Berlin  Villa in Kalifornien? Die Grüne Franziska Brantner schlägt zurück

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 12.10.2024 12:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sie hat gar keine Villa in Kalifornien: Franziska Brantner. Foto: Anna Ross/dpa
Sie hat gar keine Villa in Kalifornien: Franziska Brantner. Foto: Anna Ross/dpa
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Haben Sie auch schon von der Villa mit Pool gehört, die sich die designierte Grünen-Chefin Franziska Brantner in Kalifornien zugelegt haben soll? Dann sollten sie wissen, was wirklich dahintersteckt.

Kaum hatte die Grünen-Politikerin Franziska Brantner erklärt, dass sie für den Grünen-Vorsitz kandidiert, wurde in den sozialen Netzwerken millionenfach ein Foto von einer Prunk-Villa in Kalifornien verbreitet, die sich die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Habeck-Ministerium gerade zugelegt haben soll. Schon die Luftbildaufnahme in dem KI-generierten Video mit Brantner ließ erahnen, dass es sich hier um eine mehrere Millionen teure Anlage handelt.

Und das setzte sogleich die erwartbare Empörung in Gang: Da sieht man’s wieder. Wasser predigen, Wein trinken. Typisch Grüne! Es hagelt regelmäßig Shitstorms, wenn Ex-Parteichefin Ricarda Lang im Zug aus einem Wegwerfbecher ihren Kaffee trinkt oder sich irgendwo ein Grüner einem Würstchenstand nähert. Doch dies hatte nochmal eine andere Qualität. Brantner selbst sah sich genötigt, die Sache klarzustellen: Nein, sie hat keine Villa in Kalifornien. Alles frei erfunden.

Die Nachrichtenagentur dpa machte sich verdient, indem sie der Sache besonders gründlich auf den Grund ging – und sogar vor Ort den Besitzer ausfindig machte, der von der deutschen Franziska Brantner noch nie etwas gehört hatte. Sie selbst drehte außerdem ein Video, in dem sie mit einem Cocktail in der Hand erklärt: „Ich sitze an meinem Pool in Kalifornien und ich zeige euch mal, wie russische Bot-Netzwerke funktionieren.“ Respekt, das hatte was! 

Helfen solche Gegenmaßnahmen? Mit Sicherheit. Aber: Etwas bleibt immer hängen, so ist wohl auch das Kalkül der ominösen Absender solcher gezielten Desinformationskampagnen. Brantner? Das war doch die mit der Villa, wird bei manchem hängenbleiben. Denn oftmals findet die falsche Nachricht selbst eine größere Verbreitung als die spätere Korrektur. Das Beispiel der Grünen-Frau dürfte nur ein Vorgeschmack auf das sein, was im Bundestagswahljahr bevorsteht. Wenn Sie also demnächst Olaf Scholz mit Rolex, Champagner und Armani-Anzug auf „seiner“ Dachterrasse in Manhattan in ihrer Timeline erblicken sollten – seien Sie gewarnt. 

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