Gemeindebeschluss Nach Knöllchen-Flut gilt in Firrel bald neue Parkregel
Künftig soll ein Parkverbot nur auf einer Straßenseite gelten. Das beschloss die Gemeinde Firrel. Das ist aber keine Reaktion auf die 33 Knöllchen, die kürzlich beim Fußball in Firrel verteilt wurden.
Firrel - Die Knöllchen-Flut von Firrel schlug vor drei Wochen hohe Wellen. Beim Fußball-Landesligaspiel zwischen GW Firrel und dem SSC Dodesheide heftete ein Mitarbeiter des Ordnungsamts der Samtgemeinde Hesel insgesamt 33 Strafzettel an die Frontscheiben von Falschparkern in der Nordenderstraße unweit des Sportplatzes. Grundlage des Knöllchen-Sonntags war ein beidseitiges Parkverbot, das vor rund einem Jahrzehnt durchgesetzt worden war. In Zukunft wird für die Kontrolleure bei etwaigen Besuchen weit weniger Arbeit anfallen. Denn die Gemeinde Firrel hat auf einer Sitzung eine neue Regelung in besagter Straße abgesegnet, wonach künftig auf einer Seite das Parken wieder gestattet sein soll.
Diese Neuerung ist aber keinesfalls eine Reaktion auf erzürnte Fußballfans. Im Nachhinein hatte die Samtgemeinde ohnehin den Parksündern die Strafe erlassen. Die nun beschlossene Änderung stand schon weit vorher auf der Tagesordnung für die Sitzung am 16. September. „Künftig soll das Parken in der Straße nicht mehr auf beiden Seiten verboten sein“, betont Firrels Bürgermeister Johannes Poppen, der zugleich Vereinsvorsitzender der Grün-Weißen ist. „Es herrschte darüber Einigkeit. Dafür haben wir uns mit 9:0 Stimmen ausgesprochen.“
Schilder bald ganz weg?
Auf der einen Seite der Nordenderstraße befinden sich Grünstreifen. „Auf diesen Flächen darf man ohnehin nirgendwo in Deutschland sein Auto abstellen. Das weiß nur keiner“, erklärt Poppen. Die gegenüberliegende Straßenseite ist gepflastert. Dort dürften demnächst gemäß Gemeindebeschluss generell wieder Autos stehen.
„Umsetzen muss die Entscheidung aber erst noch das Straßenverkehrsamt“, betont Johannes Poppen. Anfang Oktober sei eine Ortsbegehung mit Mitarbeitern des Amtes anberaumt. „Eigentlich könnten jetzt alle Schilder komplett wieder weg“, erklärt Poppen. Denn für die Grünstreifenseite bedarf es keiner gesonderten Verbotshinweise. „Aber das weiß ja kaum ein Mensch. Deshalb muss das mit der Beschilderung noch überdacht werden.“
Poppen will Harmonie
Poppen ist als Bürgermeister und Klubchef bemüht, den lange schwelenden Konflikt zwischen Anwohnern und Sportverein zu schlichten. Die Bürger sind seit Jahren genervt von parkenden Autos bei Fußballspielen. Obwohl weder Feuerwehr noch Rettungswagen jemals der Durchgang versperrt war, entschied sich die Politik deshalb irgendwann für das Parkverbot. Die entsprechende Beschilderung wurden von den Fans mangels offensichtlicher Parkalternativen über all die Jahre geflissentlich ignoriert. Als nun das Ordnungsamt erstmals zur Tat schritt, war der Aufschrei in der Fußballszene groß. Selbst der Busfahrer des Gästeteams vom SSC Dodesheide hatte ein Knöllchen eingesammelt.
Poppen ist bemüht, eine weitere Eskalation in der „brisanten Zone“ zu vermeiden. Beim jüngsten Heimspiel gegen Vorwärts Nordhorn wies er als Stadionsprecher mehrfach die Zuschauer darauf hin, dass das Parken in der Nordenderstraße verboten sei. Zudem hatte er bei den Besuchern einen Lerneffekt festgestellt. Sie nutzten in weitaus größerer Zahl die kostenfreien Parkplätze beim Modehaus Kaiser und bei der Baptistengemeinde. „Dort war diesmal alles voll.“
Poppen wünscht sich, dass die Fans weiterhin diese Alternativen wählen. „Bei Kaiser und der Kirchengemeinde stören die Autos wirklich niemanden.“ Als Bürgermeister hätte er besänftige Bürger – und als Klubchef Zuschauer ohne Groll wegen möglicher Knöllchen.