Fußball-A-Klasse  Westoverledingens Trainer sammelt „tolle Erfahrung“ im Tor

Marco Reemts
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Von Marco Reemts
| 08.10.2024 16:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Westoverledingens Trainer Ralf Hillmer – eigentlich Feldspieler – stand am Sonntag zum ersten Mal im Tor. Foto: Reemts
Westoverledingens Trainer Ralf Hillmer – eigentlich Feldspieler – stand am Sonntag zum ersten Mal im Tor. Foto: Reemts
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Ralf Hillmer, der eigentlich bei der SG WOL für das Toreschießen zuständig ist, hütete am Sonntag in der Not den Kasten. So erlebte der 39-jährige Trainer das besondere Debüt.

Westoverledingen - In der Fußball-Ostfrieslandklasse A, Staffel I, feierte Ralf Hillmer ein besonders Debüt. Der 39-Jährige stand beim 4:1-Sieg der SG Westoverledingen beim SV Nortmoor erstmals in seiner Karriere bei einem Pflichtspiel im Tor. Für Hillmer war es bereits der vierte Posten, den er in dieser Saison bekleidete.

„Ich habe eigentlich alle Positionen durchgespielt und war sogar mal Libero, als es diese Position noch gab. Eigentlich bin ich aber Stürmer, und im Tor war ich noch nie“, sagt Ralf Hillmer, der als spielender Co-Trainer unter Wolfgang Behrends in die Saison ging. Nach einigen Einsätzen auf dem Feld übernahm Hilmer zusammen mit Andre Hessenius nach der Trennung von Behrends interimsweise bis zur Winterpause den Trainerposten. Nun ging es in Nortmoor erstmals zwischen die Pfosten.

Hillmers Angst bei Abstößen

Torwart Nico Stratmann sah kurz vor der Halbzeitpause beim Stand von 2:1 für die SG Westoverledingen eine diskutable Rote Karte wegen einer vermeintlichen Notbremse. „Wir haben mit Nico und Torben Bunger zwei gleichberechtigte Torwarte, die sich selbst abstimmen. Ausgerechnet am Sonntag war Torben zusammen mit meinem Trainerpartner im Urlaub. Da habe ich dann unseren zweifachen Torschützen Florian Neumann ausgewechselt und bin selbst ins Tor gegangen“, sagt Hillmer. Der Freistoß für Nortmoor brachte nichts ein, und im Gegenzug gelang Timo Ehrlich das 1:3.

Nach der Pause wurde Hillmer vom verletzten zweiten Mannschaftskapitän Matthias Collmann, der nach einer Bandscheiben-Operation als Zuschauer mit dabei war, an der Seitenlinie vertreten. „Es war schon gut, einen Ansprechpartner an der Seite zu haben, der sich dann auch um die Auswechslungen gekümmert hat. Als Trainer war es für mich auch eine tolle Erfahrung, das Spiel aus der Sicht des Torwarts zu sehen. Da fällt dann doch mehr auf, als wenn man vorne spielt“, so Hillmer. Selbst wurde dem Interimstrainer in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten aber ein wenig kalt. In kurzen Hosen und im Trikot von Stratmann, dessen Handschuhe Hillmer auch noch eine Nummer zu groß waren, gab es trotz der Unterzahl nur wenig zu tun. „Ich konnte mich ja nicht richtig warm machen und hatte bei den Abschlägen schon etwas Angst. Zwischendurch bin ich etwas gelaufen. Dass es so gekommen ist, ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft, die toll verteidigt hat“, so Hillmer.

Gallimarkt statt Training

Nach dem 1:4 von Fabian Wendt spielte seine Mannschaft den Vorsprung souverän ins Ziel. Ein weiteres Mal möchte Ralf Hillmer aber nicht ins Tor. „Ich habe ja noch eine weiße Weste, und die möchte ich auch behalten. Falls es nochmal soweit kommt, kann gerne jemand anderes ins Tor gehen, und beim nächsten Spiel ist Torben Bunger auch wieder dabei. Die Handschuhe muss unser Torwart Nico Stratmann aber auf jeden Fall behalten bis ich aufhöre. Dann möchte ich sie mir an den Nagel hängen“, so Hillmer.

Am kommenden Freitag lässt Westoverledingens Trainer dann die Einheit ausfallen lassen. Stattdessen geht es nach einem gemeinsamen Essen zum Gallimarkt. „Da müssen wir uns dann mit einem Sieg im Rücken keine Sprüche anhören, und das hatten wir auch auf dem Zettel. Insgesamt war das als Torwart ein ruhiger Nachmittag und ein gelungener Sonntag.“

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