Berlin  Lauterbach Krankenhausreform beschlossen: Darum ist sie besser als ihr Ruf

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 17.10.2024 16:24 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Will die Versorgung verbessern, indem er manche Krankenhäuser schließt: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) musste sich im Bundestag viel Kritik an seiner Krankenhausreform anhören. Foto: Bernd von Jutrczenka
Will die Versorgung verbessern, indem er manche Krankenhäuser schließt: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) musste sich im Bundestag viel Kritik an seiner Krankenhausreform anhören. Foto: Bernd von Jutrczenka
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Die Krankenhausreform von Karl Lauterbach soll die Versorgung sichern – auch auf dem Land. Ohne sie müssten noch mehr Häuser schließen.

Der Zeitpunkt für die Krankenhausreform ist auf den ersten Blick denkbar schlecht. Gerade erst haben die Krankenkassen saftige Erhöhungen der Zusatzbeiträge für das kommende Jahr angekündigt. Mit der Reform wird es künftig weniger als die bisher 1900 Krankenhäuser in Deutschland geben. Man könnte also schlussfolgern, dass man künftig noch mehr zahlt, dafür aber weniger gut versorgt wird. Doch das Gegenteil ist richtig.

Ohne die Reform würden viele Kliniken im ländlichen Raum schließen, die unter steigenden Personal- und Materialkosten, Personalnot und schlechter Auslastung leiden und seit Langem rote Zahlen schreiben. Oder Krankenkassen und Staat müssten noch mehr Milliarden in unrentable Häuser stecken, was die Beiträge noch stärker steigen ließe oder die Haushaltslöcher weiter aufreißen würde. Zu viele Krankenhäuser halten eine Vollversorgung aufrecht, die teuer, aber nicht im Sinne des Patienten ist. Der profitiert bislang von kurzen Wegen, aber nicht von der besten Behandlung.

Die Grund- und Notfallversorgung aufrechtzuerhalten, die ambulante Versorgung zu stärken, für planbare Spezialeingriffe und schwere Erkrankungen aber künftig auf optimal ausgestattete Fachkliniken zu setzen, ist deshalb der richtige Weg.

Das bisherige System der Fallpauschalen hat dazu geführt, dass Krankenhäuser unter Finanzierungsdruck auch Behandlungen durchführten, auf die sie nicht spezialisiert sind, und die häufig gar nicht notwendig sind. Trotzdem sind viele nicht ausgelastet, während Personalkosten aber weiterlaufen – auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler. So kann es nicht bleiben. 

Das sollten auch die Bundesländer einsehen und nicht pauschal behaupten, die Schließung eines Hauses mit Vollversorgung bedeute das Aus für eine ganze Region, in der Menschen sich ohne Krankenhaus nicht mehr ansiedeln würden. Jahrzehnte lang haben die eigentlich zuständigen Bundesländer die überfällige, aber eben auch unpopuläre Reform verschleppt. Auch sie wissen: Ambulante Versorgungszentren und Notfallversorgung in der Nähe für jeden, beste Behandlung für alle in spezialisierten Häusern – das ist ein vernünftiger Weg. 

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