Autos und Kinder  Ist die Altebeek in Jheringsfehn eine Rennstrecke?

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 07.11.2024 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wird auf der Altebeek in Jheringsfehn zu schnell gefahren? Was kann dagegen getan werden? Um diese Fragen ging es jetzt. Foto: Ortgies
Wird auf der Altebeek in Jheringsfehn zu schnell gefahren? Was kann dagegen getan werden? Um diese Fragen ging es jetzt. Foto: Ortgies
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Der Vorschlag, zusätzlich zu Tempo 30 noch Schwellen oder Blumenkübel auf der Altebeek einzubauen, fand nicht sofort Begeisterung. Handlungsbedarf wurde dennoch gesehen.

Jheringsfehn - Gibt es auf der Altebeek in Jheringsfehn ein Problem mit Autofahrern, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde halten? Dieser Meinung ist zumindest die Moormerländer Wählergemeinschaft. Für sie stellte Tanja Veentjer jetzt den Antrag, zusätzlich zu dem Tempolimit noch Blumenkübel oder Schwellen in die Straße einzubauen, um zu schnelles Fahren einzudämmen.

Über den Vorschlag diskutierte der Ausschuss für öffentliche Sicherheit. Große Begeisterung löste der Antrag nicht aus, obwohl es gegen die Ansicht, das auf der Straße zu schnell gefahren wird, kaum Widerspruch gab. Seit langem wird kritisiert, dass es vor allem rund um die Grundschule durch Elterntaxis morgens und mittags kompliziert wird. Parallel läuft noch die Diskussion um Veränderungen bei den Parkplätzen auf dem Schulgelände im Zuge der Erweiterung.

Auch nachts werde zu schnell gefahren

Doch darum ging es Veentjer mit ihrem Antrag weniger. Sie sieht Gefahren auch zu anderen Tageszeiten, denn den ganzen Tag über werde die Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern missachtet. Die Altebeek bezeichnete sie als „beliebte Verbindung in Richtung Hesel“, die auch im Berufsverkehr genutzt würde. Nachts, so habe sie von Anwohnern gehört, werde ebenfalls sehr schnell gefahren, was die Ruhe störe.

Reicht in Jheringsfehn offenbar nicht aus: Ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer. Foto: Bjrn Wylezich / Fotolia
Reicht in Jheringsfehn offenbar nicht aus: Ein Tempolimit auf 30 Stundenkilometer. Foto: Bjrn Wylezich / Fotolia

Veentjer betonte dennoch, dass die hohe Zahl von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, ihren Ursprung darin habe, dass sie schlicht Angst hätten, die Kinder mit dem Fahrrad fahren zu lassen – wegen der schnellen Autofahrer. Zumindest probeweise könne versucht werden, Blumenkübel aufzustellen oder Schwellen aus Kunststoff anzubringen: „Das ist unkompliziert und kostet nicht viel.“ Solche Maßnahmen seien einfach rückbaubar.

Ganz andere Ansicht aus dem Ort

In die Sitzung war Ortsbürgermeister Johann Hartema (SPD) eingeladen worden, von ihm erwartete Veentjer offenbar Unterstützung. Doch dieser kam zu einer anderen Auffassung. Hartema war vor dem Eintritt in den Ruhestand Polizist in Moormerland und hielt insbesondere Blumenkübel auf der Fahrbahn für keine gute Idee: „Die sind Hindernisse und für Fahrradfahrer und Fußgänger ist das nix.“ Von Bodenschwellen hält er ebenfalls nichts, die würden „mit allen Mitteln“ von Autofahrern umfahren, notfalls über Grünstreifen.

Hartema zweifelte zudem an, dass es sich bei der Altebeek um eine Durchgangsstraße handelte: „Wenn ich nach Hesel will, fahre ich doch gemütlich durch die Rudolfswieke.“ Die Altebeek sei auf der östlichen Seite vor einigen Jahren um einen Meter verbreitert worden und nach Hartemas Meinung fing damit „das Elend an“. Es seien zudem meist die Anwohner selbst, die zu schnell führen. Er sprach sich dafür aus, über den Antrag im Ortsrat zu sprechen, dafür bat er die Verwaltung um Daten aus einer Verkehrszählung.

Weitere Zählung nötig?

Die Gemeinde hatte nämlich mehrfach eine mobile Anzeigetafel an der Altebeek aufgehängt, die Autofahrer mit grünem Smiley signalisiert, dass sie Tempo 30 einhalten. Dezernent Timo Pistoor bestätigte, dass diese Anlage auch Daten aufzeichnet. Aus dem Ausschuss kam jedoch die Kritik, dass diese Anzeige in den Ferien gemessen habe und „die Batterie nach ein paar Tagen alle war“, wie Beate Konietzko (Grüne) anmerkte. Laut Pistoor sei eine „verdeckte Ermittlung“ möglich, bei der mit einem unauffälligeren Gerät gemessen werde.

Der Ausschuss für öffentliche Sicherheit verwies den Antrag an den Ortsrat, wenn er dort besprochen worden sei, solle er erneut in den Ausschuss für öffentliche Sicherheit und zusätzlich im Bauausschuss erörtert werden.

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