Hallenbad länger dicht  Wiedereröffnung in Hesel erneut verschoben

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 16.10.2024 08:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Seit über einem Jahr ist das Schwimmbad in Hesel schon geschlossen. Die Wiedereröffnung musste nun erneut verschoben werden. Foto: Ortgies/Archiv
Seit über einem Jahr ist das Schwimmbad in Hesel schon geschlossen. Die Wiedereröffnung musste nun erneut verschoben werden. Foto: Ortgies/Archiv
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Bis zur Wiedereröffnung des Hallenbades Hesel dauert es länger. Für den Schwimmverein ist das sehr ärgerlich – trotz Hilfe aus Leer.

Hesel - Seit August 2023 ist das Schwimmbad in Hesel wegen einer umfassenden Sanierung geschlossen. Eigentlich, so war der Plan und so hatte es Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann (SPD) noch im April beim Schwimmverein versichert, sollte es nach den Sommerferien wieder in Betrieb gehen. Doch daraus wurde nichts.

In der vergangenen Woche erfuhr Themann bei einer Baubesprechung, dass nunmehr drei defekte Pumpen dafür sorgen, dass die Wiedereröffnung erneut verschoben werden müsse. „Jetzt fällt es mir schwer, einen neuen Termin zu nennen“, sagt er zerknirscht. Anvisiert sei Januar 2025, vielleicht könne es auch früher sein. Bis zum neuen Schulhalbjahr hätten die Schulen ohnehin noch ohne die Halle in Hesel geplant.

Hilfe kommt aus Leer

Den Schwimmverein habe er ebenfalls informiert, sagt Themann. Außerdem gebe es bereits Kontakt zum Hallenbad Plytje in Leer. Von dort sei die Zusage gekommen, dass die Heseler Sportler das Bad weiterhin nutzen können. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung“, sagt der Bürgermeister. Es gebe da keine Konkurrenzsituation. Die Schwimmer hatten zudem auf Schwimmbäder in Bunde und Weener ausweichen können.

Der Vorsitzende des Schwimmvereins Hesel, Friedrich Mölendörp, war dennoch alles andere als glücklich über die Nachricht, dass es noch länger dauert. Statt für die Zeit ab den Herbstferien einen neuen Plan für das eigene Bad aufzustellen, habe man nun wieder in Leer um Unterstützung bitten müssen. Das habe geklappt, und mit den meisten Zeiten sei man sehr zufrieden. „Die Leitung des Plytje war sehr zuvorkommend“, sagt Mölendörp.

Anfängerkurse stark eingeschränkt

Allerdings sei das Kursbecken, das für Wassergymnastik benötigt werde, in Leer stark ausgebucht. Im eigenen Bad hätte der Schwimmverein jede Woche eine Stunde Wassergymnastik anbieten können – jetzt müssen sich die rund 25 Frauen der Gruppe mit vier Stunden bis Jahresende begnügen. Auch die Zeiten für Anfängerkurse seien eingeschränkt: „Dafür haben wir nun montags eine Stunde auf drei Bahnen und sonnabends zwei Stunden auf einer Bahn“, beschreibt der Vorsitzende die Situation.

Aquafitness und -jogging könnten derzeit gar nicht angeboten werden. Der Schwimmverein habe daher mit Abmeldungen zu kämpfen. Froh ist Mölendörp deshalb, dass die Kollegen vom Leeraner Verein Poseidon für die Heseler zu ihren Trainingszeiten eine Bahn abgeben. „Umgekehrt hatten wir damals, als das Schwimmbad Leer neu gebaut wurde, für Poseidon eine Bahn freigehalten“, sagt Mölendörp. Die Hilfsbereitschaft untereinander sei groß.

Hubboden macht seit Jahren Ärger

Seit Jahren ist das Hallenbad in Hesel immer wieder von Schließungen betroffen gewesen. Der Hubboden, mit dem die Wassertiefe im Becken reguliert wird, ist mehr als 50 Jahre alt und war schon mehrfach repariert worden. Trotzdem hielt er nie lange. Ab 2019 war er dauerhaft auf einer Wassertiefe von 1,2 Meter arretiert gewesen. Die Samtgemeinde Hesel als Eigentümerin prüfte einen Neubau als Alternative, entschied sich dann aber für eine umfassende Sanierung.

Bei der letzten Poolparty vor der Schließung im August 2023 war Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann noch zuversichtlich, dass die Schließung nur knapp ein Jahr dauern würde. Foto: Löschen/Archiv
Bei der letzten Poolparty vor der Schließung im August 2023 war Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann noch zuversichtlich, dass die Schließung nur knapp ein Jahr dauern würde. Foto: Löschen/Archiv

Es war geplant, das Schwimmbecken zu ertüchtigen, die Lüftungsanlagen energieeffizient zu erneuern, die Schwimmbadtechnik zu optimieren und die Wärmeversorgungsanlage sowie die Mess- und Regeltechnik energieeffizient zu erneuern. Das lässt sich die Samtgemeinde insgesamt 1,4 Millionen Euro kosten. Das Land Niedersachsen gibt einen Förderbetrag von 674.863 Euro dazu, vom Landkreis Leer kommen weitere 231.400 Euro.

Großer Ärger über Verzögerungen

Die Sanierung läuft seit den Sommerferien 2023 und sollte ursprünglich im August 2024 abgeschlossen werden. Dann teilte Themann im Juni mit, dass es noch dauern werde. Zu den Gründen ging er damals nicht ins Detail. Er und der Erste Samtgemeinderat Joachim Duin zeigten sich damals schwer verärgert: „Deshalb hat es sehr böse Worte mit dem Planungsbüro gegeben.“ Die Eröffnung war damals auf den Oktober verschoben worden. Schwimmvereinsvorsitzender Mölendörp hofft nun, dass es zum Jahreswechsel klappt: „Man bleibt ja optimistisch.“

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