Niedersachsen  Einsatzinfo künftig per Whatsapp – Polizeidirektion Osnabrück verlässt Plattform X

Leandra Finke, dpa
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Von Leandra Finke, dpa
| 30.08.2024 06:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kommunikationsplattform X Foto: Monika Skolimowska/dpa
Kommunikationsplattform X Foto: Monika Skolimowska/dpa
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Für die Polizei sind auch Social-Media-Kanäle wichtig, um über Großeinsätze oder Gefahrenlagen zu informieren. Als erste Polizeibehörde in Deutschland verlässt die Polizei Osnabrück die Plattform X – und nutzt Whatsapp.

Die Polizeidirektion Osnabrück, deren Einzugsbereich vom Osnabrücker Land übers Emsland bis nach Ostfriesland reicht, will künftig keine Nachrichten mehr über die Plattform X – früher Twitter – verbreiten. Alle Accounts der dazugehörenden Polizeidienststellen werden gelöscht, teilte die Polizeidirektion mit. Stattdessen wolle die Polizei in der Region die Bürger künftig über ihren Whatsapp-Kanal erreichen und über Einsätze informieren. Eigenen Angaben zufolge ist die Polizeidirektion Osnabrück die erste Polizeibehörde, die X verlässt.

Er habe nicht mehr den Mehrwert für die Polizei gesehen, Informationen über das Einsatzgeschehen über X zu transportieren, sagte der Osnabrücker Polizeipräsident Michael Maßmann. Die Behörde wolle bei der Krisenkommunikation neue Wege gehen. „Wir versprechen uns von dem Wechsel eine noch größere Reichweite und viele verschiedene und gut unterrichtete Userinnen und User“, erklärte er. Eine bessere einsatzbegleitende Kommunikation – insbesondere bei größeren Polizeieinsätzen bis hin zu Amok- oder Terrorlagen – das will die Polizei mit dem neuen Kanal erreichen, heißt es in einer Mitteilung der Polizeidirektion Osnabrück.

Betroffen von dem Ausstieg bei X sind die Accounts der Polizeiinspektionen Osnabrück, Emsland/Grafschaft Bentheim, Leer/Emden und Aurich/Wittmund. Kommuniziert wurden darüber bislang aktuelle Meldungen über Demonstrationen, Veranstaltungen und andere Großeinsätze. Seit August 2016 war die Polizei Osnabrück auf der Plattform X aktiv. Rund 11.800 Menschen folgten der Behörde dort.

Vom 1. September an seien die Inspektionen mit einem jeweils eigenen Whatsapp-Kanal vertreten. Zu finden sind die offiziellen Polizei-Kanäle im Messengerdienst bereits jetzt mit der Suchfunktion unter den Stichworten „Polizei Osnabrück“, „Polizei Leer/Emden“, „Polizei Aurich/Wittmund“ und „Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim“.

Neben Whatsapp nutzen die Polizeibehörden auch die Plattformen Instagram, Facebook und LinkedIn. Außerdem sind seit auch sogenannte Social-Media-Cops mit persönlichen Accounts unterwegs.

„Wir müssen dort präsent und ansprechbar sein, wo die Menschen sind. Die Dynamik von Social-Media-Kommunikation erfordert eine ständige Marktbeobachtung und Anpassung“, sagt Marco Ellermann, Sprecher der Osnabrücker Behörde.

Nach Angaben des Innenministeriums sind bislang keine weiteren Polizeibehörden in Niedersachsen bekannt, die sich von der Plattform X zurückziehen wollen. Die Behörden entscheiden demnach in eigener Zuständigkeit, welche vom Innenministerium freigegebenen Social-Media-Plattform sie für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen.

„Nach hiesiger Auffassung bietet die direkte und zielgerichtete Informationssteuerung über X nach wie vor einen gewissen Mehrwert für die Außenkommunikation der Polizei und eine gute Möglichkeit, die dort vertretene Zielgruppe zu erreichen“, hieß es.

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