Protestaktion in Collhusen Hunderte Schüler fordern einen sicheren Schulweg
Unter dem Motto „Kindergerechte Mobilität“ gab es an diesem Freitag eine Kundgebung auf der Schulstraße in Collhusen. Die Organisatoren zeigten sich zufrieden - es kommt wieder Bewegung in die Sache.
Collhusen - Ob Kindergarten, Grundschüler oder Schüler des Schulzentrums Collhusen: Bei der Protestaktion unter dem Motto „Kindergerechte Mobilität“ an diesem Freitag, 13. September 2024, auf der Schulstraße wurde in den Gesprächen mit den Kindern deutlich, dass sich die Mädchen und Jungen, die auf der Schulstraße mit dem Fahrrad oder auf dem Geh- und Radweg als Fußgänger unterwegs sind, nicht sicher fühlen.
„Autos sind oft viel zu schnell unterwegs. Ich wäre einmal fast unters Auto gekommen“, sagte Schüler Lennard vom Schulzentrum. Mitschüler Til bemängelt, dass am Tag der Müllabfuhr die Papiertonnen auf dem Fuß- und Radweg stehen und man dann auf die Straße ausweichen muss, auf der wiederum viele Autos unterwegs sind. Grundschüler Jetze wünscht sich, dass die Autofahrer besser auf die Fahrradfahrer aufpassen. „Und das die Autofahrer auf der Schulstraße nicht so schnell fahren“, sagte Klassenkamerad Moritz. Die Grundschüler hatten auch sehr viele Briefe geschrieben, die anlässlich der Kundgebung am Zaun angebracht wurden und später an Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes übergeben werden sollten. „Ich wünsche mir einen sicheren Schulweg. Und dass die Autofahrer mehr auf uns Grundschüler achten“, schreibt beispielsweise die kleine Isabell. Und Grundschüler Domenik führt in dem Brief aus: „Ich wünsche mir, dass alle nicht so schnell fahren und die Regeln beachten.“
Entschärfung der Situation an der Schulstraße gefordert
Die Kundgebung hatten Mitglieder der Anfang des Jahres neu gegründeten Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße (IVS) organisiert. Mitorganisatorin Werena Busker und ihr Team setzen sich für eine Entschärfung der Situation an der Schulstraße ein. An der Straße befinden sich das Schulzentrum Collhusen, die Grundschule Steenfelde/Großwolde und der Kindergarten Bullerbarg. Nach Angaben der IVS, von Eltern und auch Lehrern kommt es gerade morgens zum Schulbeginn und am Mittag immer wieder zu gefährlichen Situationen in der Schulstraße, weil dort dann sehr viel los ist. Unter anderem treffen dort Schulbusse, Elterntaxis, Fahrradfahrer und Fußgänger aufeinander.
Für eine Entschärfung der Situation setzt sich auch Burcak Coordes, Schulleiterin der Grundschule, ein. „Wir brauchen hier mehr Sicherheit“, sagte Coordes. Das sieht auch Rainer Bruns, Leiter des Schulzentrums Collhusen, so. Auch er fordert eine Lösung für die Gesamtsituation. Bruns machte deutlich, dass gerade die sogenannten Elterntaxis ein Problem darstellen würden. Mit Hinweis auf das große Einzugsgebiet werde man es nicht schaffen, dass beispielsweise Eltern aus Breinermoor, Ihrhove, Völlen oder Völlenerfehn ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit mit dem Wagen nicht mehr zur Schule bringen würden. „Aber es muss nicht sein, dass sie praktisch bis vor die Schultür fahren. Ich würde es begrüßen, wenn irgendwo spezielle Haltepunkt eingerichtet werden, wo die Schüler aussteigen und den Rest des Weges zur Schule laufen müssten“, sagte Bruns. Er erlebe leider auch immer wieder, dass nicht alle Beteiligten, und gerade auch Autofahrer, umsichtig und rücksichtsvoll unterwegs seien. „Vor unserer Schule hat es in der Vergangenheit Bagatellunfälle gegeben“, führte der Schulleiter aus.
Douwes zeigt Verständnis
Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes machte deutlich, dass er Verständnis für die Kundgebung habe, die die Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße organisiert habe. „Ich kann die Sorgen und Nöte nachvollziehen“, sagte Douwes. Der Verwaltungschef machte als ein großes Problem die Elterntaxis aus. Er könne sich eine Lösung wie mit dem Schulexpress an der Grundschule Ihren vorstellen. Dabei dienen Haltestellen im Umkreis der Schule den Kindern als Treffpunkte, um gemeinsam zur Schule zu gehen. So würden keine Autos mehr bis zur Schule fahren. „Gemeinsam mit dem Landkreis Leer als zuständige Straßenbehörde und weiteren Beteiligten müssen wir über mögliche Lösungen sprechen, die rechtlich möglich sind“, sagte Douwes. „Auch über eine Fahrradstraße muss diskutiert werden“, so der Bürgermeister.
Die Interessengemeinschaft hat unter dem Motto „Kinder schützen - Jetzt Schulstraßen in Westoverledingen“ eine Resolution gestartet. Die Unterschriftenlisten sollen später dem Bürgermeister übergeben werden. Laut der Organisatoren haben bereits mehrere Hundert Personen unterschrieben. Mitorganisatorin Werena Busker zeigte sich im Nachgang von der Protestaktion begeistert. Sie selber und auch Mitglieder der Interessengemeinschaft hätten auch die Chance genutzt und unter anderem mit Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes, mit Großwoldes Ortsbürgermeister Martin Bron, mit Steenfeldes Ortsbürgermeister Gerhard Wiechers und mit dem neuen Mobilitätsmanager des Landkreises Leer Nico Schepers gesprochen. „Es kommt Bewegung in die Sache, vielleicht gibt es doch noch eine Lösung für einen sicheren Schulweg“, sagte Busker.