Hamburg  Brennholz für den Kamin selber schlagen, spalten und lagern: So geht‘s 

Eva Dorothée Schmid
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Von Eva Dorothée Schmid
| 02.10.2024 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wer sein Brennholz selbst schlägt und spaltet, der kann sehr viel Geld sparen. Foto: Imago/Depositphotos
Wer sein Brennholz selbst schlägt und spaltet, der kann sehr viel Geld sparen. Foto: Imago/Depositphotos
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Ofenfertiges Scheitholz spart viel Zeit, kostet aber rund dreimal so viel wie Brennholz, das man selbst aus dem Wald holt und aufbereitet. Wie Sie Ihr Kaminholz selbst schlagen, spalten und richtig lagern und was Sie dafür benötigen.

Auch wenn die Brennholzpreise im Herbst 2024 im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken sind, ist ofenfertiges Kaminholz immer noch recht teuer, vor allem verglichen mit Brennholz, das man selbst im Wald zerkleinert, abtransportiert und trocknet. Alles was Sie wissen müssen, wenn Sie Ihr Kaminholz selbst schlagen und spalten möchten.

Wer als sogenannter „Selbstwerber“ sein Kaminholz selbst zerlegen möchte, wendet sich am besten ans nächste Forstamt oder an den zuständigen Förster direkt. Man bekommt dann Lose, also kleine Brennholzstapel, zugeteilt oder es wird eine Durchforstungsfläche bereitgestellt, wo bereits Bäume gefällt wurden. Alternativ kann man auch bei privaten Waldbesitzern anfragen.

Um Baumstämme für den Transport und Kamin zu zerkleinern, benötigt man zwingend eine Motorsäge. Und um mit der im Wald arbeiten zu dürfen, bedarf es eines Motorsägenscheins. Den zu machen dauert in der Regel zwei Tage und kostet 150 bis 200 Euro. Damit darf man stehende Bäume bis 20 Zentimeter Durchmesser fällen sowie liegendes Holz aufarbeiten.

Neben dem Teilnahmenachweis an einen qualifizierten Motorsägenlehrgang ist in den Wäldern der Niedersächsischen Landesforsten wie in anderen Wäldern auch das Tragen geeigneter Schutzkleidung für alle Brennholzselbstwerber Pflicht.

Das brauchen Sie für die Arbeit im Wald:

Wichtig zu wissen: Als Selbstwerber sind Sie nicht durch den Forstbetrieb versichert.

Baumstämme sägen Sie am besten bereits im Wald auf die Länge, die die Scheite beim Verbrennen im Ofen haben sollen.

Die runden Holzstücke müssen auf einen hölzernen Spaltklotz, so wie sie im Wald gewachsen sind: Also der untere Teil nach unten und der obere nach oben. Kurz nach dem Sägen bildet sich ein kleiner Riss aus. Den Riss sollte man mit der Axt möglichst genau treffen, um das runde Stück Holz zu halbieren, erklärt Carsten Frenzel, Förster bei den Landesforsten Rheinland-Pfalz in einem Video des Youtube-Kanals „Forst erklärt“.

Hat man die Mitte getroffen, bleibt die Axt im Holz stecken. Man dreht den Block samt Axt dann um, hält das Holzstück mit der Hand fest und haut es auf die nun auf dem Spaltblock liegende, nach oben zeigende Axt. Dann bricht es in zwei Teile.

Da die Emissionswerte um ein Vielfaches zunehmen, wenn das Holz im Ofen dick ist, sollte man es möglichst klein hacken. Die Bedienungsanleitung des Kaminofens gibt in der Regel Auskunft über die maximale Holzdicke. Kleine Holzscheite produzieren auch weniger Ruß und erzeugen mehr Hitze: Kleinhacken spart also Geld.

Kaminfertig gespaltenes Holz trocknet sehr viel schneller als komplette Baumstämme. Wichtig bei der Trocknung und Lagerung: Es sollte von unten trocken sein. Deshalb stapelt man die Holzscheite am besten auf Pflaster auf einer Unterlage.

Wichtig auch: Das Holz möglichst überdacht lagern, zum Beispiel unter einem Dachüberstand oder unter einem Balkon. Der Platz ist idealerweise an der Südseite. Lassen Sie zehn Zentimeter Platz zur Hauswand, damit das austretende Wasser gut entweichen kann.

Ein absolutes No-Go: Das Holz mit einer Folie abzudecken. Das Schwitzwasser kann so nicht entweichen und das Holz fault statt zu trocknen.

Wer Holz ohne Überdachung draußen lagert, stapelt es am besten so, dass die Rinde nach oben zeigt, damit sie Schlagregen abschirmen kann. Wer es überdacht trocknet, legt die Seite mit Rinde am besten nach unten, die Spaltseiten zeigen nach oben. In Kellern oder schlecht belüfteten Räumen sollten Sie nur bereits luftgetrocknetes Holz lagern.

Frisch eingeschlagenes Holz kann bis zu 50 Prozent Wasser enthalten. Bei luftiger und trockener Lagerung enthält es nach zwei Sommern nur noch maximal 20 Prozent Wasser und ist bereit für den Ofen. Viel Wind und Sonne sind dabei wichtig, wie das Wetter war und um welche Baumart es sich handelt, spielt dagegen keine Rolle.

Feuchtes Holz zu verbrennen, belastet nicht nur die Umwelt, sondern ist auch unwirtschaftlich, denn durch die hohe Restfeuchte reduziert sich auch der Heizwert erheblich.

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