Schwerin Altkanzler Schröder bei Einheitsfeier in Reihe eins – was sein Sitznachbar Lauterbach dazu sagt
Wegen seiner Haltung zum Ukraine-Krieg ist der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder in der SPD nach wie vor geächtet. Beim Festakt zum 34. Tag der Deutschen Einheit in Schwerin traf der 80-Jährige am Donnerstag auf einige Parteikollegen.
Lange Zeit war Altkanzler Gerhard Schröder von der politischen Bildfläche verschwunden. Der Grund: Der SPD-Politiker hält trotz des Ukraine-Krieges weiter an seinem guten Verhältnis zu Kreml-Chef Wladimir Putin fest. Viele Parteimitglieder haben mit dem 80-Jährigen gebrochen, zeitweise stand ein Parteiausschlussverfahren im Raum.
Umso überraschender dürfte für viele Schröders Teilnahme an der Feier zum 34. Tag der Deutschen Einheit in Schwerin gewesen sein. Der Altkanzler kam am Donnerstag in Begleitung seiner Ehefrau So-yeon Schröder-Kim und nahm in der ersten Reihe des Mecklenburgischen Staatstheaters Platz.
Neben Schröder saß Karl Lauterbach. Der Bundesgesundheitsminister hatte in der Vergangenheit die Haltung des Altkanzlers zum russischen Präsidenten mehrfach kritisiert. Wie reagierte er darauf, neben dem SPD-Kollegen zu sitzen?
„Ich trenne Persönliches von Inhaltlichem“, so Lauterbach gegenüber der „Bild“. „Inhaltlich lehne ich Schröders Russlandpolitik glasklar ab, dort hat er jeglichen Ruf verspielt. In der Sache haben wir uns nichts zu sagen.“ Und weiter: „Auf der anderen Seite ist er immer noch ein Mensch und ich halte nichts davon, Menschen zu ächten. Insofern hatte ich auch kein Problem, neben ihm zu sitzen.“
An der Einheitsfeier nahmen mehrere hochrangige deutsche Politiker teil, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas.