Saterland Friesoyther Organist spielt Orgel im Petersdom
Der Musiklehrer Martin Kirchberg besuchte mit dem Ramsloher Laurentius-Siemer-Gymnasium Rom. Bei der Heiligen Messe in der päpstlichen Basilika kam ihm eine besondere Aufgabe zu.
Friesoythe/Saterland - Martin Kirchberg hat etwas erlebt, das „einmalig“ ist und ihm „ewig in Erinnerung bleiben“ wird. Der Friesoyther Organist durfte im Petersdom im Vatikan Orgel spielen. Der 54-Jährige unterrichtet Musik am Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) und begleitete die Schülerinnen und Schüler auf ihrer Romreise zum 20-jährigen Bestehen des Ramsloher Gymnasiums. Dass die rund 500 Reisenden neben dem Treffen mit Papst Franziskus auch eine Heilige Messe im Petersdom feiern konnten, hatte Reiseveranstalter Hans Höffmann organisieren können, erzählt Kirchberg.
Religionslehrerin Maria Scheele habe den Gottesdienst vorbereitet. Dieser musste im Vatikan jedoch erst abgenommen werden, berichtet Kirchberg. Monate vorher hatten sie die Texte und Lieder daher schon eingereicht, erst eine Woche vor Abfahrt „gab es grünes Licht aus Rom“, schildert der Lehrer. Damit war klar, dass der 54-Jährige, der neben Orgel auch Klavier und Querflöte spielt, an dem großen Pfeifeninstrument in der päpstlichen Basilika würde Platz nehmen dürfen. Die Orgel verfügt über vier Manuale und 80 Register, schwärmt der Musiker. Zum Vergleich: Die große Sauer-Orgel in der Friesoyther St.-Marien-Kirche habe drei Manuale und 46 Register. Normalerweise spielt Kirchberg als Vertretung in den Kirchen des Stadtgebiets.
Zum Bass der Orgel gesellte sich Brummen eines Presslufthammers
20 Minuten vor Beginn der Messe wurde ihm ein goldener Schlüssel mit einem Anhänger, auf dem „Organa Cattedra“ steht, überreicht, erinnert sich Kirchberg. Es sei also nicht viel Zeit geblieben, sich mit der Orgel im Petersdom vertraut zu machen. „Das war schon aufregend“, blickt der Friesoyther zurück. Obwohl sich verschiedene Orgeln ähneln würden und bei allen Register zu drücken sind, gebe es eben auch Unterschiede. Er hatte mehr Sorge, das Instrument nicht an- oder ausgeschaltet zu bekommen, als darauf zu spielen, erzählt der 54-Jährige lachend. Am Ende sei aber alles problemlos abgelaufen.
Während die gesamte Schulgemeinschaft, einheitlich gekleidet in hellblauen T-Shirts, mit Bruder Thomas Gabriel Brogl die Heilige Messe feierte, sei der Petersdom, in dem Platz für 20.000 Menschen ist, auch für Besucher geöffnet gewesen. So war es sehr unruhig um sie herum, berichtet Kirchberg. Außerdem waren zu der Zeit Renovierungsarbeiten im Gange, die auch für die Messe nicht pausieren sollten, mussten die Gäste aus dem Saterland feststellen. Also „gesellte sich zu den Basstönen der Orgel hin und wieder auch das Brummen eines Presslufthammers“ – oder die hohen Töne wurden durch eine Flex verstärkt, schildert der Musiklehrer.
Nach 42 Jahren Orgelspielen wird Martin Kirchberg dieses Mal nie vergessen
Der Baulärm konnte sein Erlebnis aber keineswegs schmälern. „Als Organist und als Katholik war das ein bewegender Moment“, sagt Kirchberg überglücklich. Er spiele bereits seit 42 Jahren Orgel, werde dieses besondere Mal aber nie vergessen können. Nach fünf Liedern, dem Zwischenspiel während der Kommunion sowie dem Ein- und Auszug war dann nach „Möge die Straße“ Schluss. Er habe danach viel Zuspruch erhalten, erzählt der Friesoyther. Auf seine WhatsApp-Story habe es viele Daumen hoch gegeben, auch Eltern und Schüler hätten sich mit ihm gefreut.
Zurück in der Heimat sei sein erster Einsatz als Organist in der St.-Josef-Kirche in Kampe gewesen. „Nicht zu vergleichen“ sind der maximal 180 Personen fassende Backsteinbau und die prunkvolle vatikanische Basilika, berichtet Kirchberg. Aber das Gastspiel in einer der größten und bedeutendsten Kirchen der Welt habe ihn nicht zu sehr verwöhnt, lacht der 54-Jährige. Er wolle auch weiterhin in Friesoythe aus „Spaß an der Freude“ Orgel spielen.