Hamburg  Frisch oder tiefgekühlt: Welches Gemüse ist gesünder?

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 02.10.2024 07:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 525.220 Tonnen Tiefkühlgemüse verkauft. Foto: IMAGO/Shotshop
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 525.220 Tonnen Tiefkühlgemüse verkauft. Foto: IMAGO/Shotshop
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Erbsen, Möhren und Spinat aus der Tiefkühltruhe sind praktisch – aber sind sie auch gesund? Darauf sollten Sie beim Gemüsekauf achten.

Wenn es ums Essen geht, achten die Deutschen zuerst einmal auf den guten Geschmack. So geht es aus den Daten des kürzlich vorgestellte Ernährungsreport 2024 hervor. Doch schon an zweiter Stelle steht die Frage, ob das Essen auch gesund ist. 91 Prozent der Befragten achten demnach auf eine gesunde Ernährung. Dabei gilt oft: umso frischer, umso besser. Tiefkühlkost hat häufig einen eher schlechten Ruf.

Auch ihr Gemüse mögen die Deutschen am liebsten frisch: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 525.220 Tonnen Tiefkühlgemüse verkauft. Das geht aus Zahlen des Deutschen Tiefkühlinstituts hervor. Im Vergleich zum Gesamtkonsum, der laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium 2022/23 bei rund 8,7 Millionen Tonnen lag, sind das nur etwa sechs Prozent.

Doch gerade bei Gemüse ist frisch nicht immer die bessere Wahl. Tiefkühlgemüse enthält laut Ökotest in vielen Fällen mehr Vitamine und Nährstoffe als frisches Gemüse.

Der Grund: Frisches Gemüse hat oft eine lange Reise hinter sich. Gerade in den Wintermonaten kommt das Gemüse von weit her. Bis es auf den Tellern der Verbraucher landet, sind so bereits einige Tage vergangen. Wichtige Vitamine und Mineralstoffe – die licht- und wärmeempfindlich sind – gehen verloren.

Tiefkühlgemüse wird hingegen direkt nach der Ernte im Herkunftsland blanchiert, das heißt, es wird kurz mit Wasser und Dampf erhitzt und danach sofort schockgefrostet. Die dünne Eisschicht verhindert, dass Flüssigkeit und Nährstoffe entweichen. Eine Studie von Ökotrophologen der Universität Hamburg zeigte 2006: Erntefrisch und tiefgekühlt ist oft nicht zu unterscheiden.

Wichtig ist allerdings, dass die Kühlkette zu keinem Zeitpunkt unterbrochen wurde. Beim Einkauf sollte die Tiefkühltruhe deshalb die letzte Station vor der Kasse sein. Für den Transport empfiehlt Ökotest eine Kühltasche mit Kühl-Akkus. Zudem kann tiefgekühltes Gemüse Farbstoffe, Aromen, Zucker, Konservierungsstoffe oder sogar Geschmacksverstärker enthalten. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe kann sich also lohnen.

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