Pferde gerettet Bauernhof mit Stall in Forlitz-Blaukirchen abgebrannt
Ein Bauernhof mit Wohngebäude ist am Mittwochabend in Forlitz-Blaukirchen fast vollständig niedergebrannt. Für die Feuerwehr bedeutete das einen Großalarm – und gleich mehrfach erschwerte Bedingungen.
Südbrookmerland - Als Einsatzleiter Karl-Heinz Freimuth, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Wiegboldsbur, am Mittwoch, 28. August 2024, um 20.30 Uhr das Einsatzleitfahrzeug in Forlitz-Blaukirchen verlässt und vor die Presse tritt, ist das Feuer bereits unter Kontrolle. Seine gute Nachricht: Beim Brand eines landwirtschaftlichen Gebäudes am Enderweg in Forlitz-Blaukirchen sind nach aktuellem Stand keine Menschen und auch keine Tiere zu Schaden gekommen. Zu dem Zeitpunkt kämpften die rund 100 Feuerwehrleute, die mit 19 Einsatzfahrzeugen angerückt waren, bereits seit mehr als einer Stunde gegen die Flammen.
Einsatzleiter löst Großalarm aus
Zunächst sei ihm über die in Wittmund ansässige Leitstelle nur ein Wohnhausbrand gemeldet worden, so Freimuth im Gespräch mit unserer Redaktion. Da er aber schon vom rund dreieinhalb Kilometer Luftlinie entfernten Gerätehaus seiner Wehr in Wiegboldsbur die dicke Rauchwolke in den Himmel steigen sah, löste er gleich einen Gemeindealarm aus und ließ alle südbrookmerlander Ortsfeuerwehren nach Forlitz-Blaukirchen ausrücken. Das war gut, denn später stellte sich heraus, dass nicht nur ein Wohnhaus von den Flammen bedroht wurde, sondern auch ein angrenzender Pferdestall in Flammen stand. Die Tiere seien zu Beginn des Brandes noch teilweise im Stall gewesen, hätten aber auf umliegende Weiden getrieben werden können, so Freimuth.
Die schlechte Nachricht: Weder das Gebäude noch der Stall waren zu retten. Beide brannten komplett aus. „Der Stall ist inzwischen sogar eingestürzt“, so Freimuth im Gespräch vor Ort. Wie ein Sprecher der Feuerwehr Wiegboldsbur am Donnerstagmorgen mitteilt, hätten sich die Löscharbeiten insgesamt äußerst schwierig gestaltet. Damit dürften unter anderem die hohen Außentemperaturen gemeint gewesen sein. Warmes Wetter, schwere Einsatzkleidung und harte Arbeit. Ein Knochenjob für die freiwilligen Helfer. Zudem wurden die Löscharbeiten durch eine Photovoltaikanlage erschwert, die sich auf dem Dach des Gebäudes befand.
Neben den fünf Südbrookmerlander Ortsfeuerwehren aus Wiegboldsbur, Uthwerdum, Oldeborg, Victorbur und Münkeboe-Moorhusen, waren auch Kräfte aus Aurich und Middels angerückt. Ebenfalls im Einsatz war das Deutsche Rote Kreuz. Zur Versorgung der Helfer bei dem langwierigen Einsatz war auch ein Verpflegungszug aus Middels vor Ort. Auch die Polizei und der zuständige Energieversorger waren im Einsatz. Letzterer kümmert sich bei solchen Vorfällen um die Abschaltung der Strom- und Gasversorgung.
Nach Angaben der Polizei am Donnerstagmorgen war der Brand gegen 23 Uhr gelöscht. Laut Feuerwehr verließen die ersten Fahrzeuge den Einsatzort um Mitternacht, einige Kräfte seien aber noch bis etwa 2 Uhr mit dem Ablöschen von Glutnestern und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft beschäftigt gewesen.
Die Ursache für das Feuer ist noch unklar. „Die Ermittlungen wurden aufgenommen“, so der Sprecher der Polizei auf Nachfrage. Klar ist jedoch bereits, dass das Feuer einen hohen Schaden verursacht hat. Nach einer ersten Schätzung von vor Ort geht man von einem Schaden in Höhe von rund 800.000 Euro aus. Das Gebäude ist unbewohnbar. Der Bewohner des Hauses ist nach Angaben des Wiegboldsburer Ortsbrandmeisters Karl-Heinz Freimuth zunächst bei Angehörigen in der Nachbarschaft untergekommen.
Gaffer stellen Gartenstühle auf
Die Rauchsäule war laut Bildern und Einträgen in sozialen Netzwerken von Weitem sichtbar. So zum Beispiel in der Samtgemeinde Brookmerland und der Stadt Aurich. Die Leitstelle gab zwischenzeitlich eine Bevölkerungswarnung heraus. Autofahrer wurden aufgefordert, den Bereich weiträumig zu umfahren. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten.
Diese Warnungen wurden aber offenbar nicht von allen ernst genommen, wie sich vor Ort zeigte. So waren etwa an der Forlitzer Straße mehrere Schaulustige zu beobachten. Einige hatten sogar mitgebrachte Gartenstühle aufgestellt, um sich das Feuer und die laufenden Löscharbeiten der Feuerwehr anzuschauen.