Digitale Welt Schikane im Netz – Cybermobbing treibt Auricher Schulleiter um
Eine aktuelle Studie zeigt: Die Zahl der jungen Menschen, die Opfer von Diffamierung und Schikane im Netz werden, ist erneut gestiegen.
Aurich/Berlin - Eine aktuelle Studie zeigt: Die Zahl der jungen Menschen, die Opfer von Diffamierung und Schikane im Netz werden, ist erneut gestiegen. Schulen und Eltern sind häufig mit dem Problem überfordert. Das bestätigt auch Rüdiger Musolf, Schulleiter des Auricher Gymnasiums Ulricianum. „Grundsätzlich ist das ein schwieriges Problem“, wertet er das Thema Cybermobbing als Herausforderung, der aber nicht nur die Schule gewachsen sein müsse.
Während es im Allgemeinen an der Schule nur sehr wenige schwerwiegende Disziplinarprobleme gebe, sehe es im Digitalbereich anders aus, berichtet der Schulleiter. „Das ist weit verbreitet, betrifft alle Schichten der Gesellschaft und betrifft natürlich auch die Schule, obwohl der Großteil des Cybermobbings in der Regel im privaten Raum, also außerhalb der Schulzeiten stattfindet.“ Dagegen anzugehen sieht Musolf nicht nur die Schule in der Pflicht, ebenso seien Eltern, Geschwister und Freunde gefordert.
Fast jeder Fünfte Schüler von Cybermobbing betroffen
Der Erhebung zufolge sind fast ein Fünftel aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland von Cybermobbing betroffen. Das entspricht mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen, wie aus der „Cyberlife“-Studie hervorgeht. Eine eigene polizeiliche Statistik werde nicht geführt, berichtet Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück. Grundsätzlich gehe es um Taten aus den Deliktbereichen Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung, Bedrohung und Stalking. Bei Jugendlichen in Ostfriesland seien diese Taten auf eher niedrigem Niveau.
Cybermobbing wird Ellermann zufolge immer noch eher selten bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Polizei gehe daher von einer hohen Dunkelziffer aus. Als mögliche Gründe führt Ellermann an: die Unwissenheit bei Jugendlichen und Eltern, dass Cybermobbing zur Anzeige gebracht werden könne, Ängste vor sozialen Konsequenzen und Schamgefühl. Die Polizei appelliere, entsprechende Taten immer zur Anzeige zu bringen, um die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
Medienerziehung soll den Schülern des Ulricianums das nötige Rüstzeug geben, um auch mit den Schattenseiten sozialer Medien umzugehen. „Die ersten Einheiten starten dazu bereits in der Jahrgangsstufe 5“, berichtet Musolf. Zudem bieten in einer freiwilligen Schüler-AG ausgebildete Medienscouts ihren Mitschülern Hilfestellung an, bei Bedarf gemeinsam mit Sozial-Pädagogen. Von Cybermobbing Betroffene könnten sich zudem an jede Lehrkraft wenden.
Mit Material von DPA.