Lage auf dem Arbeitsmarkt Arbeitslosigkeit im Kreis Leer unverändert
Mehr als 3000 Langzeitarbeitslose wurden im Juli vom Zentrum für Arbeit Leer betreut. Doch Mittel zur Förderung wurden zum Teil gekürzt.
Leer - Die Langzeitarbeitslosigkeit im Landkreis Leer geht kaum zurück. Die Zahlen, die das Jobcenter Zentrum für Arbeit kürzlich in einem Ausschuss beim Landkreis vorgelegt hat, bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Demnach gibt es 3323 Langzeitarbeitslose, das sind fast exakt genauso viele wie 2023.
In den Bedarfsgemeinschaften, das sind neben den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten auch deren Familienangehörige, lebten zu Ende Juli rund 6799 Menschen, auch das nahezu genauso viele wie ein Jahr zuvor. Mit einer Quote von 3,6 Prozent Langzeitarbeitslosen, die vom Jobcenter betreut werden, ist diese sogar höher als die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit mit 2,3 Prozent für den Landkreis Leer.
Ähnliche Quoten in ganz Ostfriesland
Im Vergleich zu den ostfriesischen Landkreisen besteht kaum ein Unterschied, in Aurich liegt die Arbeitslosenquote des Jobcenters bei 4,2 Prozent und in Wittmund bei 3,4 Prozent. In Emden ist sie mit 6,4 Prozent deutlich höher. In den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Ammerland dagegen ist sie mit Quoten zwischen 2,0 und 2,5 deutlich niedriger.
Dem Jobcenter steht eine Reihe von Förderprogrammen zur Verfügung, mit denen die Kunden möglichst in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert werden sollen. Allerdings wurden die Mittel laut den Informationen des ZfA dafür zum Teil stark gekürzt. Ein Coaching, das gemeinsam mit dem Arbeitskreis Schule Rhauderfehn (AKSR) angeboten wird, erhält demnach für das laufende Jahr gut 65.400 Euro, bisher seien es für zwei Jahre mehr als 328.000 Euro gewesen.
Spezielle Coachings für Eltern
Mit dem Coaching sollten insbesondere Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Kind unterstützt werden, die einen erheblichen Unterstützungsbedarf aufgrund mehrfacher Probleme haben, die sie selbst nicht lösen können. Andere Programme wenden sich an Jugendliche oder junge Erwachsene, die in eine Ausbildung oder schulische Qualifizierung vermittelt werden sollen.
In einer Maßnahme für Geflüchtete und Migranten betreut das ZfA zusammen mit dem BNW (Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft) Leer sieben männliche Geflüchtete, die in er Gastronomie arbeiten. Sie erhalten über einen Zeitraum von 20 Wochen dreimal pro Woche Unterricht beziehungsweise ein Coaching. Neu ist ein Programm mit ganzheitlicher Betreuung, das für Langzeitarbeitslose, Migranten oder Rehabilitanten gedacht ist, bei denen mehrfache Vermittlungshemmnisse bestehen. Dieses Programm läuft über zwölf Monate.