Berlin Jens Spahn: Nicht Olaf Scholz ist schuld an der VW-Krise, sondern...
Nicht nur VW steckt tief in der Krise, auch Mercedes und BMW haben mit der Umstellung auf E-Autos zu kämpfen. CDU-Fraktionsvize Jens Spahn hat die Verantwortlichen dafür ausgemacht.
CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn hat früheren VW-Chefs die Schuld an der Krise der deutschen Autoindustrie gegeben und den Ruf nach einer Rücknahme des EU-Verbrennerverbotes bekräftigt. „Leider haben einige ehemalige VW-Lenker – womöglich als Ablenkung von ihrem Diesel-Skandal – plötzlich alles auf die Elektroauto-Karte gesetzt“, sagte Spahn im Gespräch mit unserer Redaktion, und ergänzte:
BMW sei „deutlich klüger“ gewesen, habe auf neue Verbrenner, Wasserstoff und E-Autos gesetzt, und stehe davor, „mehr E-Autos in Europa zu verkaufen als Tesla“, prognostizierte Spahn weiter.
Trotz der E-Auto-Erfolge von BMW will Spahn eine Kehrtwende in Brüssel erreichen: „Ich setze weiterhin darauf, dass wir in der EU die Kurve noch nehmen und uns vom desaströsen E-Auto-Zwang verabschieden. Hunderttausende Arbeitsplätze hängen an der Verbrenner-Industrie. Das Verbrennerverbot war eine falsche Entscheidung der EU und wir wollen sie zurücknehmen!“
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angekündigt, im Herbst einen Vorschlag für Änderungen des EU-Verbrenner-Aus ab 2035 vorzulegen. Dabei soll es insbesondere darum gehen, neue Autos mit Verbrennermotor zuzulassen, die ausschließlich mit E-Fuels betankt werden können. Bundeskanzler Olaf Scholz hat dafür Zustimmung signalisiert.
Das Ziel laute Klimaneutralität und nicht Elektromobilität als Selbstzweck, sagte Spahn. Die Deutschen Autobauer hätten einen 100-jährigen Vorsprung beim Verbrenner. „Statt uns über den E-Auto-Vorsprung der Chinesen zu grämen, könnten wir ja erstmal unseren Vorsprung bei Diesel und Benzinern nutzen. Wir können Verbrenner-Autos ohne eine Schraube aus China bauen, aber Elektroautos können wir ohne Vorprodukte aus China nicht herstellen.“
Wirklich wettbewerbsfähig werde der Automobilstandort Deutschland aber nur dann wieder werden, „wenn wir wieder eine echte Wirtschaftspolitik machen“, fügte Spahn mit Blick auf den Dauerstreit in Scholz‘ Ampelregierung noch an.