nording
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Von Petra Herterich und Nikola Nording
| 08.11.2024 18:42 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Küchentisch sitzend verkündete Robert Habeck in einem Video seine Kanzlerkandidatur. Foto: Elias Keilhauer/Robert Habeck/Bündnis 90/Die Grünen/dpa
Am Küchentisch sitzend verkündete Robert Habeck in einem Video seine Kanzlerkandidatur. Foto: Elias Keilhauer/Robert Habeck/Bündnis 90/Die Grünen/dpa
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Große Unterstützung signalisieren Ostfrieslands Grüne für Robert Habeck als Kanzlerkandidaten. Sie sind überzeugt: Er wäre gut für die Region und Ostfrieslands Wirtschaft.

Berlin/Ostfriesland - Am Küchentisch sitzend verkündet Robert Habeck seine Kanzlerkandidatur: „Ich bewerbe mich als Kandidat von den Grünen – für die Menschen in Deutschland“, sagt er zwei Tage nach dem Ampel-Aus in einem Video. „Wenn Sie wollen, auch als Kanzler. Aber das ist nicht meine, das ist Ihre Entscheidung. Nur Sie können das entscheiden.“

In der kommenden Woche möchte der derzeitige Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister beim Parteitag der Grünen in Wiesbaden nominiert werden. Viel Unterstützung für seine Ambitionen aufs Kanzleramt findet Habeck bei Ostfrieslands Grünen-Politikern. „Selbstverständlich stehe ich hinter Robert Habeck. Er stellt das, was uns wichtig ist, nach vorne, nicht sich selbst. Das ist eine große Stärke. Er hat seine Kandidatur gerade auch in der Fraktionssitzung bekanntgegeben und bekam dafür zurecht Standing Ovation“, sagt der Bundestagsabgeordnete Julian Pahlke (Leer).

Janssen-Kucz: „Ostfriesland profitiert als Energiedrehscheibe“

Auch seine Kollegin aus dem Landtag, Meta Janssen-Kucz (Borkum) findet „es wichtig, dass wir als Grüne mit Robert Habeck in den Bundestagswahlkampf gehen“. Habeck habe „gerade für Ostfriesland viel auf den Weg gebracht, insbesondere im Energiebereich, so dass dann Ostfriesland weiter als Energiedrehscheibe profitiert und wir uns weiter zukunftsfähig aufstellen können“, sagt Janssen-Kucz, die auch Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages ist.

Das sieht auch Pahlke so. „Ich glaube, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Wasserstoff für die Region noch wichtiger wird und wir in der Region hier als Erzeuger davon profitieren. Dafür wird sich Habeck einsetzen“, sagt er, und gibt gleichzeitig ein Versprechen ab: „Zudem wird es mit Habeck – und mir – keine Förderung von Gas vor Borkum geben. Das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer muss geschützt werden, ebenso wie der wichtige Wirtschaftsfaktor Tourismus.“

Pahlke: „Mit Habeck gibt es keine Förderung von Gas vor Borkum“

Damit ist klar, auch der Leeraner Pahlke will wieder in den Bundestag: „Ja, ich werde mich bei meinen Kreisverbänden erneut für eine Kandidatur bewerben“, kündigt er an.

Die Vorbereitung für den Wahlkampf laufen bereits in ganz Ostfriesland. „Wir Grüne können kämpfen und werden gemeinsam und geschlossen als Partei für ein gutes zweistelliges Ergebnis den Bundestagswahlkampf bestreiten“, betont Janssen-Kucz. Man sei „auf allen Ebenen bereit für den Wahlkampf“. „Und zwar sowas von“, zeigt sich auch Gila Altmann, Mitglied der Kreistagsfraktion der Grünen in Aurich und von 1998 bis 2002 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium, kämpferisch. Habeck sei der absolut richtige Kandidat für das Kanzleramt, findet sie. „Er hat gezeigt, dass er so einem Amt gewachsen wäre. Er kann die Inhalte, für die er steht, glaubwürdig rüberbringen und er bleibt trotz aller Anfeindungen klar in seiner Position“, so Altmann, die schon seit 1986 Wahlkampf für die Grünen macht.

Altmann: Wollen Söders Prognose toppen

Ihre Erfahrung habe gezeigt, dass „jeder Wahlkampf immer eine Eigendynamik entwickelt“. „Wenn Söder den Grünen maximal 11 Prozent zutraut, wollen wir das natürlich toppen“, sagt sie. Mit einem Kanzlerkandidaten Robert Habeck sei viel möglich.

„Robert Habeck hat bewiesen, dass er Regierungsverantwortung übernehmen kann, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch im Bund. In den vergangenen Jahren hat er als Vizekanzler und Wirtschaftsminister keinen leichten Job gehabt. Damit hat er Regierungserfahrung, das ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig“, sagt Pahlke über den derzeitigen Vize-Kanzler.

Der Start in die „heiße Phase“ des Wahlkampfs könnte schnell kommen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich gesprächsbereit über einen früheren Zeitpunkt der Vertrauensfrage und der folgenden Neuwahl gezeigt.

Mit Material von DPA

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