Osnabrück Jemandem einen Korb geben: Woher kommt die Redensart?
Wer hat es noch mit den Körben, vor allem jenen, die gegeben werden, um eine Ablehnung zu signalisieren? Die Redensart versteht jeder. Aber woher kommt sie eigentlich? Wir klären auf.
Wer bekommt nicht gern einen Korb – wenn das Wörtchen Präsent mit im Spiel ist? Der Präsentkorb ist und bleibt immer das sichere Geschenk der Wahl, wenn es um Abschiede und Würdigungen geht. Oder ein mit viel Liebe gestaltetes Dankeschön.
Wein und Obst, Keks und Kuchen: So ein Präsentkorb hebt die Laune, weil er eine kleine Welt feiner Genüsse öffnet. Wehe, wenn allerdings das Wörtchen Präsent gestrichen wird und vom Präsentkorb nur noch der Korb übrigbleibt. Wer möchte schon einen solch leeren Korb bekommen?
Niemand natürlich. Denn es weiß jeder sofort, was gemeint ist, wenn man einen Korb bekommt – auch wenn kaum einer sagen könnte, woher diese Redewendung eigentlich kommt. Wer nach einer Antwort sucht, muss in reichlich altväterliche Zeiten zurückgehen. Verblüffend allerdings, dass sich die Redewendung sogar in der Welt der Datingportale noch immer hält.
„Korb geben: So zeigst Du Desinteresse beim Dating ehrlich und respektvoll“: So heißt es zum Beispiel auf parship.de. Und dann ist von „wertschätzender Kommunikation“ ebenso die Rede wie von der Notwendigkeit, Grenzen klar zu ziehen. Ganz im Stil der Zeit mit ihrer digitalen, also reichlich unpersönlichen Kommunikation: Hübsch hat zu klingen, was ziemlich bitter schmeckt. Wenn nur die Wertschätzung stimmt.
Aber Korb bleibt Korb. Zumindest bei der Überreichung dieses Utensils. Haben junge Frauen früher wirklich Körbe überreicht, um Bewerbern zu zeigen, dass sie abgewiesen sind? So ähnlich liegt es bei den Volksbräuchen, auf die Sprachforscher verweisen, wenn es um diese Redensart geht. Da sollen Frauen ihre Brautwerber in Körben zu sich nach oben gezogen haben – oder eben auch nicht.
Ließen sie den Korb gar auf halber Strecke hängen und den werbenden Mann gleich mit? Oder stellten die Eltern einer umworbenen Frau einen Korb vor die Tür, um zu signalisieren, dass die Werbung um die Hand der jungen Dame abgelehnt war? So leer dieser Korb, so übervoll die Auswahl jener Geschichten, auf die der Spruch zurückgehen soll.
Ich finde es bemerkenswert, dass die Redensart immer noch verwendet wird. Die Bräuche, die sich mit ihr verbanden, dürfte es kaum noch geben. Trotzdem weiß jeder, was gemeint ist, wenn man einen Korb bekommt. Die Sprache hat ein langes Gedächtnis. Zum Glück.