Illegale Entsorgung  Müll im Hoheellernweg in Leer sorgt weiterhin für Ärger

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 08.11.2024 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am Donnerstag wurde der Holzzaun des ehemaligen Containerstellplatzes am Hoheellernweg entfernt. Foto: Bothe
Am Donnerstag wurde der Holzzaun des ehemaligen Containerstellplatzes am Hoheellernweg entfernt. Foto: Bothe
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Anfang Oktober wurden die Altglas- und Altkleidercontainer am Hoheellernweg abgebaut, weil dort regelmäßig haufenweise Müll illegal entsorgt wurde. Daran hat sich seitdem nicht viel geändert.

Leer - Restmüll, ein Fahrradreifen, alte Heckenscheren, aber auch Säcke voll Klamotten liegen unter den Bäumen am Hoheellernweg in Leer. Bis vor wenigen Wochen standen dort noch Altglas- und Altkleider-Container des Landkreises Leer. Da dort aber immer wieder Sperrmüll und anderer Unrat abgeladen worden war, zog der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises die Reißleine und entfernte die Container. Doch bislang besteht das Problem weiterhin. Ein großer Haufen Müll lag dort bis zu diesem Donnerstag, 7. November 2024, herum. Dann kamen Mitarbeiter der Stadtwerke Leer, um aufzuräumen.

Es stehen zwar keine Altglas- und Altkleidercontainer mehr am Hoheellernweg, Müll wird dort trotzdem illegal abgeladen. Foto: Bothe
Es stehen zwar keine Altglas- und Altkleidercontainer mehr am Hoheellernweg, Müll wird dort trotzdem illegal abgeladen. Foto: Bothe

„Nachdem die Container dort abgebaut worden sind, handelt es sich nunmehr um einen ,ganz normalen Straßenseitenraum‘. Bedeutet: Dafür sind wir als Stadtwerke Leer zuständig“, teilte Stadtwerke-Sprecher Edgar Behrendt auf Anfrage mit. Grundsätzlich sei „wilder Müll“ aber eine Angelegenheit, die zum Aufgabenbereich des Landkreises Leer gehöre. „Diese Aufgabe ist den kreisangehörigen Gemeinden und damit auch uns in Leer vom Landkreis übertragen worden“, so Behrendt. Das Einsammeln und die Abfuhr dieses Mülls im Stadtgebiet gehöre somit zu den Aufgaben der Stadtwerke Leer. „Dabei sind wir immer in enger Abstimmung mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer“, so Behrendt. Er hatte Anfang der Woche betont, dass man den im Hoheellernweg abgeladenen Müll schnellstmöglich abfahren werde.

Suche nach den Müllsündern

Zusätzlich werde man den dort noch existierenden Holzzaun abbauen. Beides wurde an diesem Donnerstag umgesetzt. „Dadurch wird dann künftig nichts mehr daran erinnern, dass es sich um einen ehemaligen Container-Stellplatz handelte“, betont Behrendt. „Wir behalten den Bereich natürlich weiterhin im Blick, gehen Spuren, die auf die Müllsünder hindeuten nach, bitten aber auch um Hinweise.“ Der Sprecher betonte, dass man den Müll auch selbst nach Hinweise zu den Verursachern kontrolliere. „Wenn wir Informationen finden, leiten wir diese an den Landkreis Leer weiter, der Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten kann“, so Behrendt.

Und wie hoch können die Strafen sein? „Wenn Abfälle illegal entsorgt werden, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit oder sogar um eine Straftat“, macht Landkreis-Sprecher Philipp Koenen deutlich. „Je nachdem, ist entweder die untere Abfallbehörde des Landkreises zuständig oder aber die Polizei.“

Strafen von bis zu 100.000 Euro sind möglich

Solche Verstöße können laut Koenen mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. „Die überwiegende Anzahl der Fälle bewegt sich allerdings bezüglich der Bußgeldhöhe im dreistelligen Bereich, manchmal im vierstelligen und nur selten im fünfstelligen Bereich“, erläutert der Sprecher. Stets sei aber auch abzuschätzen, ob bei einem heftigen Vergehen nicht eher ein Straftatbestand gegeben sein könne, der dann an die Staatsanwaltschaft abgegeben werde.

So sah es zuletzt häufiger beim Containerstellplatz am Hoheellernweg aus. Foto: Landkreis Leer
So sah es zuletzt häufiger beim Containerstellplatz am Hoheellernweg aus. Foto: Landkreis Leer

„Wo Container für Altglas und Alttextilien stehen, werden häufig auch andere Abfälle entsorgt“, hatte der Landkreis Ende September mitgeteilt. Besonders schlimm sei es am Standort Hoheellernweg in Leer gewesen. „Dort hat die illegale Müllentsorgung ein Ausmaß angenommen, das für die Nutzer wie für die Anwohner nicht mehr zumutbar ist“, hieß es.

123 Standorte für Altglascontainer gibt es im Kreisgebiet

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Leer zog daraufhin die Konsequenzen und gab diesen Standort zum 1. Oktober auf. Die dort aufgestellten Container für Altglas und Alttextilien wurden abgezogen. Die nächstgelegenen Container im Stadtgebiet stehen bei Multi Süd.

Insgesamt 123 Standorte für Altglascontainer gibt es im Landkreis Leer. „Ein Mitarbeiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebes sieht dort regelmäßig nach dem Rechten und reinigt die Plätze“, hieß es in der Mitteilung. Der Landkreis musste in den vergangenen Jahren feststellen, dass an den Plätzen immer wieder andere Abfälle illegal abgelagert werden, bis zu 120 Tonnen im Jahr. „Es handelt sich dabei um Hausmüll, Kartons, Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und andere Abfälle“, teilte die Kreisverwaltung mit. „Diese müssen dann auf Kosten der Allgemeinheit vom Abfallwirtschaftsbetrieb abgefahren und entsorgt werden.“

50.000 Euro finanzieller Schaden allein bei den Stadtwerken

Bei einer Reinigung des Standortes Hoheellernweg sei im Spätsommer allein eine halbe Tonne illegal abgelagerter Abfälle angefallen. „Sogar Lebensmittel werden dort abgestellt, so dass Ratten angezogen werden. Aus Sicht des Landkreises kann diese Situation nicht länger hingenommen werden“, hieß es. Daher habe man sich entschieden, den Standort aufzugeben.

Im Stadtgebiet wird laut Stadtwerke-Sprecher Edgar Behrendt nicht nur am Hoheellernweg häufig Müll abgeladen. Auch am Osseweg in Richtung Sperrwerk sowie an weiteren Stellplätzen für Container müsse häufig Unrat eingesammelt werden. „Zuletzt lag der dadurch entstandene Schaden, also der Entsorgungsaufwand, bei rund 50.000 Euro im Jahr“, teilt Behrendt mit.

Im Hoheellernweg deutet nun nichts mehr auf die ehemaligen Container hin. Ob das dazu führt, dass der Bereich nicht mehr als illegale Müllkippe genutzt wird, muss sich jetzt zeigen.

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