Thema im Kreistag Verlegung der Rheiderlandstraße knapp zehn Millionen Euro teurer
Die mit Kosten in Höhe von 28,55 Millionen Euro veranschlagte Verlegung der Rheiderlandstraße wird deutlich teurer. Die Gesamtkosten werden nun auf 37,7 Millionen Euro beziffert. Das sind die Gründe.
Papenburg - In den kommenden drei Jahren sollen in Papenburg die Arbeiten zur Teilverlegung der Rheiderlandstraße (K 158) über die Bühne gehen. Schon jetzt steht fest, dass das ursprünglich kalkulierte Kostenvolumen in Höhe von 28,55 Millionen Euro bei Weitem nicht gehalten werden kann.
Die Verwaltung des Landkreises Emsland legte dem Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung den Tagesordnungspunkt „Verlegung der Kreisstraße 158 Bokeler Bogen in Papenburg; Kostensteigerung“ vor. Und dieser hatte es aus Sicht des Steuerzahlers in sich.
Kostenermittlung aus dem Jahr 2020 nicht zu halten
Denn eines ist schon klar, bevor die Baumaßnahme richtig losgeht. Die im Haushalt des Landkreises Emsland für die Maßnahme eingestellten Kosten auf Basis einer Ermittlung aus dem Jahr 2020 in Höhe von 28,55 Millionen Euro wird nicht das Ende der Fahnenstange bleiben. Nach aktuellem Stand werden die Gesamtkosten nach Mitteilung der Kreisverwaltung auf 37,7 Millionen Euro steigen. In der Sitzungsvorlage begründet die Verwaltung die Kostenexplosion mit erheblichen Kostensteigerungen im Bausektor in den vergangenen Jahren. Aufgrund der Corona-Pandemie sowie dem Krieg in der Ukraine sei der Baupreisindex in den vergangenen vier Jahren für die an der K158 anstehenden Arbeiten im Brücken-, Asphalt- und Erdbau um bis zu 40 Prozent gestiegen. Eine erwartete Marktberuhigung habe es in diesem Sektor bis jetzt noch nicht gegeben.
Wie es aus dem Kreishaus weiter heißt, ist der Großteil der Leistungen ausgeschrieben und teilweise schon vergeben worden. Nach diesen Ergebnissen erhöhen sich die Gesamtkosten auf rund 37,7 Millionen Euro. Die Bauleistungen zur Abwicklung des Großprojekts sind vergaberechtlich nach Gewerken aufgeteilt zu vergeben. Bauleistungen mit einem Auftragsvolumen in Höhe von etwa 15 Millionen Euro seien bereits in der Ausführung. Aktuell steht laut Kreisverwaltung die Vergabe der Erd- und Straßenbauarbeiten mit einer Angebotssumme in Höhe von knapp 20 Millionen Euro an.
So werden die Kosten aufgeteilt
Bei der Maßnahme handelt es sich dem Landkreis zufolge um ein mit 60 Prozent nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördertes Bauprojekt. Bisher sind zuwendungsfähige Kosten in Höhe von 28,1 Millionen Euro mit bewilligten Zuwendungen in Höhe von 16,9 Millionen Euro anerkannt worden.
Die mit den Kostensteigerungen einhergehenden Anträge auf Erhöhung der Fördergelder seien gestellt oder werden es in Kürze. Die nach Abzug der Fördermittel verbleibenden Kosten in Höhe von etwa vier Millionen Euro teilen sich der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg jeweils zur Hälfte. Die Planungen für die Teilverlegung der Rheiderlandstraße laufen bereits seit Jahren. Verlegt wird die Kreisstraße auf einer Länge von 3,34 Kilometern zwischen der Friederikenstraße und der maroden Emsbrücke bei der Meyer Werft in südwestliche Richtung.
Arbeiten sollen Mitte 2026 abgeschlossen sein
Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Emsland und der Stadt Papenburg. Laut Landkreis sollen die Arbeiten (Erd- und Straßenbau) an der Haupttrasse der K158 im Dezember 2024 starten und voraussichtlich bis Mai 2026 dauern. Dabei werde die Fahrbahn von 6,50 auf acht Meter verbreitert. Für Radfahrer solle es einen 2,50 Meter breiten Radweg geben. Außerdem ist beim Bokeler Torfweg wieder ein Tunnel geplant, durch den Radfahrer die Rheiderlandstraße unterfahren können. Damit sei eine Anbindung an den innerstädtischen Bereich der Stadt gewährleistet. Nach Angaben der Kreisverwaltung kann ein Großteil der Arbeiten ohne Einschränkungen des Verkehrs durchgeführt werden.
In den vergangenen Tagen haben bereits Baumfällarbeiten zur Verlegung der Straße begonnen. Diese seien notwendig, damit die Erd- und Straßenbauarbeiten pünktlich ab Dezember 2024 starten können, teilte der Landkreis Emsland mit. Momentan seien die Flächen noch zugänglich, bei weiteren Niederschlägen ist zu befürchten, dass dies nicht mehr gewährleistet ist. Die Leistungen werden ökologisch begleitet. Ersatzpflanzungen werden an anderer Stelle vorgenommen.