Zum 20-jährigen Bestehen  Rhauderfehner Gymnasium fährt mit 850 Schülern zum Heidepark

Clarissa Scherzer
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Von Clarissa Scherzer
| 31.08.2024 08:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Vorfreude auf den anstehenden Schulausflug zum Heidepark Soltau ist bei den Schulkindern groß. Foto: Scherzer
Die Vorfreude auf den anstehenden Schulausflug zum Heidepark Soltau ist bei den Schulkindern groß. Foto: Scherzer
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Zwei große Veranstaltungen stehen anlässlich des 20-jährigen Bestehen des Gymnasiums Rhauderfehn bevor. Das ist an der Bildungseinrichtung geplant.

Vor rund 20 Jahren, am 7. August 2004, nahm das Gymnasium Rhauderfehn seinen Schulbetrieb auf. Das ermöglicht Schülerinnen und Schüler bis heute und in Zukunft, im Oberledingerland ihr Abitur abzulegen. Dieser besondere Tag wird Anfang September gleich mit zwei großen Veranstaltungen gebührend gefeiert. Am 6. September lädt die Schule Menschen zu sich ein, die das Gymnasium über die Jahre hinweg auf unterschiedlichste Weise bis heute begleiteten und prägten.

Mit einem Ausflug zum Heidepark Soltau am 11. September feiert schließlich die ganze Schulgemeinschaft den runden Geburtstag. Damit beide Festtage rundum gelingen, finden bereits seit Wochen in der Schule zahlreiche Vorbereitungen statt. Wie zum Beispiel die Fertigstellung des neuen Raumes der Erinnerungskultur.

Rückblick auf die Schulgründung

„Die damalige Niedersächsische Schulstrukturreform war der Glücksfall, dass die Schule gegründet werden konnte. Wir sind damals mit Jahrgang 5,6 und 7 direkt gestartet. Man sprach Anfang der 2000er davon, dass hier in Rhauderfehn ein gymnasiales Angebot geschaffen werden soll. Das war ein Bürger-Eltern Wunsch. Richtung KGS (Kooperative Gesamtschule), da sollte es damals hin.

Dann kam der Regierungswechsel mit einer Neuausrichtung der Schulpolitik, das war die Chance für die Neugründung eines Gymnasiums“, erinnerte sich Ulrike Janssen zurück. Damals war auch sie als Mutter einer schulpflichtigen Tochter von den Veränderungen betroffen. Seit Januar 2013 hat sie das Amt der Schulleitung inne und freut sich sehr auf die kommenden Festtage anlässlich des Schuljubiläums.

Feierliche Eröffnung des Erinnerungsraums

„Beim Festakt gibt es einen Rückblick auf die 20 Jahre. Dr. Harald Schröter, der erste Schulleiter des Gymnasiums, nimmt uns mit an den Anfang. Wir wollen aber auch nach vorne gucken und sehen, wo wir jetzt stehen“, umriss Janssen grob den Plan. Ein Thema, das dabei im Zentrum stehe, sei die Frage, wie die Schule ihre Umbenennung zu Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn lebe. Aktuell arbeite die Schule daran, den neuen Raum der Erinnerungskultur mit Fotos, Literatur, Videotechnik und einem bequemen Ohrensessel, in dem sich auch Holocaustüberlebender und Schulnamensgeber Albrecht Weinberg wohlfühlen soll, auszustatten. Dieser Raum wird im Rahmen des Festaktes feierlich eröffnet. Janssen sagt: „Die Kinder suchen sehr den Kontakt zu ihm, weil Herr Weinberg auch nahbar ist. Das schwierige Thema der Schuld der Vorfahren macht er zugänglich für die Kinder. Er bricht es runter auf ihre Welt und geht mit ihnen nahbar und zum Teil humorvoll um.“

Während der unterrichtsfreien Zeit erledigt Lehrer Teo Groeneveld handwerkliche Arbeiten im neuen Raum der Erinnerungskultur. Foto: Scherzer
Während der unterrichtsfreien Zeit erledigt Lehrer Teo Groeneveld handwerkliche Arbeiten im neuen Raum der Erinnerungskultur. Foto: Scherzer

Auch beim Festakt, der in der Zweifeld-Sporthalle des Schulzentrums Rhauderfehn sowie auf dem Schulhof stattfindet, ist die Schulgemeinschaft mit dabei. „Auf dem Schulhof ist eine Art Flash-Mob geplant“, verriet Janssen. Einzelheiten wisse sie jedoch nicht. Insgesamt werde der Festtag, der etwa bis Mittag gehe, nach den Grußworten und der Schulbegehung in eine Art Schulfest übergehen mit Bewegungsangeboten, Catering, Getränken, Kaffee und Kuchen und Musik vom Schüler „Dijay“.

Großer Schulausflug zum Heidepark

Auch die Schulleiterin wird es sich nicht nehmen lassen, am Festtag vor den geladenen Gästen eine Rede zu halten. „Der Stolz auf das Geleistete wird meine Rede tragen“, so Janssen. Nach dem großen Jubiläumsfestakt geht es am 11. September mit der gesamten Schulgemeinschaft zum Heidepark Soltau, maßgeblich organisiert durch die Lehrkraft Heike Focken.

Auch der Schülerrat des Gymnasiums mit Lehrerin Wiebke Rademacher steckt mitten in den Vorbereitungen für den großen Festakt Anfang September. Foto: privat
Auch der Schülerrat des Gymnasiums mit Lehrerin Wiebke Rademacher steckt mitten in den Vorbereitungen für den großen Festakt Anfang September. Foto: privat

„Es ist ein Schulausflug im besten Sinne, alle fahren mit. Die Schule befindet sich an diesem Tag in Soltau“, flachste die Schulleiterin. Bis dato sind 850 Personen für den Ausflug angemeldet. 45 Busse sind angefragt. Unterstützung bei der Organisation erhielt die Schule vom Reise- und Busunternehmen Auto-Fischer-Reisen Leer.

Erinnerung an Hans-Joachim Trum

Eigentlich sei geplant gewesen, zum 20. Jubiläum lediglich eine kleine Feier auszurichten und dann das 25. in Bezug auf die Umbenennung der Schule und das Bestreben, „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ zu werden, groß zu feiern. Das wäre 2029 gewesen. Doch dann seien bereits zehn Lehrkräfte, die die Schule in den Anfangsjahren besonders mitgeprägt haben, im Ruhestand.

Von daher habe man sich dazu entschieden, bereits das 20-jährige Bestehen größer zu feiern. Durch den plötzlichen Tod von Musiklehrer Hans-Joachim Trum Anfang 2024 kamen die Festvorbereitungen zunächst zum Erliegen, wurden aber wieder aufgenommen. Um des Kollegens Willen wollte man es nicht liegen lassen, schilderte Schulleiterin Ulrike Janssen. Für die Zukunft ihrer Schule, für das Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn, hegt die Schulleiterin einen konkreten Wunsch, den sie auch für ihre Willkommensrede beim Festakt klar formuliert: „Ich wünsche mir, dass das Albrecht-Weinberg-Gymnasium auch die nächsten 20 Jahre so einhellig und überzeugt für Mitmenschlichkeit, Freundlichkeit und Courage eintritt wie bisher.“

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