Baby im Dezember  Imke Wübbenhorst wird Mama – so geht’s in Bern weiter

| | 19.08.2024 14:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit Babybauch und engagiert wie immer stand Imke Wübbenhorst am Samstag beim Spiel zwischen YB Bern und dem FC St. Gallen (0:0) an der Seitenlinie. Foto: Imago
Mit Babybauch und engagiert wie immer stand Imke Wübbenhorst am Samstag beim Spiel zwischen YB Bern und dem FC St. Gallen (0:0) an der Seitenlinie. Foto: Imago
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Die Auricherin ist in Bern in jeder Hinsicht überglücklich. Sie ist zu ihrem Partner gezogen und hat nun eine große Familie. Sie verrät auch, ob das Baby ein Junge oder ein Mädchen wird.

Bern/Aurich - Für die Zuschauer beim ersten Super-League-Heimspiel der Saison gegen den FC St. Gallen war es beim Blick auf die Frau an der Seitenlinie nicht zu übersehen: Cheftrainerin Imke Wübbenhorst von YB Bern ist schwanger. „Ja“, bestätigte die 35-Jährige, „ich bekomme ein Baby und freue mich total.“ Trotz aller Glückshormone, die aktuell durch ihren Körper strömen, gilt die volle Konzentration weiterhin dem Fußballjob. „Ich werde Trainerin bleiben und habe mit YB alles bestens geregelt.“

Als Imke Wübbenhorst und ihr Partner Urs im Juni in Ostfriesland waren, hatte sich der Nachwuchs schon angekündigt.
Als Imke Wübbenhorst und ihr Partner Urs im Juni in Ostfriesland waren, hatte sich der Nachwuchs schon angekündigt.

Wenn sich das Baby an den errechneten Geburtstermin hält, kommt der Neuzugang nahezu perfekt zur Winterpause auf die Welt. „Ich bin in der 24. Woche. Anfang Dezember soll es so weit sein“, sagt die Ostfriesin. Und weil es ihr in der Schwangerschaft prächtig geht, will sie sogar bis kurz vorher auf der Trainerbank sitzen. „Ich arbeite bis zum 24. November und verpasse dann vor der Winterpause nur ein einziges Spiel.“

Es wird ein Junge

Natürlich habe sie den für ihre Fußball-Leidenschaft so perfekten Termin nicht extra geplant, sagt sie lächelnd. Aber es macht ihr Vorhaben, Job und Baby miteinander zu vereinbaren, natürlich einfacher - immer vorausgesetzt, der kleine Mann im Bauch spielt mit. „Es wird ein Junge“, verrät die werdende Mutter stolz. „Seit rund einem Monat spüre ich ihn deutlich. Er ist ganz schön aktiv.“

Imke Wübbenhorst, die aus ihrer Wohnung ins Haus ihres Lebensgefährten gezogen ist, hat nicht nur mit ihrem Arbeitgeber alle Details abgesprochen, sondern auch mit ihrem Partner. Selbst die Namenswahl ist entschieden. „Das Baby soll Bent heißen“, sagt sie ganz offen. „Es soll ein bisschen nordisch klingen“ - und somit in der Schweiz ein klein wenig die Herkunft der Mutter andeuten. „Und der Nachname wird Wübbenhorst sein.“ Mit ihrem Freund zusammen hat die Fußballlehrerin dann zu Hause eine richtig große Familie. Denn Urs ist bereits Vater von Andrey und Maksim (12 und 16 Jahre). „Auch die Jungs freuen sich schon auf das Geschwisterchen.“ Und in Aurich-Wiesens ist die Vorfreude ebenfalls riesengroß. „Meine Eltern sind auch überglücklich. Es wird schließlich ihr erstes Enkelkind.“

Auricher Großeltern helfen in Bern

Großeltern, Mama, Papa und auch der Verein wollen den Beweis antreten, dass die Geburt eines Kindes für die Fußballlehrerin nicht automatisch das Ende ihres Trainerjobs auf Profiebene bedeuten muss. Imke Wübbenhorst möchte lediglich 14 Wochen Pause einlegen und wird in dieser Zeit von Co-Trainer Fabian Bill und dem Sportlichen Leiter Rolf Kirchhofer vertreten.

Auf Norderney hatte Imke Wübbenhorst kürzlich neben Mann und Hund auch die Stiefsöhne Maksim und Andrey dabei.
Auf Norderney hatte Imke Wübbenhorst kürzlich neben Mann und Hund auch die Stiefsöhne Maksim und Andrey dabei.

Natürlich wird sie in dieser Zeit nicht auf den Kontakt zur Mannschaft verzichten. „Urs und ich wollen Ende Januar sogar mit dem Baby mit ins Trainingslager fahren.“ Weil ihr Lebensgefährte als Direktor eines Altenheims beruflich ansonsten sehr gefordert ist, helfen bei der Betreuung des Babys auch Oma und Opa aus Ostfriesland mit. Wenn die Mama Mitte März wieder voll in den Trainerjob einsteigt, wird Oma Kerstin nach Bern reisen und ihre Tochter bis Ende Mai unterstützen. „Auch mein Vater wird in dieser Zeit öfter in Bern sein“, erzählt Imke Wübbenhorst.

Bald mit vier Männern im Haus

Mit der bevorstehenden Geburt des Babys und dem plötzlichen Leben in einer großen Familie mit Mann, drei Jungs und Hund ist für Wübbenhorst auch die nähere Zukunft festgelegt. „Ich werde die nächsten Jahre unabhängig von meinem Trainerjob in Bern bleiben.“ Ihren Beamtenstatus hat die Gymnasiallehrerin zwar für den Fußball geopfert. Sie hat in der Schweiz aber eine sogenannte Äquivalenzprüfung abgelegt und könnte nun auch dort in der Schule unterrichten. Aber das ist derzeit nicht ihre favorisierte Lebensplanung. Die Ostfriesin, die 2018 in Cloppenburg als erste deutsche Trainerin in der 5. Liga der Männer Furore machte, wird nun auch als Chefcoach im Profifußball mit Baby Pionierarbeit leisten.

Gesundheitlich verläuft ihre Schwangerschaft bislang völlig beschwerdefrei, gefühlsmäßig ist die werdende Mama überglücklich. Doch es gibt auch einen Punkt, der sie stört: der Start in die Super League. „Wir haben unnötige Punkte liegen lassen“, sagt sie mit Blick auf die 1:2-Niederlage in Basel und nun dem 0:0 gegen St. Gallen. Bei aller Muttervorfreude ist Imke Wübbenhorst eben ganz Profittrainerin.

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