Grünes Moormerland  Ruheplätze statt Wildwuchs am Fehntjer Berg

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 30.08.2024 09:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eine grüne Oase mitten in Warsingsfehn ist der Fehntjer Berg. Er ist ein Relikt vom Bau des Sauteler Kanals. Foto: Lüppen/Archiv
Eine grüne Oase mitten in Warsingsfehn ist der Fehntjer Berg. Er ist ein Relikt vom Bau des Sauteler Kanals. Foto: Lüppen/Archiv
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Für den Hügel in Warsingsfehn gibt es jetzt ein Konzept. In dieses ist alles eingeflossen, was in einem Workshop gewünscht wurde. Laute Mopeds und Müll sollen draußen bleiben.

Warsingsfehn - Wenn es so heiß ist wie in dieser Woche, dann ist der Fehntjer Berg in Warsingsfehn ein geeigneter Ort zum Chillen. Denn die Bäume und Sträucher spenden Schatten und gute Luft. Zu solcher Art Erholung und moderater Aktivität soll der Hügel künftig noch besser ausgestattet werden. Das sieht ein Konzept vor, das im Ausschuss für Klimaschutz und Gemeindeentwicklung einstimmig befürwortet wurde.

Projektmanager Daniel Hoch stellte das Konzept vor, in das alle Wünsche und Vorstellungen eingeflossen sind, die bei zwei gut besuchten öffentlichen Veranstaltungen von den Einwohnerinnen und Einwohnern geäußert wurden. Dazu gehört, dass möglichst viele Gehölze, vor allem die größeren Bäume auf dem Berg erhalten bleiben. Doch der dichte Wildwuchs soll künftig gepflegter aussehen: Laut Hoch soll Gestrüpp, vor allem wuchernde Brombeeren, entfernt werden.

Bänke und eine smarte Beleuchtung

Der ruhige Charakter des Fehntjer Bergs soll erhalten bleiben. Bänke sollen dazu dienen, dass man sich dort aufhalten kann. „Dazu gehören barrierefreie Sitzmöglichkeiten“, sagt Hoch. Darunter verstehe man Bänke oder Sitzplätze mit Lücken, in die man einen Kinderwagen, einen Rollator oder Rollstuhl schieben kann, damit sie nicht immer am Rand stehen müssen. Alle Altersgruppen sollen sich dort wohlfühlen und aktiv werden können. Dazu sollen Spielgeräte für Jung und Alt aufgestellt werden.

Es soll neue Mülleimer am Fehntjer Berg geben. Foto: Lüppen/Archiv
Es soll neue Mülleimer am Fehntjer Berg geben. Foto: Lüppen/Archiv

Denkbar wäre die Einrichtung eines grünen Klassenzimmers als außerschulischer Lernort für die benachbarte Grundschule Warsingsfehn-Ost und den Kindergarten. Eine weitere Idee ist eine sogenannte smarte Beleuchtung: Dabei würden Laternen und Leuchten an den Wegen auf etwa zehn Prozent ihrer Stärke gedimmt werden. Nähert sich ein Fußgänger, fahre die Beleuchtung auf 90 bis 100 Prozent hoch und gehe anschließend wieder auf zehn Prozent zurück. So werde nicht nur die Tierwelt weniger durch Licht gestört, sondern auch Strom gespart.

Ärger über nächtlichen Lärm

Was allerdings an Aktivität nicht erwünscht ist, berichtete Hoch ebenfalls: Dazu gehört zum Beispiel das Befahren des Hügels mit Fahrrädern oder gar Motorrollern. Autos sollen erst recht nicht auf das Gelände fahren können. Schon in der Vergangenheit sorgten herumliegender Müll, Lärm in der Nacht und Vandalismus für Ärger. Die Hoffnung ist, dass ein Ausbau der vorhandenen Wege mit leichtem Schotter für Rad- und Mopedfahrer wenig attraktiv ist.

Nur ein Weg soll gepflastert werden, nämlich am südlichen Rand des Geländes, der von der Rinderhagenstraße zur Fuldastraße / Am Hang führt. Entlang dieses Weges soll nach dem Konzept eine Grünfläche angelegt werden, die mit den Sitzgelegenheiten und Spielgeräten ausgestattet wird. Dort solle es auch Mülleimer und Hundekotbehälter samt -Tütenspender geben. An Bügelhaltern kann man sein Fahrrad anschließen, die Bäume auf der Grünfläche sollen von Rundbänken umgeben werden.

Fördermittel schon beantragt

Es handelt sich bei dem Konzept noch nicht um eine feste Planung. Für die Umsetzung hat Hoch jedoch schon einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Bei geschätzten Baukosten von 430.000 Euro könnten aus dem Programm Zukunftsräume Niedersachsen etwa 300.000 Euro an Zuschüssen fließen. Aus dem Ausschuss kam die Aufforderung, dass nach Umsetzung des Konzeptes dafür gesorgt werden müsse, dass nicht alles wieder zuwuchert.

Über die Jahre ist ein grünes Dickicht gewachsen. Das soll ausgelichtet werden, aber möglichst viele Bäume sollen bleiben. Foto: Lüppen/Archiv
Über die Jahre ist ein grünes Dickicht gewachsen. Das soll ausgelichtet werden, aber möglichst viele Bäume sollen bleiben. Foto: Lüppen/Archiv

Hoch sagte, dass vorgesehen sei, dass die Pflege für drei Jahre in den Händen des Fachbüros liegt, dass mit der Umsetzung beauftragt werden muss. Danach würde der Bauhof der Gemeinde mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet, um das Gelände am Fehntjer Berg zu pflegen.

Abgesehen von den Deichen an der Ems ist der Fehntjer Berg die wohl höchste Erhebung in Moormerland. Der etwa zwölf Meter hohe künstliche Hügel ist von dichtem Grün bewachsen. Er wurde in den 1970er Jahren aus den Spülmassen aufgeschichtet, die beim Bau des Sauteler Kanals anfielen. Es gibt Spazierwege am Fuß des Berges sowie ein Netz aus Trampelpfaden. Im Winter wurde dort gerodelt – wenn genug Schnee lag.

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