Wohnen in der Stadt  Das meiste Bauland in Leer ist bereits vergriffen

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 28.08.2024 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Zahlreiche Häuser werden noch im Baugebiet an der Groninger Straße gebaut. Foto: Wolters
Zahlreiche Häuser werden noch im Baugebiet an der Groninger Straße gebaut. Foto: Wolters
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Wer in der Stadt Leer bauen will, hat momentan keine große Auswahl an freien Grundstücken in Baugebieten. Die meisten jüngst erschlossenen sind bereits vergriffen. Wir geben eine Übersicht.

Leer - Der Traum vom Eigenheim ist nicht nur durch die Preissteigerung der vergangenen Jahre für manche in weite Ferne gerückt. Selbst wenn das nötige Geld vorhanden ist, braucht man erst einmal ein Grundstück, um bauen zu können. Das ist vor allem in den ostfriesischen Städten schwierig zu finden. Auch in der Stadt Leer gibt es in den neuesten Baugebieten nur noch in einem Areal freie Flächen. Hier ist eine Übersicht.

Groninger Straße

  • Investor: Terfehr Projektentwicklung
  • Anzahl der Grundstücke: 52
  • Art der Bebauung: 19 Grundstücke für Einfamilienhäuser, acht Grundstücke für Kettenhäuser, 19 Doppelhaus-Grundstücke, drei Grundstücke für Vier-Parteien-Häuser, sechs Grundstücke für Wohn- und Geschäftshäuser entlang der Groninger Straße
  • Noch verfügbare Grundstücke: ein Grundstück für ein Einfamilienhaus, acht Grundstücke für Kettenhäuser, drei Doppelhaus-Grundstücke und sieben kleinere Doppelhaus-Grundstücke
  • Preise: Doppelhaushälften mit etwa 108 Quadratmetern starten bei 375.000 Euro, teilt Johannes Kirchner, Geschäftsführer der Terfehr Projektentwicklung mit.
    Die Arbeiten im Baugebiet an der Groninger Straße gehen voran. Foto: Wolters
    Die Arbeiten im Baugebiet an der Groninger Straße gehen voran. Foto: Wolters
  • Stand der Arbeiten: „Die Bautätigkeiten sind im vollen Gange“, sagt Kirchner. Derzeit würden gerade Einfamilienhäuser errichtet. Weitere werden bald folgen. Auch zwei Doppelhäuser werden gerade errichtet. Erste Bewohner seien auch schon eingezogen. Das erste Wohn- und Geschäftshaus an der Groninger Straße soll ebenfalls bald gebaut werden. Dort werde das Architekturbüro Eden der Ankermieter, so Kirchner. Die Büros werden im ersten Obergeschoss eingerichtet. Die Flächen im Erdgeschoss seien noch vakant. In Kürze werde auch mit dem Bau der Geschosswohnhäuser begonnen. Das erste Gebäude mit 14 Wohneinheiten entlang der Groninger Straße sei bereits genehmigt. Für das zweite wurde bereits der Bauantrag gestellt, für das dritte sei dieser in der Vorbereitung. Bis das letzte Gebäude im Baugebiet fertiggestellt ist, wird es laut Kirchner noch zwei bis zweieinhalb Jahre dauern.
  • Endausbau: Der Endausbau im ersten Abschnitt hat gerade begonnen. Die Straße werde gepflastert, so Kirchner.
  • Energieträger: Luft-Wärmepumpentechnik. Fossile Energieträger werden nicht mehr verbaut. Das Quartier ist eines von vier Pilotprojekten in Niedersachsen, in denen der netzdienliche Einsatz von Wärmepumpen erprobt wird. Verantwortlich ist die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen, die die Betriebsdaten von den elektrischen Wärmepumpen in dem Gebiet erfasst und wissenschaftlich auswertet. Im Gegenzug gibt es Fördergeld.
    In Bingum wird unter anderem gerade an der Straße gearbeitet. Foto: Wolters
    In Bingum wird unter anderem gerade an der Straße gearbeitet. Foto: Wolters

