Dieses Mal in Utrecht „Todkranker“ Käsekönig startete den nächsten Betrugsversuch
Er kann es scheinbar nicht lassen. Der Niederländer Marco D. soll erneut ein betrügerisches Abenteuer versucht haben – dieses mal in Utrecht. Und das, obwohl er selbst sagt, sterbenskrank zu sein.
Rhauderfehn/Haarlem - Nur wenige Tage, nachdem die deutschen Behörden die Auslieferung von dem als Käsekönig bekannt gewordenen Marco D. vorläufig annulliert hatten, weil er angeblich im Endstadium einer Krankheit sei, ist der vermeintliche Haarlemer Betrüger bereits wieder in ein anderes Abenteuer verwickelt.
In Utrecht hat er in den letzten Tagen versucht, das surinamische Restaurant Zinna in der W.A. Vultostraat zu übernehmen. Mit einer 24-jährigen Utrechterin als Filialleiterin/Köchin. „Er erzählte unserer Tochter, dass er in das Restaurant investieren würde. Das Geschäft steht für über 50.000 Euro zum Verkauf. Unsere Tochter sollte dort arbeiten und ihm monatlich Geld zurückzahlen“, so die Mutter, die ebenso wie die anderen Familienmitglieder anonym bleiben möchte.
Der Haarlemer kam über die 28-jährige Schwester in Kontakt mit der Utrechter Familie. „Unsere andere Tochter ist Fotografin. Er hat sie über TikTok kontaktiert und behauptet, er sei Taubenzüchter und wolle Fotos. Sie ging nicht darauf ein, schlug ihm aber vor, dass er mit unserer anderen Tochter etwas mit dem Restaurant anfangen könnte.“
„Schlechtes Gefühl“
Die Frau hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei dem Investor, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte. Auch ihr Ehemann hatte Zweifel an der Zuverlässigkeit von Marco. Vor allem, nachdem er im Internet nach den Worten Marco und Betrüger suchte und allerlei Geschichten aus dieser Zeitung über die vermeintlichen Machenschaften des Haarlemers fand.
In den Niederlanden soll Marco D. Menschen und Unternehmen betrogen haben. In Ijmuiden hatte er Ende letzten Jahres ein Feinkostgeschäft. Nach einigen Wochen verschwand Marco D. spurlos. Unternehmer, die bei der Einrichtung des Geschäfts geholfen hatten, bekamen kein Geld. Dasselbe galt für Lieferanten. Auch in seiner Heimatstadt Haarlem wollte D. ein ähnliches Geschäft eröffnen. Lieferanten und andere Unternehmer bekamen kein Geld. Bei der Polizei sind Anzeigen von Geschädigten eingegangen.
Marco D. kochte im Restaurant
„Marco hat im Restaurant für das Catering gekocht. Das dauerte bis 0.30 Uhr“, so die Utrechter Mutter. Sie schickt heimlich aufgenommene Fotos des Haarlemer in der Küche als Beweis. „Wir haben im Internet recherchiert und verschiedene Artikel über ihn gelesen, bei denen wir dachten: ‚Das kann doch nicht sein...?‘“
Einen Tag später um 14 Uhr sollte ein Vertrag mit der Tochter und dem Eigentümer des Restaurants unterzeichnet werden. „Mein Mann hat das Restaurant angerufen und den Eigentümer über die Situation informiert. Der Mann hatte auch schon ein komisches Gefühl. Jedenfalls ist mein Ehemann um 13 Uhr in ein Café gegangen. Dort war meine Tochter mit Marco. Plus ein Freund, um Marco zu fragen, was genau seine Absicht war. Vorher wurde noch die Polizei gerufen, aber leider konnte sie nichts tun.“
„Verließ mit eingezogenem Schwanz den Ort“
Laut der Frau sagte Marco, er wolle einfach nur gutes Essen machen. „Mein Mann sagte ihm jedoch: ‚Ich weiß, wer du bist und was du tust‘. Nach einem kurzen Gespräch verließ Marco mit eingezogenem Schwanz den Ort.“
Der Eigentümer des Restaurants bestätigt auf Nachfrage den Ablauf der Ereignisse. „Zum Glück ist diese Frau nicht auf ihn hereingefallen. Das hätte viel Ärger verursachen können.“
Keine Auslieferung nach Deutschland
Die niederländische Staatsanwaltschaft untersucht noch, ob D. strafrechtlich verfolgt wird. Lieferanten und andere Geschädigte in Haarlem und IJmuiden haben vor einigen Monaten Anzeige erstattet. In Deutschland wird er verdächtigt, 33 Betrugsfälle begangen zu haben. Die Betrugsfälle sollen zwischen September 2017 und April 2020 im Oberledingerland und Umgebung begangen worden sein.
Ursprünglich wollten die deutschen Behörden ihn im eigenen Land vor Gericht stellen. Letzte Woche stimmte die Internationale Rechtshilfekammer (IRK) des Amsterdamer Gerichts dem deutschen Auslieferungsersuchen noch zu. Inzwischen hat Deutschland das Ersuchen jedoch zurückgezogen, da sich der Haarlemer in einem „kritischen Zustand“ befinden soll.
Dieser Text ist erstmals in „Haarlems Dagblad“ erschienen, wurde mit KI-Unterstützung aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt und von einem Redakteur bearbeitet.