Polizei gibt Tipps  Gefährliche Elterntaxis in Leer – so wird der Schulweg sicherer

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 09.09.2024 09:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schülerinnen mit ihren Fahrrädern stehen auf einem Gehweg, auf dem ein Elterntaxi steht. Symbolfoto: Pförtner/dpa
Schülerinnen mit ihren Fahrrädern stehen auf einem Gehweg, auf dem ein Elterntaxi steht. Symbolfoto: Pförtner/dpa
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Morgens herrscht Verkehrschaos vor vielen Schulen in Leer. Eine neue Umfrage zeigt: Jedes vierte Grundschulkind wird von den Eltern gefahren. Die Polizei gibt Tipps für ein sicheres Miteinander.

Leer - Jedes vierte Grundschulkind kommt meist im Elterntaxi zur Schule. Das ist das Ergebnis der Umfrage „Sicherer Schulweg“, die die ADAC Stiftung Anfang September 2024 veröffentlicht hat. Dass diese Elterntaxis oft Verkehrschaos mit sich bringen, zeigt sich morgens auch in der Stadt Leer.

Ein Schild mit der Aufschrift „Elterntaxi" steht an einer Grundschule Foto: Matthey/dpa
Ein Schild mit der Aufschrift „Elterntaxi" steht an einer Grundschule Foto: Matthey/dpa

Wer beispielsweise an der Daalerschule vorbei kommt, merkt: die Lage ist unübersichtlich. Damit ist die Schule aber nicht alleine: „Wir haben keine klassischen Hotspots im Stadtbereich, grundsätzlich ist das Aufkommen an den meisten Schulen vergleichbar“, sagt Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden.

Warum bringen Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule?

Die Hauptgründe dafür, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und wieder abholen, sind nach Angaben der ADAC-Stiftung praktischer Natur: Anschlusstermine, schlechtes Wetter und Zeitersparnis für das Kind. „Oftmals werden die Kinder gebracht, weil die Elternteile hinterher selber zur Arbeit fahren“, sagt auch Svenia Temmen.

Schulkinder steigen in ein Auto. Foto: Hirschberger/dpa
Schulkinder steigen in ein Auto. Foto: Hirschberger/dpa

Nur wenige Eltern haben in der ADAC-Umfrage als Grund einen unsicheren Schulweg genannt. Dass Elterntaxis auf eben diesem mehrheitlich als sicher eingestuften Schulweg unnötige Gefahren heraufbeschwören, sei jedoch die größte Kritik der Eltern, deren Kinder zur Schule gehen, rollern oder radeln.

Warum sind „Elterntaxis“ gefährlich?

Viele Autos führen zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen für Kinder. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 27.000 Kinder im Straßenverkehr verletzt, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Dem Statistischen Bundesamt zufolge verunglücken Sechs- bis 14-Jährige am häufigsten auf ihrem Fahrrad und meist morgens an Werktagen. „Leider sind sich die Fahrzeugführenden, die morgens ihre Kinder am liebsten vor die Schultür fahren, dann selber am Nächsten. Das eigene Kind soll sicher zur Schule. Dass das eine Gefahr für andere darstellen könnte, wird auch mal vernachlässigt“, erklärt Svenia Temmen.

Eltern sollten mit ihren Kindern den Schulweg üben. Foto: Rumpenhorst/dpa
Eltern sollten mit ihren Kindern den Schulweg üben. Foto: Rumpenhorst/dpa

Wer sein Kind zur Schule bringt, sollte dafür morgens Zeit einplanen, sagt Temmen. „Die Kinder können auch ein Stück zu Fuß gehen. Ab einem gewissen Alter können die Kinder selbstständig zur Schule fahren. Vorheriges Training mit den Eltern ist hier sehr wichtig“, betont die Polizeisprecherin. Außerdem mache die Polizei regelmäßig an den Schulen im Stadtgebiet „Schulwegüberwachungen“.

Wie lange sollte der Schulweg gemeinsam trainiert werden?

Ab wann Schulkinder alleine unterwegs sein können, sei ganz unterschiedlich, sagt Svenia Temmen. Bei überschaubaren Schulwegen könne ein Kind nach einigen Wochen alleine zur Schule. „Wenn die Wege länger sind oder auch etwas komplizierter, muss natürlich etwas länger geübt werden.“

Auch zu Fuß kann der Schulweg mit Übung sicher sein. Foto: Pleul/dpa
Auch zu Fuß kann der Schulweg mit Übung sicher sein. Foto: Pleul/dpa

Wie wird der Schulweg möglichst sicher?

Eigentlich könne der sichere Schulweg ganz einfach sein, findet Temmen: „Nämlich dann, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen.“ Ihre Tipps: Dort, wo Schulen sind, hätten Autofahrer vom Gas zu gehen. Schulbereiche seien nicht zuzuparken. Und auf Schulkinder auf dem Fahrrad müsse ebenfalls Rücksicht genommen werden. „Wenn sich alle etwas zurücknehmen und aufeinander achten, kann es klappen“, sagt Svenia Temmen.

Auch Kleidung kann für mehr Sicherheit sorgen: „In den kommenden Wochen, wenn es morgens wieder etwas dunkler wird, ist es günstig, wenn die Schulkinder helle und reflektierende Kleidung tragen“, rät die Polizeisprecherin. Bei den Fahrrad fahrenden Schülern sei es besonders wichtig, auf die Verkehrssicherheit des Rades zu achten.

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