Bingum II

  • Investor: EOC Immobilien
  • Anzahl der Grundstücke: 31
  • Art der Bebauung: 30 Einfamilienhäuser, einmal sozialer Wohnungsbau mit zwei Häusern à sieben Wohnungen
  • Noch verfügbare Grundstücke: keine, auch die 14 Wohnungen sind alle vermietet, teilt EOC-Prokurist Hans Thünemann mit.
  • Grundstückspreise: zwischen 90 und 150 Euro pro Quadratmeter
    Im Baugebiet Bingum II "Achter d' Füürwehr" gibt es auch Mehrfamilienhäuser. Foto: Wolters
    Im Baugebiet Bingum II "Achter d' Füürwehr" gibt es auch Mehrfamilienhäuser. Foto: Wolters
  • Stand der Arbeiten: Bei den 30 Grundstücken sind 28 Wohnhäuser fertig gestellt beziehungsweise werden kurzfristig fertig gestellt, so Thünemann. Bei zwei Wohnhäusern stehe der Baubeginn noch aus, muss aber zeitnah erfolgen
  • Endausbau: Der Endausbau der Straße wird bis Oktober 2024 abgeschlossen sein.
  • Energieträger: Alle Grundstücke und der soziale Wohnungsbau werden mit einem Nahwärmesystem versorgt.
    Das Baugebiet Bollinghauser Gaste ist nahezu fertiggestellt. Foto: Wolters
    Das Baugebiet Bollinghauser Gaste ist nahezu fertiggestellt. Foto: Wolters

Bollinghauser Gaste

  • Investor: Niedersächsische Landgesellschaft (NLG)
  • Anzahl der Grundstücke: 71
  • Art der Bebauung: Es wurden Einfamilienhäuser und Doppelhäuser gebaut. Bei der Vielzahl der Gebäude handelt es sich um Einfamilienhäuser, teilt Projektleiter Carsten Hogelücht mit.
  • Noch verfügbare Grundstücke: keine
  • Grundstückspreise: zwischen 99 und 149 Euro pro Quadratmeter
  • Endausbau: Die letzten Arbeiten am Endausbau werden laut Hogelücht zeitnah abgeschlossen.
  • Energieträger: Das Gebiet wurde noch mit einer Gasleitung versorgt. „Eine Vielzahl von Eigentümer haben sich für eine Luft-Wärmepumpe entschieden“, teilt der Projektleiter mit.

Weitere Gebiete

Nach jahrelangem Rechtsstreit war im April 2020 mit der Erschließung des Logabirumer Angers, einem Baugebiet zwischen Feldstraße, Hundeweg, Logabirumer Straße und Ostfrieslandwanderweg, begonnen worden. Alle 29 Grundstücke waren schnell vergriffen, die Häuser sind gebaut oder gerade im Bau. Investor ist die Logabirumer Firma Hartema.

Ein großes Wohngebiet ist südlich der Eisinghausener Straße und östlich der Eisenbahnstrecke in Richtung Emden geplant. Dort soll ein großes, neues und hochmodernes Stadtviertel entwickelt werden. 63 Hektar – so groß wie 90 Fußballfelder – soll es werden. Die Politik hatte im September 2022 ihr grundsätzliches Einverständnis erklärt. Investor ist – wie im Baugebiet Bollinghauser Gaste – die Niedersächsische Landgesellschaft.

Pläne gibt es außerdem über ein Baugebiet im Logaerfeld. Im Dreieck zwischen Mettjeweg, Weideweg und Bahnlinie könnte auf etwa acht Hektar Ein- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu 150 Wohnungen entstehen. Das waren zumindest die Kennzahlen im Jahr 2020.

Der Bremer Investor Kathmann will weitere Gebäude auf dem ehemaligen MZO-Gelände errichten. Foto: Bothe/Archiv
Der Bremer Investor Kathmann will weitere Gebäude auf dem ehemaligen MZO-Gelände errichten. Foto: Bothe/Archiv

Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Bauprojekte. So will der Bauverein zusammen mit Real Immobilien Häuser am Bahndamm errichten. Der luxemburgische Investor Dekima S.A. hatte kürzlich seine Pläne für ein Gebiet am Ostermeedlandsweg hinter der Evenburg-Kaserne vorgestellt. Mehr als 90 neue Wohneinheiten könnten künftig auf dem 17.000 Quadratmeter großen Grundstück gebaut werden. Im Vorentwurf sind zwölf Reihenhäuser, acht Doppelhaushälften und sechs Mehrfamilienhäuser vorgesehen.

Weitere Bauprojekte gibt es auf dem ehemaligen MZO-Gelände, wo die Bremer Investorenfirma Kathmann noch zahlreiche Wohnungen bauen will, das Stadthaus Edele durch den Investor Meynhaus/Meyer an der Ecke Hajo-Unken-Straße/Ubbo-Emmius-Straße, das Postgelände (Bunte), das Barkei-Gelände (Horn) sowie den Hafenkopf (Leda Immobilien/Terfehr).

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