Heizen in Ostfriesland  Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Shops für Heizöl und Brennholz

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 18.09.2024 18:18 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kaminholz ist wieder zu deutlich günstigeren Preisen zu bekommen, als noch vor zwei Jahren. Foto: Gutierrez-Juarez/DPA
Kaminholz ist wieder zu deutlich günstigeren Preisen zu bekommen, als noch vor zwei Jahren. Foto: Gutierrez-Juarez/DPA
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Heizöl, Kaminholz und Pellets sind derzeit zu akzeptablen Preisen zu bekommen. Wer im Internet Angebote sucht muss aber aufpassen. Fake Shops haben Konjunktur, warnen Verbraucherschützer.

Ostfriesland - Die kommende Heizperiode hat sich mit den ersten kühleren Nächten in Ostfriesland angekündigt. Und während die Nachfrage nach Brennholz, Heizöl und Pellets steigt, versuchen im Internet mehr und mehr Betrüger mit ihren Fake Shops unvorsichtige Kunden hinters Licht zu führen.

Die Zahl solcher betrügerischen Seiten für Brennstoffe steigt aktuell an, wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigen. „Fake Shops erfinden sich immer wieder neu und setzen dabei oft auf saisonal nachgefragte Produkte“, warnt Ann-Katrin Fornika, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen in einer Mitteilung. Aktuell sei es daher wenig verwunderlich, dass vermehrt unseriöse Angebote zu Heizöl, Pellets und Kaminholz auffallen. Beispiele für aktuelle Fakeshops für Heizöl seien etwa fast-oil24.de, heizoel-24.com, heiz-oel24.com sowie fast-heizoel.de.

Shops im Internet: Vorsicht bei Vorkasse

„Wer bei der Bestellung im Internet auf Nummer sicher gehen will, sollte sich daher die Seite sehr genau anschauen“, empfiehlt Karin Itzen von der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Aurich. „Bei Vorkasse ist immer Vorsicht angesagt, weil die überwiesenen Beträge in der Regel nur schwer zurückgerufen werden können“, betont sie.

Ebenso wichtig sei auch, ob und wie die Rückgabe der Ware geregelt sei, ob ein Impressum vorhanden sei, wie das Unternehmen telefonisch zu erreichen sei und ob es bereits Bewertungen und Erfahrungsberichte für die Seite gebe. Seien Gütesiegel auf der Seite zu finden, sollten die Nutzer auf diese draufklicken. „Passiert nichts, dann sind die Siegel nur kopiert“, erläutert die Beraterin der Verbraucherzentrale. Ansonsten erhalte der Surfer Informationen zum entsprechenden Siegel.

Bis zur Heizperiode alle Hände voll zu tun

Schutz vor Betrug bietet Itzen zufolge der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen. Nach Eingabe der Shop-URL unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/fakeshop-finder erhalten Nutzerinnen und Nutzer innerhalb weniger Sekunden eine Einschätzung, ob sie dem Shop vertrauen können. Basis ist eine Domain-Datenbank, die mittels künstlicher Intelligenz stetig wächst.

Heizöl ist in den vergangenen Wochen um gut 30 Cent pro Liter günstiger geworden. Foto: Charisius/DPA
Heizöl ist in den vergangenen Wochen um gut 30 Cent pro Liter günstiger geworden. Foto: Charisius/DPA

Beim Holtgaster Landhandel Schuirmann sind aktuell bereits viele Bestellungen für Kaminholz, Holzbriketts oder Holzpellets aufgelaufen. „Bis zur Heizperiode haben wir wohl alle Hände voll zu tun“, berichtet Firmenchef Rolf Schuirmann. Bei den Preisen sei es deutlich entspannter als noch vor zwei Jahren. Und auch gegenüber dem Vorjahr sei es noch ein wenig günstiger geworden, ohne jedoch wieder ganz das Niveau zu erreichen, das vor der vom Ukraine-Krieg ausgelösten massiven Verteuerung der Brennstoffe zu verzeichnen war. Akzeptabel sei das Preisniveau allemal.

Preis beim Heizöl ist gefallen

Aktuell bewegten sich die Preise für Kaminholz beim Landhandel Schuirmann dem Firmenchef zufolge je nach Heizwert des Holzes zwischen 159 und 199 Euro für einen Raummeter. Schuirmann räumt ein, dass es für Verbraucher durchaus schwierig sei, die Preise der Holzangebote am Markt zu vergleichen. Allein schon aufgrund verschiedener Maßeinheiten und Qualitäten.

Wer nun denkt, dass dies beim Heizöl einfacher sei, könnte sich irren. „Natürlich haben auch wir Kunden, die im Internet günstige Preise finden. Oft ist es aber so, dass am Ende des Bestellprozesses, wenn alle Häkchen gesetzt sind, der Preis dann auch nicht günstiger ist als beim Händler am Ort“, sagt Harald Backer, vom Norder Brennstoffhändler A. Janssen. Backer sieht aktuell durchaus einen attraktiven Heizölpreis, nachdem dieser in den zurückliegenden Wochen um gut 30 Cent pro Liter gefallen sei. Erfahrungsgemäß steige dieser um die Herbstferien herum wieder an: „Ich würde jetzt bestellen“, betont er.

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