Nachruf  Die Feuerwehr war sein Leben – Trauer um Johann Waten

Nikola Nording
|
Von Nikola Nording
| 17.10.2024 11:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trauer um Johann Waten. Foto: Ortgies/Archiv
Trauer um Johann Waten. Foto: Ortgies/Archiv
Artikel teilen:

Der ehemalige Leeraner Kreisbrandmeister Johann Waten ist gestorben. Ein Nachruf.

Leer - Für seine Feuerwehr ging er buchstäblich durchs Feuer. Der ehemalige Kreisbrandmeister Johann Waten ist am Mittwoch, 16. Oktober 2024, nach schwerer Krankheit gestorben. Der Heseler wurde 55 Jahre alt.

Der Kreisfeuerwehr stand er sechs Jahre vor. 2016 übernahm er das Amt des Kreisbrandmeisters von Theodor de Freese aus Hatshausen. Waten war seit 1985 Mitglied der Heseler Feuerwehr. Von 2005 bis zu seiner Ernennung zum Kreisbrandmeister stand er ihr sogar vor. Ab 2009 war er auf Kreisebene stellvertretender Brandabschnittsleiter Nord. 2022 nahm er die Wiederwahl zum Kreisbrandmeister wegen einer hohen Anzahl Gegenstimmen nicht an.

Einsatz für Respekt

In seiner Zeit als Kreisbrandmeister fand er immer wieder deutliche Worte, wenn seine Einsatzkräfte beleidigt oder attackiert wurden. Sei es beim Feuer oder auch im Internet – der sonst eher ruhige Ostfriese fand dann scharfe und deutliche Worte. „Wir sollten alle dafür sorgen, dass Respekt kein Fremdwort wird. Respektvoll behandelt zu werden ist ein Grundbedürfnis, andere respektvoll zu behandeln die Pflicht eines Jeden“, hatte er zum Beispiel im Sommer 2020 im sozialen Netzwerk Facebook geschrieben, als seine Kameradinnen und Kameraden nach Einsätzen angegangen worden waren. Waten ging bei diesem Thema auf Konfrontation und machte es zu seinem Leitthema: Kritik an der Feuerwehr, ja – respektloses Handeln, nein. Damit wurde er nicht nur zum Fürsprecher der ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Kreis Leer, sondern zum Initialzünder für die „Respekt“-Kampagne, die der Leeraner Landrat Matthias Groote 2020 ins Leben rief.

„Johann Waten war über viele Jahre eine tragende Säule in der Führung unserer Kreisfeuerwehr Leer und prägte als ehemaliger Kreisbrandmeister maßgeblich die Entwicklung und den Zusammenhalt unserer Feuerwehr. Seine langjährige, engagierte Arbeit und sein unermüdlicher Einsatz für den Schutz und die Sicherheit der Bürger werden uns allen in Erinnerung bleiben. Johann war nicht nur ein kompetenter und hochgeschätzter Kamerad, sondern auch ein Mensch, der durch seine Herzlichkeit und Führungsstärke viele von uns inspiriert hat. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in unseren Reihen“, schrieb die Kreisfeuerwehr auf ihrer Facebook-Seite. Zahlreiche Menschen kommentierten den Beitrag, drückten ihre Trauer und seiner Familie ihr Beileid aus.

Begeisterung für Feuerwehr

Johann Waten war bekannt und beliebt, weit über sein Ehrenamt bei den Einsatzkräften hinaus. Dass seine wahre Leidenschaft hauptsächlich der Feuerwehr gehörte, sah man sogar in seiner Inneneinrichtung. 1300 Feuerwehr-Modellautos und unzählige Ärmelaufnäher von Wehren aus den entferntesten Winkeln der Republik zierten die Wände von Watens – wie er es nannte – „Feuerwehrzimmer“. Das zeigte er dieser Zeitung vor einigen Jahren. In einem Gespräch 2017 mit dieser Zeitung verriet der gelernte Großhandelskaufmann, dass er nicht nur Feuerwehr-Artikel sammelt, sondern sich auch für die Geschichte seiner Heimat Hesel interessierte. Auch hier war er Sammler: Zahlreiche alte Postkarten und Fotos trug er zusammen.

Leidenschaftlich interessierte er sich auch für Fußball. 1992 fuhr er sogar mit Freunden zur Europameisterschaft nach Schweden.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, den 5. November 2024, um 15 Uhr im

Gedächtniswald Logabirum statt. Anschließend erfolgt die Urnenbeisetzung.

Ähnliche Artikel