Westrhauderfehn  Nachhaltige Beleuchtung für Kunstgalerie im Müllerhaus

Clarissa Scherzer
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Von Clarissa Scherzer
| 28.09.2024 07:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Peter Bösken, Marijn van Zoggel und Linda Polmann (Beiratsmitglied Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn) sehen das aktuelle Beleuchtungssystem im vorderen Bereich der Galerie mit kritischen Augen. Foto: Scherzer
Peter Bösken, Marijn van Zoggel und Linda Polmann (Beiratsmitglied Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn) sehen das aktuelle Beleuchtungssystem im vorderen Bereich der Galerie mit kritischen Augen. Foto: Scherzer
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Der Verein „Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn“ plant eine energieeffiziente Beleuchtung für die Kunstgalerie. Mit dem Projekt bewirbt er sich beim Fehntjer Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit.

Westrhauderfehn - Seit Anfang Mai dieses Jahres können Vereine und Institutionen der Region ihre Projekte zur Teilnahme am Fehntjer Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit (FIN) bei der Volksbank Westrhauderfehn einreichen. Das hat auch der Verein „Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn“ gemacht.

Die Beleuchtungsanlage im vorderen Bereich der Kunstgalerie im Müllerhaus an der 1. Südwieke in Westrhauderfehn ist in die Jahre gekommen. Bereits seit drei Jahrzehnten werden die Kunstwerke in diesem Bereich durch ein relativ starres Beleuchtungssystem, das zudem auch noch auf LED-Technik basiert, angestrahlt. Das verhindert eine optimale Beleuchtung der Kunst und sorgt für hohe Energiekosten. Der Verein „Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn“ wünscht sich für seine Räumlichkeit eine moderne und nachhaltige Galeriebeleuchtung. Das Beleuchtungssystem im hinteren Bereich ist mit rund fünf Jahren relativ neu und bleibt.

„Wir haben ein Konzept erstellt, wie wir die Beleuchtungsanlage erneuern können. Der Schwerpunkt liegt darin, dass wir Energie sparen wollen. Wenn die Lampen stundenlang an sind, müssen wir gucken, was wir einsparen können und die Folgemaßnahme mit der Gemeinde abstimmen, da das Gebäude Eigentum der Gemeinde ist“, erläuterte Vereinsvorsitzender Peter Bösken und weist auf die angespannte finanzielle Lage des Vereins hin: „Unsere fixen Kosten sind schon relativ hoch. Wir nehmen einen geringen Mitgliedsbeitrag von 27 Euro im Jahr. Wir müssen sehen, dass wir auf öffentliche Gelder zurückgreifen. Der Gärtner, die Reinigungskraft und Versicherungen beispielsweise müssen auch bezahlt werden.“

Moderne, nachhaltige Galeriebeleuchtungssysteme

Marijn van Zoggel, Beiratsmitglied vom Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn, ist Diplomingenieur der Elektrotechnik und informierte sich für die Umsetzung des Vereinsanliegens auf der Frankfurter Messe Light + Building (auf Deutsch: Licht und Gebäude) über moderne, nachhaltige Galeriebeleuchtungssysteme und wurde fündig. „Wir haben uns für eine ganz einfache Beleuchtungsvariante entschieden, bei der es einen Außen- und Innenring gibt, mit denen die Bilder individuell ausgeleuchtet werden können. Es ist ein Schienensystem für Spotbeleuchtung, das ist das übliche System für Galerien und Museen“, erläuterte van Zoggel.

Marijn van Zoggel und Künstlerin Anja Andabaka demonstrieren im hinteren Bereich der Galerie punktuelles Beleuchten von Kunstwerken durch eine moderne Lichtanlage. Foto: Scherzer
Marijn van Zoggel und Künstlerin Anja Andabaka demonstrieren im hinteren Bereich der Galerie punktuelles Beleuchten von Kunstwerken durch eine moderne Lichtanlage. Foto: Scherzer

Peter Bösken ergänzte: „Der Vorteil des Schienensystems ist, dass die Leuchtkörper durch ein Klicksystem auf unterschiedliche Positionen ausgerichtet werden können. Mit unterschiedlichen Spots gibt es mehr Möglichkeiten, in die Breite zu beleuchten. Man kann damit variieren.“ Das sei heutzutage wichtig, denn es gebe nicht nur flache Kunst, wie Malerei und Bilder, sondern es gehe auch um die Beleuchtung von Skulpturen und Keramiken. Diese benötigten eine andere Art der Beleuchtung. Mit dem neuen System könne jede Ausstellung optimal ausgeleuchtet werden.

Richtige Beleuchtung für die Kunstwerke

„Viele Kunstwerke wirken erst, wenn sie richtig beleuchtet sind“, betonte Bösken. Zusätzlich sei der Stromspareffekt hoch. „Vorher gab es einen Transformator in der Beleuchtung, der 20 Prozent der Energie verbrauchte. Mit der neuen Galeriebeleuchtung kann bis zu 40 Prozent Energie gespart werden. Wir haben dann mehr Spots, mehr Licht und mehr Flexibilität bei weniger Energieverbrauch, weil die Technik selber eine andere Grundlage hat. Wir haben auch geschaut, dass es finanziell vertretbar ist“, fasste der Vereinsvorsitzende die wichtigsten Punkte zusammen.

Per se herrschten in den Galerieräumen des Müllerhauses schwierige Lichtverhältnisse durch die zahlreichen Fenster, durch die natürliches und künstliches Licht dringe, erläuterte Bösken. Das beeinträchtigte die Kunstwerke, wie zum Beispiel durch Spiegelung der Außenbeleuchtung auf gerahmte Fotografie. In relativ großen Räumen mit wenig Fenstern wirkten die Kunstwerke besser. „Eine zeitgemäße Beleuchtung würde nicht nur die Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen in unserer Galerie verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Attraktivität unseres Ortes für Besucher und Künstler zu steigern“, schloss der Vereinsvorsitzende.

Der Fehntjer Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit

Seit Anfang Mai dieses Jahres können Vereine und Institutionen der Region ihre Projekte zur Teilnahme am Fehntjer Ideenwettbewerb für Nachhaltigkeit (FIN) bei der Volksbank Westrhauderfehn einreichen. Bereits nach der Kick-Off-Veranstaltung sind zahlreiche Bewerbungen eingegangen, so Daniela Abheiden, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Volksbank Westrhauderfehn. „Wir merken, dass sich die Vereine und Institutionen in der Region mit dem Thema auseinandersetzen. Es gibt viele Ideen und Rückfragen. Der überwiegende Teil der Bewerbungen hat einen ökologischen Nutzen für die Region“, berichtet Abheiden. FIN prämiert aber auch soziale Projekte im Sinne der Nachhaltigkeit, betont die Marketingfachfrau.

Ziel des Wettbewerbs ist es, soziale und ökologische Probleme in der Region anzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Das Gesamtpreisgeld des Wettbewerbs beträgt 10.000 Euro. Teilnahmeberechtigt sind Vereine und Institutionen wie Schulen und Kindergärten. Privatpersonen und Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Ideen können noch zum 11. Oktober 2024 eingereicht werden über die Homepage der Volksbank Westrhauderfehn www.fehntjer-voba.de/fin. Dort finden sich auch weitere Informationen zum Ideenwettbewerb.

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