Nachruf  Zum Tod von Hedwig Ahrens

Lambert Brand
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Von Lambert Brand
| 08.10.2024 13:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ihrer Heimat und der plattdeutschen Sprache sehr verbunden war Hedwig Ahrens. Foto: Sammlung Familie Ahrens
Ihrer Heimat und der plattdeutschen Sprache sehr verbunden war Hedwig Ahrens. Foto: Sammlung Familie Ahrens
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Familie, Freunde und Weggefährten im Emsland trauern um Hedwig Ahrens. Die NDR-Radiokorrespondentin aus Sögel verstarb im Alter von nur 61 Jahren.

Emsland - Bis vor wenigen Monaten war sie noch als „Stimme aus dem Emsland und der Grafschaft“ präsent: Hedwig Ahrens, NDR1-Redakteurin und Leiterin des Korrespondentenbüros Emsland in Lingen. Die 61-Jährige aus Sögel verstarb am vergangenen Donnerstag, 3. Oktober 2024, infolge einer schweren Erkrankung. Sie hinterlässt ihren Ehemann Wilhelm und die Kinder Hermann und Frieda.

Hedwig Ahrens wuchs auf einem Bauernhof in der Hümmlinggemeinde Werpeloh auf. Als „Elsken Hedwig“ war sie nicht nur ihrer Heimat sehr verbunden, sondern pflegte auch die plattdeutsche Sprache, mit der sie aufgewachsen ist. So verwundert es nicht, dass sie bei NDR 1 nicht nur die Sendung „Plattdeutsch“ gestaltete und moderierte, sondern auch ihren Kindern „Platt proaten“ beibrachte, was in Sögel eher selten ist.

Nach dem Abitur am Hümmling-Gymnasium studierte sie in Köln und war zunächst als Lehrerin tätig. Ihr großes Interesse an der Tätigkeit als Radioredakteurin bewog sie dazu, sich an der Journalistenschule in Bruchsal ausbilden zu lassen und 1992 eine Stelle bei Radio Bremen zu übernehmen.

Plattdeutsche Sprache gefördert

Ihre Verbundenheit zur emsländischen Heimat blieb jedoch stets bestehen und führte 2000 zur Übernahme einer Stelle als freie Mitarbeiterin beim NDR-Hörfunk. 2017 übernahm Hedwig Ahrens schließlich die Leitung des Korrespondentenbüros Emsland und war zuständig für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, eine Region, in der sie bestens verankert war, wie NDR-Landesfunkhausdirektor Dr. Arno Beyer bei ihrer Einführung hervorhob.

Dank ihres sehr guten Netzwerks stand Hedwig Ahrens mit vielen Personen des öffentlichen Lebens, aber auch aus privaten Bereichen, in Kontakt. Für den emsländischen Landrat Marc-André Burgdorf (CDU), der auch als Präsident der Emsländischen Landschaft und Vorsitzender der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen oft Ansprechpartner war, war die Redakteurin eine durchaus kritische und hartnäckige, aber auch geschätzte Gesprächspartnerin.

„Sie war keine Hofberichterstatterin, aber stets fair und der Region konstruktiv und eng verbunden“, betonte Burgdorf. Neben der Förderung der plattdeutschen Sprache sei auch die Begleitung der Arbeit der Gedenkstätte ihre Herzensangelegenheit gewesen.

„Mit viel Herzblut für die Region gebrannt“

Als jahrelanger Wegbegleiter fand NDR-Reporter Joop Wösten anerkennende Worte für seine frühere Kollegin. Hedwig Ahrens habe mit viel Herzblut „für die Region gebrannt“. Ihr sei es nie darum gegangen, schnell Skandale an die Öffentlichkeit zu bringen. In ihrer unaufgeregten Art sei es ihr immer wichtig gewesen, zuverlässig und faktenorientiert zu berichten. Bei den Kollegen sei sie als fleißig bekannt und sehr beliebt gewesen.

Ihre Familie stand für Hedwig Ahrens immer im Vordergrund, auch wenn sie „oft und unerwartet“ unterwegs war. Wie sehr sie die Arbeit ihrer Mutter schätzten, zeigt auch die Tatsache, dass beide Kinder beim NDR beziehungsweise bei Radio Bremen tätig sind.

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