Friesoythe  Wie der Friesoyther Hendrik Vahle 160 Kilo abnehmen konnte

Claudia Wimberg
|
Von Claudia Wimberg
| 25.09.2024 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Artikel teilen:

Fahrrad und Fitness wären für ihn vor 5 Jahren noch Fremdwörter gewesen. 267 Kilo brachte er auf die Waage, von denen er bislang 160 verlor. Hier ist seine Geschichte.

Friesoythe - Nur wenn er auswärtige Termine hat, fährt Hendrik Vahle mit dem Auto. Ansonsten schwingt er sich aufs Rad, mit dem er dreimal pro Woche auch zum Fitnessstudio fährt. Fahrrad und Fitness wären für ihn vor fünf Jahren noch Fremdwörter gewesen. Abgesehen davon, dass der damals 32-Jährige keinen Gedanken daran verschwendet hätte, „hätte es für mein Gewicht vermutlich weder Räder noch Geräte gegeben“, sagt der Friesoyther schonungslos offen.

267 Kilogramm als Spitzenwert

267 Kilo brachte er als Spitzenwert auf die Waage, von denen er durch die maßgebliche Unterstützung des Friesoyther Adipositas-Zentrums bislang 160 verlor. „Die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, unterstreicht er und weiß, dass Fettleibigkeit keine vorübergehende Frage der Figur ist, sondern eine chronische Erkrankung, gegen die er ohne Hilfe machtlos ist. Wahrhaben wollte er sein Problem lange nicht „und ich habe mich einfach arrangiert.“ Natürlich war er schnell außer Atem und konnte sich schlecht bewegen. Natürlich nahm er die abschätzenden und mitleidigen Blicke wahr, mied weitestgehend die Öffentlichkeit und traf sich lediglich mit den engsten Freunden. Und natürlich wusste er, dass es nicht gesund ist, was er tut, „aber schlank war ich schon als Kind nicht und es ging mir nicht schlecht“, erzählt der heute 36-Jährige, der mit seinen Eltern einen Metallbaubetrieb führt.

Am 33. Geburtstag hat es „Klick“ gemacht

Sein 33. Geburtstag 2020 und die erneute Aufforderung von Freunden und Familie brachten dann allerdings die Wende. „Es hat Klick gemacht und ich wusste, wenn ich nichts unternehme, werde ich keine 40 mehr“, beschreibt Vahle den Start in sein neues Leben.

Zum Adipositas-Zentrum des St. Marien-Hospitals waren es nur wenige Meter. Vor wenigen Wochen wurde die Einrichtung als Exzellenz-Zentrum zertifiziert und erhielt damit die höchst mögliche Qualitätsstufe. Als „exzellent“ bezeichnet auch Vahle die Betreuung des erfahrenen Teams um Gründer und Chefarzt Dr. Ralf Weise. Er lernte Diätassistent Olaf Tapken kennen, der die für ihn „absolut richtige“ Ansprache fand und „mich da abholte, wo ich war.“

Operation am 28. Juli 2021

Dass es ein schwerer Weg werden würde, war ihm bewusst, aber für ein unbeschwertes Leben „ziehe ich das durch“, lautete seine Mission. Der 28. Juli 2021 war dann der Tag der Operation, ohne die eine erfolgreiche Abnahme nicht mehr möglich gewesen wäre. 40 Kilo mussten zunächst purzeln, bis er sich unter die Hände von Dr. Weise begeben konnte. Der Chirurg hatte ihm zum Magenbypass geraten, um den Magen zu verkleinern und das Sättigungsgefühl zu beeinflussen. „Dennoch muss ich weiter auf meine Ernährung achten und es bleibt eine Kopfsache“, erklärt der Unternehmer und hält sich daran. Während er früher jeden Heißhunger am liebsten mit Fastfood befriedigte, erntet er heute Obst und Gemüse im eigenen Garten, isst ausgewogen, „aber ich muss mich nicht geißeln.“ Das Verlangen nach Pommes und Hamburger aus dem Schnellrestaurant gibt es nicht mehr „und es bekommt mir auch nicht“, berichtet Vahle, der aufgrund seiner neuen Statur häufig nicht mehr erkannt wurde.

Aus 10 XL ist Xl geworden

Gerne erinnert er sich an das erste Sweatshirt, das er nicht im Übergrößenladen oder im Internet kaufen musste. Aus 10 XL ist Xl geworden und sämtliche Fotos und Klamotten aus seiner „schweren Zeit“ sind in die Tonne gewandert. Darüber hinaus ist Hendrik Vahle in eine eigene Wohnung gezogen, genießt sein Glück mit seiner Freundin und ihrem Sohn und der Gespannfahrer engagiert sich längst nicht mehr nur als Vorstandsmitglied im Reit-und Fahrverein.

„Tu was und durchbrich den Teufelskreis! Du gewinnst so viele Jahre und so viel Leichtigkeit“, würde er jedem raten, der an Fettleibigkeit leide. Sein eigener Weg ist noch nicht ganz zu Ende. Um die durch den massiven Gewichtsverlust überschüssige Haut zu entfernen, stehen noch ein paar Eingriffe an. Danach wiegt er unter 100 Kilo, aber schon jetzt „fühle ich mich stärker und gesünder als je zuvor.“

Ähnliche Artikel