Potsdam  AfD führt in Brandenburg in allen Umfragen – in ZDF-Prognose aber nur noch knapp

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 19.09.2024 14:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die AfD auf dem Weg zur stärksten Kraft in Brandenburg: Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cottbus. Foto: dpa/Frank Hammerschmidt
Die AfD auf dem Weg zur stärksten Kraft in Brandenburg: Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cottbus. Foto: dpa/Frank Hammerschmidt
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Laut den jüngsten Umfragen zur Landtagswahl in Brandenburg wird die AfD stärkste Kraft. Alle Prognosen sehen die Partei wenige Tage vor der Wahl am Sonntag vorne. Im aktuellen ZDF-Politbarometer ist der Vorsprung auf die SPD allerdings nur noch denkbar knapp.

Nach Thüringen könnte sich die AfD am Sonntag bei der Landtagswahl in Brandenburg in einem zweiten deutschen Bundesland an die Spitze setzen. In diesem Fall wäre die SPD-Regierung mit Ministerpräsident Dietmar Woidke in Brandenburg Geschichte. Woidke, der konsequent auf die Wahlkampfhilfe von Kanzler Olaf Scholz verzichtete, hatte angekündigt, im Falle einer Niederlage, keine Regierungsverantwortung mehr übernehmen zu wollen.

Danach sieht es den aktuellen Prognosen zufolge aus. Wenige Tage vor der Landtagswahl liegt die AfD in allen Umfragen vor der SPD auf Platz eins. Im aktuellen ZDF-Politbarometer ist der Vorsprung allerdings nur noch minimal. Laut der am Donnerstag in Mainz veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kommt die AfD von Spitzenkandidat Hans-Christoph Berndt auf 28 Prozent vor der SPD mit 27 Prozent.

Auf Platz drei folgt mit 14 Prozent die CDU von Spitzenkandidat Jan Redmann, auf Rang vier mit 13 Prozent das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) von Spitzenkandidat Robert Crumbach. Die Grünen werden bei 4,5 Prozent gesehen, die Linke wird bei vier Prozent verortet und die Freien Wähler erreichen 3,5 Prozent.

In Brandenburg regiert aktuell ein Bündnis aus SPD, CDU und Grünen, das nach der neuen Umfrage keine Mehrheit mehr hätte. Eine Koalition aus SPD und CDU läge rechnerisch gleichauf mit AfD und BSW. Da alle anderen Parteien eine Kooperation mit der AfD ausschließen, könnte damit das BSW ins Spiel kommen, das nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen derzeit als Partner in CDU-geführten Regierungen im Gespräch ist.

In der jüngsten Prognose des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Märkischer Allgemeiner Zeitung“, „Märkischer Oderzeitung“ und „Lausitzer Rundschau“ erzielt die AfD 28 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei liegt die SPD mit 25 Prozent.

Die CDU kommt laut Befragung auf 16 Prozent. Dahinter rangiert das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 14 Prozent der Stimmen. Grüne und Linke müssen um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Während beide Parteien 2019 mehr als zehn Prozent der Stimmen erhielten, sehen die Umfragen sie zuletzt nur noch bei drei bis fünf Prozent.

Die Prognosen für die AfD, deren Landesverband in Brandenburg vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, reichen bis zu 30 Prozent Wählerzustimmung, wie aus der Übersicht vom Portal „Statista“ hervorgeht. Im Vergleich zur Landtagswahl 2019 kann die Partei nochmal deutlich hinzugewinnen. Neben der AfD wäre der zweite große Wahlgewinner das BSW, dessen Umfragewerte in der Spitze bei 17 Prozent liegen.

Im letzten ARD-Deutschlandtrend lagen die Sozialdemokraten mit 26 Prozent nur knapp hinter der AfD mit 27 Prozent. Die CDU kam auf 16 Punkte. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte 13 Prozent. Grüne und BVB/Freie Wähler verbuchten je 4,5 Prozent, für die Linke waren es 4 Prozent. Wegen einer Klausel ist es möglich, mit mindestens einem Direktmandat ins Parlament einzuziehen, auch wenn die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreicht ist.

Mit Material von dpa und afp

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