Protestaktion in Westoverledingen  Kundgebung für einen sicheren Schulweg in Collhusen

| | 12.09.2024 06:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Viele Mütter und Väter kritisieren die Verkehrssituation in Collhusen. Sie haben mittlerweile die „Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße (IVS)“ gegründet. Mit großen Bannern machen die Eltern auf die Situation aufmerksam und fordern Rücksichtnahme. Foto: Ammermann/Archiv
Viele Mütter und Väter kritisieren die Verkehrssituation in Collhusen. Sie haben mittlerweile die „Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße (IVS)“ gegründet. Mit großen Bannern machen die Eltern auf die Situation aufmerksam und fordern Rücksichtnahme. Foto: Ammermann/Archiv
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Eine Interessengemeinschaft lädt für Freitag, 13. September 2024, in der Zeit von 11 bis 13 Uhr zur Aktion auf der Schulstraße in Collhusen ein. Unterstützung kommt von Kölns „Fahrradbürgermeisterin“.

Collhusen/Köln - Seit vielen Jahren gibt es Diskussionen um die Verkehrssicherheit an der Schulstraße in Collhusen. Die Mitglieder der Anfang des Jahres neu gegründeten Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße (IVS) setzen sich seit Monaten intensiv dafür ein, dass die Situation an der Schulstraße entschärft wird. Denn dort befinden sich das Schulzentrum Collhusen, die Grundschule Steenfelde/Großwolde und der Kindergarten Bullerbarg. Nach Angaben der IVS, von Eltern und auch Lehrern kommt es gerade morgens zum Schulbeginn und am Mittag immer wieder zu gefährlichen Situationen in der Schulstraße, weil dort dann sehr viel los ist. Unter anderem treffen dort Schulbusse, Elterntaxis, Fahrradfahrer und Fußgänger aufeinander.

Weil nach einem Treffen im Januar mit Vertretern der Gemeinde Westoverledingen, des Landkreises und der Polizei nach Angaben der Interessengemeinschaft bislang nichts weiter passiert ist, planen die Verantwortlichen für Freitag, 13. September 2024, anlässlich der bundesweiten Schulstraßen-Aktionstage eine Kundgebung auf der Schulstraße. Die wird dafür in der Zeit von 11 bis 13 Uhr vom Grenzweg bis zum Busbahnhof beim Schulzentrum gesperrt, teilte Mitorganisatorin Werena Busker von der IVS mit.

Mehr Sicherheit für die Schüler

„Alle Eltern, Erziehungsberechtigten, Lehrkräfte und Erzieher der Bildungseinrichtungen an der Schulstraße wünschen sich, dass die Kinder und Jugendlichen sicher und ruhig morgens in der Schule und mittags zu Hause ankommen können. Leider sind die Schulwege kein Ort für selbstständige und sichere Mobilität für die Schul- und Kindergartenkinder. Besonders morgens zwischen 7.30 Uhr bis 8 Uhr und mittags zwischen 12.50 Uhr bis 13.10 Uhr kommt es zu vielen unübersichtlichen und gefährlichen Situationen durch das hohe Verkehrsaufkommen und durch die vielen parkenden Autos am Straßenrand“, teilte Busker mit. „Um Schulwegsicherheit wirklich garantieren zu können, bedarf es einer Neuorganisation der Situation auf der Schulstraße. Verkehrsberuhigung im Schulumfeld spielt dabei eine zentrale Rolle“, führte Busker aus. Genau auf diese Situation wollen die Verantwortlichen der Initiative aufmerksam machen. Und die Initiative fordert, dass ein Teil der Schulstraße im Schulumfeld komplett verkehrsberuhigt wird.

Laut Busker geht es bei der Kundgebung auf der Schulstraße darum, den Effekt der Verkehrsberuhigung für Kinder, Eltern und die gesamte Schule erlebbar zu machen und auf die Problematik der Schulweg-Unsicherheit hinzuweisen. Die Feuerwehr und Ordner werden dafür sorgen, dass der Bereich autofrei und sicher ist. „Damit die Kundgebung für alle Beteiligten ein bunter Erfolg wird, wird es verschiedene Stände, Fahrradparcours, Fahrrad-Check, Kreide zum Bemalen der Straße, zum Beispiel für Bilder von sicherer, aktiver Mobilität und so weiter geben“, so Busker.

„Fahrradbürgermeister“: Brauchen mutige Entscheidungen

Die Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit Schulstraße bekommt für die Aktion sogar Unterstützung aus Köln. Kölns ehrenamtlich tätige „Fahrradbürgermeisterin“ Anna Genser ist auf die Kundgebung aufmerksam gemacht worden. Der Ehrentitel „Fahrradbürgermeisterin“ wird seit 2016 vom internationalen Fahrrad-Netzwerk BYCS aus Amsterdam verliehen. Inzwischen gibt es mehr als 100 „Fahrradbürgermeister“ in über 30 Ländern. Sie sollen der Verkehrswende laut dem Fahrrad-Netzwerk ein Gesicht geben und dabei helfen, den Ausbau des Radverkehrs gerade auch in Städten zu beschleunigen. „Euer Einsatz für das Kinderrecht auf Unversehrtheit auf dem Schulweg ist ein bedeutendes und wertvolles Engagement. Ihr setzt ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass Kinder gefahrlos zur Schule gelangen können. Durch eure Aktionen und euer Engagement tragt ihr dazu bei, das Bewusstsein für sichere Verkehrsverhältnisse zu schärfen und sorgt dafür, dass unsere Schulwege sicherer und kinderfreundlicher werden“, sagte Genser im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir brauchen viel mehr sichere Radwege, das erfordert mutige Entscheidungen“, sagte Genser in Richtung Politik und Verwaltung. Die Kölnerin ist Mutter von drei Kindern. Sie engagiert sich seit rund zehn Jahren im Bereich Kindermobilität, ist Teil des Organisationsteams der Kinder-Fahrraddemo „Kidical Mass“ und kämpft für die Einrichtung von Schulstraßen, also die Sperrung von Straßen vor Schulen für Autos zum Beginn und Ende des Unterrichts. Deshalb freut sie sich darüber, dass es auch in Westoverledingen eine Initiative gibt.

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