Abschied von Pfarrgemeinde  Pfarrer Anil Bandi verlässt Barßel

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 03.11.2024 17:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der 42-jährige Priester Anil Bandi verlässt die Pfarrgemeinde St. Ansgar Barßel und wird ab dem 1. Dezember seinen kirchlichen Dienst in der Pfarrgemeinde Sankt Marien in Bevern und Sankt Bartholomäus in Essen antreten. Foto: Passmann
Der 42-jährige Priester Anil Bandi verlässt die Pfarrgemeinde St. Ansgar Barßel und wird ab dem 1. Dezember seinen kirchlichen Dienst in der Pfarrgemeinde Sankt Marien in Bevern und Sankt Bartholomäus in Essen antreten. Foto: Passmann
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Nach elf Jahren in der Pfarrgemeinde St. Ansgar Barßel zieht es den beliebten Priester Anil Bandi in die Pfarrgemeinden Sankt Marien in Bevern und Sankt Bartholomäus in Essen.

Barßel - Seit rund elf Jahren versieht Anil Bandi, Pastor mit dem Titel Pfarrer, in der katholischen Pfarrgemeinde St. Ansgar Barßel sein seelsorgerisches Wirken. Der Barßeler Priester kam 2013 als Kaplan nach Barßel. Doch mit Beginn des Monats Dezember verlässt der in Machilipatnam (Indien) geborene Geistliche den Seemannsort. Er wechselt in die Pfarrgemeinde Sankt Marien in Bevern und Sankt Bartholomäus in Essen mit zusammen rund 4800 Seelen.

In den Gottesdiensten am Wochenende, 2. und 3. November 2024, wurden die Gläubigen über die Versetzung informiert. In der Barßeler Bevölkerung ist der Geistliche sehr beliebt, und es wird bedauert, dass er nun Barßel verlässt. Doch nicht ganz freiwillig. Weihbischof Wilfried Theising (Offizial des Offizialatsbezirks Oldenburg) hat ihn von Barßel abberufen und nach Essen versetzt. „Das ist ein ganz normaler Vorgang, wenn man eine längere Zeit seinen kirchlichen Dienst in einer Gemeinde ausgeübt hat“, so Bandi.

Er gehört zum Bistum Vijayawada im Bundesstaat Andhra Pradesh und nicht zum Bistum Münster und wird auch weiter seiner Heimatgemeinde in Indien angehören. In Essen trifft der Geistliche auf einen Chef, der ihm nicht ganz unbekannt ist. Es ist Michael Borth, der lange Jahre seelsorgerisch in Friesoythe wirkte und dort auch das Amt des Dechanten innehatte.

„Pastor mit dem Titel Pfarrer“

Vor vier Jahren wurde Bandi vom ständigen Vertreter des Bischofs im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta, Bernd Winter, zum „Pastor mit dem Titel Pfarrer“ ernannt. Anil Bandi hat sich in Barßel gut eingelebt. Heute kann der Seelsorger auch schon Plattdeutsch sprechen und verstehen, wie „Moin“ oder „Wi gat die dat“. Nach dem Weggang von Pastor Ludger Becker zur Kirchengemeinde St. Bonifatius Varel im Jahre 2023 übernahm Bandi vorübergehend die Leitung der Pfarrei Barßel. Sein jetziger Chef ist Pfarrer Christian Wölke, der Anfang 2024 von Holdorf nach Barßel wechselte.

Philosophie und Theologie studiert

Gern erzählt Anil seine Vita und warum er Priester geworden ist. „Ich bin in Machilipatnam geboren und habe noch zwei Schwestern und einen Bruder. Nach der Grundschulzeit bin ich dem Priesterseminar beigetreten und habe das Gymnasium besucht. Nach dem Abitur im Jahr 2000 schloss sich ein Masterstudium in Journalismus an. In Pune habe ich Philosophie und Theologie studiert. Nach Abschluss der priesterlichen Studien wurde ich 2007 zum Diakon und ein Jahr später zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe war ich Bischofssekretär.“

In Barßel fühlt er sich wohl

Auch am geselligen Leben in Barßel, wozu auch die Schützenfeste und das Hafenfest gehören, nehme er gern teil. „Ich werde Barßel sicherlich sehr vermissen. Hier fühle ich mich sehr wohl und habe viele nette Leute kennengelernt. Barßel ist nach Indien meine zweite Heimat geworden. Besonders gefällt mir auch die Landschaft“, sagt Bandi. Er ist Präses der Kolpingfamilie Barßel und der Katholischen Landjugendbewegung Harkebrügge. Gerade zu den Jugendlichen hat er engen Kontakt. Er geht ins Fitnessstudio und kommt dort mit vielen Jugendlichen ins Gespräch. „Die Nähe zu Menschen ist mir wichtig. Nicht nur als Pfarrer, sondern auch als Mensch“, erzählt Bandi.

Was ihn in Essen erwartet, weiß er noch nicht. „Es wird ein wenig Zeit und Geduld brauchen, bis ich mich eingelebt und die Menschen kennengelernt habe. Auf jeden Fall werde ich Barßel in sehr guter Erinnerung behalten und auf jeden Fall wieder besuchen“, sagt der Geistliche. Immerhin war Barßel für ihn die erste Gemeinde als Priester.

Es gibt noch keinen Nachfolger

Barßels leitender Pfarrer Christian Wölke bedauert den Weggang seines Amtsbruders. „Es gibt noch keinen Nachfolger, und ich weiß auch nicht, wie es weitergeht. Als einziger Priester wird es nicht so einfach sein, als Seelsorger umfassend zu wirken“, so Wölke.

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