Berlin Viruslast im Abwasser steigt: Steht uns im Herbst die nächste Corona-Welle bevor?
Trotz leicht sinkender Corona-Fallzahlen meldet das RKI steigende Viruskonzentrationen im Abwasser. Eine Grafik zeigt die Verbreitung der Atemwegserkrankungen in Deutschland, die durch Covid-19, RSV und Influenza verursacht worden sind. Stehen wir vor einer neuen Corona-Welle?
Die Zahl der labordiagnostisch bestätigten Covid-19-Fälle ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen, das zeigt eine Grafik von Statista, die sich auf Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bezieht. Die Krankenhäuser melden wieder mehr Intensivpatienten – ein Déjà-vu zur letzten Herbst-Welle?
Obwohl die Fallzahlen in der 40. Kalenderwoche (KW) 2024 insgesamt stabil sind und die COVID-19-Diagnosen bei schweren Atemwegserkrankungen (SARI) nicht zunehmen, bleibt die Frage: Ist dies nur die Ruhe vor dem Sturm? Die Viruslast im Abwasser, ein Frühindikator für das Infektionsgeschehen, steigt wieder an, wie der Wochenbericht des RKI zeigt.
Seit der 38. Kalenderwoche verzeichnet das Robert-Koch-Institut einen Anstieg der Viruslast im Abwasser, vor allem von der Coronavirusvariante Sars-Cov-2. Auch wenn die gemeldeten Fallzahlen offiziell sinken, könnte das Abwasser ein deutlicheres Bild der wahren Lage liefern. Steigende Viruskonzentrationen weisen darauf hin, dass das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung unterhalb der Meldegrenzen weiter zunimmt. Feiertage und Schulferien verzerren laut RKI die Zahlen. Viele Arztpraxen hatten geschlossen oder es gab weniger Patientenbesuche.
Obwohl diese Daten noch vorläufig sind und durch Nachmeldungen verändert werden könnten, deuten sie auf eine mögliche Verschärfung der COVID-19-Lage in den kommenden Wochen hin, teilt das RKI mit.
Der diesjährige Beginn der Erkältungssaison zeigt, dass Rhinoviren, die die häufigste Ursache für Erkältungen sind, mit 32 Prozent der nachgewiesenen Viren, derzeit die Mehrheit der Atemwegserkrankungen ausmachen. Doch auch SARS-CoV-2 bleibt mit elf Prozent der nachgewiesenen Viren weiterhin präsent. In der Kalenderwoche 39. wurden 9470 Fälle gemeldet.
Der Anteil von COVID-19 unter den Atemwegserkrankungen bleibt konstant. Hinzu kommt die Verbreitung neuer SARS-CoV-2-Varianten, wie XEC, die sich zunehmend durchsetzen. Die aktuellen Corona-Trends ähneln stark denen des Vorjahres, als die Fallzahlen um diese Zeit rasant anstiegen, teilt das RKI mit.
Während COVID-19 dominiert, darf die Belastung durch Influenza und RSV nicht vergessen werden. Neben den bereits bekannten Influenza A- und B-Viren hat das RKI in der Saison 2024/25 erstmals auch das Influenza-C-Virus in die Überwachung aufgenommen. Zwar verursacht dieses Virus vor allem bei Kindern milde Verläufe, doch die mögliche Krankheitslast wird ab dieser Saison systematisch erfasst.
Die Zahl der gemeldeten Influenza-Fälle in der 40. KW zeigt einen leicht steigenden Trend, befindet sich aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Insgesamt wurden 173 laborbestätigte Fälle gemeldet, in der 39. KW waren es noch 156 Fälle.
Auch die Fallzahlen von RSV-Infektionen sind in der 40. KW auf einem niedrigen Niveau geblieben. Lediglich 24 laborbestätigte Fälle wurden gemeldet, wohingegen es in der 39. KW noch 56 Fälle waren.
Trotz eines Rückgangs der gemeldeten COVID-19-Fälle in der 40. KW (7708 Fälle, im Vergleich zu 9470 Fällen in der 39. KW), bleibt die Hospitalisierungsrate hoch. 27 Prozent der gemeldeten Fälle mussten ins Krankenhaus eingewiesen werden. Von den 21 gemeldeten Todesfällen mit einer SARS-CoV-2-Infektion waren 90 Prozent der Verstorbenen 60 Jahre oder älter.